Interessante Belege aus Schwedts Heimatgeschichte - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Interessante Belege aus Schwedts Heimatgeschichte

Heft 33

- von Wolfgang Ehrhardt

Aus der “guten alten Zeit“...


Diese unscheinbare aber gut erhaltene Postkarte, es ist die Ganzsache P5 II, mit einem Einkreisstempel vom 18.10.(18)79 10-11 Uhr V(ormittags) entwertet, macht beim Lesen der Anschrift doch etwas neugierig auf die Rückseite.










Der Premier-Leutnant von Platen bestellte mit dieser Karte für das adlige Offizierscorps „ein Fässchen, etwa 50 Flaschen enthaltend, von dem Püntericher (Mosel-Riesling), der in unserem Casino getrunken wird...“. 











Über das Internet war zu erfahren, dass es sich um Erich v. Platen handelte, der in Schwedt eine steile Karriere als Militär begann:
Balthasar Erich von Platen (10.9.1849-28.12.1927), Herr auf Reischvitz bei Bergen trat nach dem Besuche des Gymnasiums in Anklam 1867 in das 1.Brandenburgische Dragoner-Regiment Nr.2 in Schwedt ein, wurde 1868 Portepeefähnrich, 1869 Sekonde-Leutnant, 1875 Premier-Leutnant, 1883 Rittmeister und Eskadron-Chef, 1892 Major, 1895 Stabsoffizier im Dragoner-Regiment Freiherr von Derflinger, 1898 Kommandeur im 2. Brandenburgischen Dragoner-Regiments 12 in Gnesen, 1899 Oberstleutnant, 1901 Oberst und 1903 Kommandeur der 16. Kavallerie-Brigade in Saarbrücken. 1907 wurde er als Generalleutnant “Exzellenz“ verabschiedet..

... und aus der schweren Nachkriegszeit:

Willy Rehsack, der Empfänger dieser Karte war Philatelist und den älteren unserer Sammler noch gut bekannt, und hat sie wohl nur deshalb aufgehoben, weil sie ein Gebühr-bezahlt-Beleg der ersten Periode nach der Wiederzulassung von Privatpost ist.











Der Text spricht für sich und spiegelt die Sorgen und Nöte der nun großenteils heimatlos gewordenen Bevölkerung des alten Schwedt wider.
Denn nicht nur das Schwedt in den letzten Kriegstagen fast völlig zerstört wurde, war die Bevölkerung ab März 45 evakuiert worden – und wer keine Angehörigen in unzerstörten Orten hatte, war ganz übel dran. Willy Rehsack war jedenfalls war Verwanden in Weißenfels untergekommen und hatte Kontakte zu befreundeten Familien – er war auch einer der Wenigen, der später wieder zurückkehrte und den Aufbau des neuen Schwedt miterlebte.

Besonders erschütternd ist, das der Absender nun vor dem Nichts steht und keine Heimat mehr hat, sich aber gleichzeitig Gedanken macht was nun mit den Trümmern geschehen soll. Dann wird noch „ein Herr Ziegelsdorf“ erwähnt. Er war Kommunist und wurde von den Russen als Bürgermeister eingesetzt


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü