20 Jahre Landesverband der Philatelisten Brandenburgs e.V. - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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20 Jahre Landesverband der Philatelisten Brandenburgs e.V.

Heft 33

- nach einem Bericht von Dr. Klaus D. Schult

Auf einem außerordentlichen Bundeskongress des Kulturbundes der DDR am 23./24. März 1990 fassten die anwesenden Philatelisten mehrheitlich den Beschluss, zum Ende des Jahres 1990 aus dem Kulturbund auszutreten und sich neu zu organisieren. Damit war der Weg frei zur Gründung des Landesverbandes der Philatelisten Brandenburgs e.V., der in den nächsten Wochen und Monaten durch die Bezirks­vorstände in Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam konsequent beschritten wurde.
Am 22. September 1990 fand in Potsdam der Gründungsverbandstag statt. Vertreter von 21 Vereinen und Arbeitsgemeinschaften nahmen an dieser Veranstaltung teil. Zum Vorsitzenden des neuen Verbandes wurde Prof. Dr. Heinz Kretzschmar aus Potsdam gewählt, der diese Funktion bis zum Jahre 2003 erfolgreich ausübte. Als Ehrenvorsitzender nimmt er noch heute regen Anteil an der Arbeit des Verbandes.
Wenige Wochen nach seiner Gründung wurde der Landesverband zudem Mitglied des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. Damit waren wichtige organisatorische Voraussetzungen für eine erfolgreiche philatelistische Arbeit im Land Brandenburg geschaffen.
Seiner selbstgegebenen Satzung gemäß hat sich der Verband von Beginn an der Förderung des philatelistischen Lebens im Land Brandenburg verschrieben. Besondere Höhepunkte im Verbandsleben stellten die jährlich in verschiedenen Orten des Landes durchgeführten Festveranstaltungen zum "Tag der Briefmarke" dar. Den Auftakt machte 1991 die "Vereinigung Frankfurter Briefmarken­sammler 1900 e.V." Der Tag stand bundesweit im Zeichen der Hilfsdienste, in Brandenburg unter dem Thema “Blutspendedienst“. Die Festveranstaltung in Frankfurt wurde umrahmt von einer Präsentation des Blutspendewesens, einer Briefmarkenschau und einem Sonderpostamt .

In den Folgejahren waren es die Vereine in Jüterbog, Schwedt, Bestensee, Potsdam und Spremberg, die mit viel Ideenreichtum den “Tag der Briefmarke" zum besonderen Erlebnis für die Philatelisten des Landes und ihre Gäste gestalteten. Ein Anliegen war es stets, diese Aktivitäten in das kulturelle Leben der jeweiligen Orte einzubinden.









Aus den ersten Veranstaltungen hat sich inzwischen eine sehr gute Tradition entwickelt und weitere Ortsvereine kamen in den Folgejahren als Ausrichter hinzu. Es seien hier noch Bernau. Cottbus, Großräschen und Wildau genannt. Ein Novum in der Geschichte des "Tages der Briefmarke" stellte im Jahre 2007 die gemeinsam mit dem Verband Berliner Philatelistenvereine durchgeführte Feierstunde dar. Im Schloss Glienicke trafen Sammlerinnen und Sammler aus beiden Bundesländern zusammen und erlebten eine Veranstaltung, die lange in Erinnerung bleiben wird.
Die zu den “Tagen der Briefmarke“ organisierten Werbeschauen fanden stets großen Zuspruch und zeigten das ganze Spektrum unserer Hobbys. Überhaupt ist die Bereit­schaft vieler Philatelisten, die Ergebnisse ihrer Sammel- und Forschungstätigkeit einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, sehr groß. Das zeigt sich auch in der großen Zahl der von unseren Mitgliedern auf nationalen und internationalen Ausstellungen errungenen Medaillen und Ehrungen. Der Landesverband hat von Beginn an dem Ausstellungswesen große Aufmerksamkeit gezollt und die Vereine bei der Ausrichtung von Wettbewerbsausstellungen unterstützt.

Auf diesem Gebiet besondere Verdienste haben sich die Vereine in Schwedt, wo 1991 die erste Rang-3-Ausstellung in den neuen Bundesländern überhaupt stattfand, Frankfurt und Cottbus erworben. Zum Teil waren sie mehrfach Ausrichter von Rang-Ausstellungen.

Auch drei Rang-2-Ausstellungen, dabei eine für die Jugend gehören zur Geschichte unseres Landesverbandes: Vom 19. bis 20. Juni 1993 fand im RAW Potsdam die BRANDENBURGIA '93 statt. Ausrichtender Verein war der Philatelistenverein Babelsberg e.V., der in der noch jungen Geschichte des Landes­verbandes erste Maßstäbe für eine derartige Veranstaltung setzte. Die Ausstellung war zugleich der Beitrag der Philatelisten zum 1000-jährigen Jubiläum der Stadt Potsdam.




