Der 1. September 1939 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der 1. September 1939

Heft 32

- von Eckhard Baumunk

Der von Hitler vor 70 Jahren entfesselte Zweite Weltkrieg ging als blutigster Waffengang in die Geschichte ein. Über 60 Millionen Menschen verloren ihr Leben, darunter über 6 Millionen Opfer in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern.
Wenn man heute den 1. September 1939 früh 4.30 Uhr als Beginn des 2. WK benennt und ihn mit dem Beschuss der Westernplatte identifiziert, so sollte man nicht ergessen, dass bereits Minuten eher die polnische Kleinstadt Wielun von Stukas angegriffen und 1200 Bürger der Stadt die ersten Opfer des Krieges waren.
Man sollte aber auch daran denken, dass dem Überfall auf Polen und der darauf folgenden Aufteilung dieses Staates durch Hitler-Deutschland und der Sowjetunion bereits im März 1938 deutsche Truppen in Österreich einmarschierten und im September die Tschechoslowakei die Sudeten an Deutschland abtreten mussten.
Der 2. WK war ein von langer Hand vorbereiteter Vernichtungsfeldzug Hitlers, der in den ersten Jahren Europa und ab 1942, mit dem Eintritt der USA und Japan zum Weltkrieg ausartete.
Hitler und seine Vasallen waren besessen von dem Gedanken alle jüdischen Mitbürger zu entmachten, zu enteignen und letztendlich zu vernichten. In diesem Sinne wollten sie die "Arisierung" Europas durchsetzen und Lebensraum im Osten schaffen.
Hitler-Deutschland setzte auf grund seiner guten Vorbereitung auf Blitzkriege und schaffte dies auch in Polen, Dänemark, Norwegen, Luxemburg und Frankreich innerhalb von 10 Monaten. Nur die Invasion gegenüber Großbritannien missglückte und brachte die ersten größeren Verluste für die deutsche Wehrmacht. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 grub sich Hitler sein eigenes Grab.
Die deutsche Wehrmacht erzielt zwar noch einige Erfolge und kann große Teile der Sowjetunion zeitweilig besetzen, wird aber vor Moskau, Stalingrad und im Kursker-Bogen vernichtend geschlagen und letztendlich auf eigenem Boden am 8. Mai 1945 zur bedingungslosen Kapitulation gezwungen.
Die deutsche Philatelie der Jahre 1933-45 ist ein Spiegelbild der hitlerschen Politik. Die Einführung des Wasserzeichens (Wz. 4) mit dem Nazisymbol war ein erster Schritt. Mit den Briefmarken zur Saarabstimmung(1934/35), den Ausgaben zum Jahrestag des Hitlerputsches und weiteren sind die Expansionsgedanken auch in der Bevölkerung vertieft worden.
So war es nur folgerichtig, dass die ideologische Vorbereitung und Durchführung des Krieges für die deutsche Bevölkerung mit Briefmarken von Wehrkampftagen, Heldengedenktagen und Tagen der Wehrmacht untermauert wurden. In den durch die deutsche Wehrmacht besetzten Gebieten waren teils deutsche, teils landeseigene Briefmarken mit entsprechendem Aufdruck in Gebrauch. So wurden in Lothringen, Luxemburg und Elsass deutschen Freimarken Mi-Nr. 513-528 mit dem Hindenburg - Medaillon und dem Aufdruck des Landesnamens sowie in Luxemburg auch noch eigene und die deutschen Winterhilfswerk-Marken Mi-Nr. 751-59 mit Aufdruck, ausgegeben.
In Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland und der Ukraine kamen die Freimarken Deutschlands Mi-Nr. 781-796 mit dem Aufdruck “Ostland“ bzw. “Ukraine“ sowie sowjetische Freimarken mit dem Aufdruck des Ausgabeortes oder des Landes zum Einsatz.


Sammler-Einschreiben aus dem Elsass ins Reich

Lettland Mi-Nr.4


Bedarfs-Ganzsache Ukraine P2
der Deutschen Dienstpost Ukraine

Deutsche Dienstpost Osten (Riga)

In den ersten Kriegswochen waren sogar “Beutekarten“ erlaubt, wie hier die polnische Ganzsachenkarte mit dem Vermerk WZÒR (Krieg) vom 5.10.39, die als Feldpostkarte (portofrei) verschickt wurde.












In Frankreich waren französische Freimarken mit einem Handstempel, der das besetzte Gebiet kennzeichnete, sowie die Marken des Vichy Regimes im Umlauf.



Vorder- und Rückseite eines am 27.12.1943 aus dem besetzten Paris abgeschickten Briefes,
der nach der Zensur erst am 8.1.1944 im Bestimmungsort anlangte.


Nach Kapitulation Deutschlands war der gesamte Postverkehr verboten und wurde erst Wochen bzw. Monate später mit dem Behördenpostverkehr wieder aufgenommen.

Hinweis: Die gezeigten NS-Symbole dienen ausschließlich der Dokumentation des
philatelistischen Sammelgebietes "2. WK" und keinesfalls einer Verherrlichung der NS-Zeit.


 
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