Verwendung von Spendenmarken als Briefporto - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Verwendung von Spendenmarken als Briefporto

Heft 31

- von Günter Schäfer 

In der DDR wurden von Organisationen (u.a. FDJ, FDGB, DSF, GST) und Parteien (SED) eine wahre Flut von Spendenmarken, meist Soli(daritäts)-Marken genannt, verkauft, deren Erlös dem jeweiligen Herausgeber zufloss.
Diese Marken besaßen natürlich keine Frankaturkraft und trotzdem wurden sie vereinzelt als Briefmarken verwendet – ob nun aus Unkenntnis, reiner Spielerei oder bewusst zum Schaden der Post, sei dahingestellt.
Eine Ursache dafür war, dass die Spendenmarken den von der Deutschen Post verausgabten Briefmarken sehr ähnlich und teilweise sogar graphisch besser gelungen waren. Hinzu kommt die große Vielzahl von jährlich bis zu 100 Neuausgaben der Deutschen Post der DDR, die außerdem seit der Sonderausgabe "Schmetterlinge" vom 15.01.1964 unbeschränkt gültig blieben. Daher ist es verständlich, dass den Postangestellten beim Entwertung der Frankatur leicht die Übersicht verloren ging.
So kam es oftmals vor, dass 20-Pfennig-Spendenmarken zum Freimachen von Briefen verwendet wurden und auch ihren Empfänger erreichten, was die mit einem Poststempel versehenen Spendenmarken der FDJ belegen. 


Dieser in Schwarzheide aufgegebene Brief wurde unbeanstandet zugestellt.


Wie vorhandene Belege dokumentieren, wird diese missbräuchliche Verwendung von Spendenmarken zur Frankatur, was ja eindeutig zum Schaden der Post geschah, doch recht häufig gewesen sein.


Dieser Brief an einen NVA-Soldaten wurde stillschweigend zugestellt, obwohl erkannt worden war
(nebengesetzter Poststempel), dass auf ihm eine unzulässige Marke klebte. Wegen der geringen
Gebühren wäre auch ein nachträglicher Portoeinzug an eine Postfachadresse teurer geworden,
als der Erlös eingebracht hätte.


Anders dagegen bei Briefen, die der Zusteller direkt dem Adressaten aushändigte:


Dieser mit 15 Pf. beaufschlagte Ortsbrief wurde wie ein unfrankiert aufgegebener behandelt.


 
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