Am 18. und 19.10 1997 fand mit der “Junior-Schwedt´97“ in den Uckermärkischen Bühnen eine großartige Rang-2-Ausstellung der Jugend statt, an der sich junge Sammler aus allen Teilen Deutschlands, aus Österreich u. Schweden beteiligten.











Während eines besonderen „Tag des Naturschutzes“ konnte mit Kutschfahrten der Nationalpark Unteres Odertal erkundet werden.











Ein Jahr später, vom 8.-10. 9. 2000, wartete Frankfurt (Oder) im Messezentrum der Stadt mit einer BRAN­DENBURGIA 2000 auf. Neben der Ausstellung bot ein umfangreiches Rahmenprogramm vielfältige Unterhaltung. Dazu gehörten die Einbindung der polnischen und der UNO-Postverwaltungen sowie die Sonderpostbeförderung mit einer historischen Straßenbahn. Gegenwärtig bereitet die "Vereinigung Frankfurter Briefmarkensammler 1900 e. V." die BRANDENBURGIA 2010 vor, die sicher wieder ein besonderes Ereignis im Leben unseres Landesverbandes darstellen wird.








Die zahlreichen Aktivitäten der 90er Jahre trugen entscheidend dazu bei, dass sich zeitweise die Zahl unserer Mitgliedsvereine auf über 30 erhöhte. Diese Zahl auf Dauer zu festzuschreiben, erwies sich in der Folge allerdings als schwierig. Heute gehören dem Landesverband 25 Vereine mit rund 600 Mitgliedern an. Diesen Stand zu halten und möglichst auszubauen, ist das Anliegen aller Vereine. Mit einem abwechslungsreichen Programm, mit regelmäßigen Tausch- und Vereinsabenden, Vorträgen, Werbeschauen, Großtauschtagen oder Vereinsausflügen und -feiern, ist man vor Ort bemüht, den Rahmen für eine kulturvolle und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung zu schaffen. Bei den Veranstaltungsplanungen spielt stets der Gedanke der Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. Das Bemühen, sich in das kulturelle Leben der Heimatgemeinden einzubringen, ist allerorten spürbar. Sonderstempel und -belege von Sammlergemeinschaften zu besonderen Jubiläen initiiert oder selbst herausgegeben, stellen nicht nur für Philatelisten eine bleibende Erinnerung dar.

Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit mit ihrem Land Brandenburg setzten die Sammler im Jahre 1997 durch den Kauf von Briefmarken mit Spendenbetrag für die Opfer des Jahrhunderthochwassers, das auch große Teile des Oderlands in Mitleidenschaft gezogen hatte.










Zu den Schwerpunktthemen der Arbeit in den Vereinen und im Landesverband gehört seit jeher die philatelistische Weiterbildung. Mit den jährlich vom Landesverband angebotenen Seminaren in Wildau und in Berlin-Glienicke haben wir zwei Veranstaltungen etabliert, die sich anhaltender Beliebtheit erfreuen und stets gut besucht werden. Das Frühjahrseminar in Berlin-Glienicke führt dabei Philatelisten aus Berlin und Brandenburg zusammen, die Vorbereitungsarbeiten übernimmt im Wechsel jeweils einer der beiden Verbände. Postgeschichtliche Fragen, die Beschäftigung mit "klassischen" Sammelgebieten, mit Privatpost, mit Ansichtskarten, des Einsatzes moderner Computertechnik beim Sammeln - all diese Themen fanden regen Zuspruch und eröffneten neue Horizonte.

Als eine seiner wichtigen Aufgaben hat der Landesverband stets die Zusammenarbeit mit dem im März 1991 gegründeten Landesring Brandenburg der Deutschen Philatelisten­ Jugend e.V. gesehen. Viele Jugendgruppenleiter kommen aus unseren Seniorenvereinen, regelmäßig spenden Vereine Briefmarken und anderes philatelistische Material für die Jugendarbeit. Die Einrichtung einer Fachstelle "Jugend" im Vorstand des Landesverbandes, ist organisatorischer Ausdruck dieses Bemühens um gute Zusammenarbeit. Sie ist wichtiger Garant eines steten Informationsaustausches zwischen Jung und Alt.







Wenn der Landesverband der Philatelisten Brandenburgs e.V. in diesen Tagen auf zwanzig Jahre seines Bestehens zurückblickt, können wir mit einigem Stolz feststellen, ein aktiver und gut funktionierender Verband zu sein, der viel zur Popularität der Philatelie beigetragen hat und in alle Regionen Brandenburgs und darüber hinaus wirkt. Das ist wesentlich dem Vorstand des Landesverbandes unter der bewährten und umsichtigen Leitung seines Vorsitzenden Dr. Klaus-Dieter Schult zu danken.

Viel wurde in diesen zwei Jahrzehnten geleistet, und wir können ohne Übertreibung sagen, dass wir Spuren in der Geschichte unseres Landes hinterlassen haben, Spuren, die bleiben werden. Viele gute Traditionen haben sich herausgebildet, die uns positiv in die Zukunft blicken lassen.




 
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