Ein Stück aus meiner Sammlung: Von Konstantinopel nach Chemnitz in 5 Tagen - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Ein Stück aus meiner Sammlung: Von Konstantinopel nach Chemnitz in 5 Tagen

Heft 33

- von Konrad Fischer, Schwedt

Ausgehend von deutschen Handelsinteressen mit der Türkei regte Bismarck 1868 an, in Konstantinopel ein Norddeutsches Postamt zu errichten. Das türkische Postwesen war für die Beförderung von Privat- und Geschäftpost weitgehend unzuverlässig, so dass eine eigene Postanstalt dringend erforderlich wurde.
Am 1. März 1870 wurde ein Postamt im Konsulatsgebäude des Norddeutschen Bundes in Konstantinopel eröffnet. Postverbindungen bestanden damals durch österreichische Postdampfer nach Triest und Warna, von wo die Post auf dem Landweg über Wien nach
Deutschland befördert wurde.

Früher Vorläufer-Brief aus Konstantinopel nach Chemnitz, der mit 3 Groschen (NDP-Marken Mi.-Nr. 16 und 17) der norddeutschen Währung frankiert (für einen Brief unter 1 Lot) und vom Norddeutschen Postamt mit dem Einkreis-stempel CONSTANTINOPEL N.P.A. am 11.7.71 2-3 N(achmittag) entwertet wurde. Im Rubrum ist der Leitweg via Varna (über Warna) angegeben und der rückseitige Ankunftsstempel zeigt den 16.7.1871, was eine Laufzeit von 5 Tagen entspricht.


Alle mit Marken des Norddeutschen Bundes und den ersten Ausgaben des Deutschen Reiches frankierten Briefe und Karten und mit nur in der Türkei verwendeten Post-stempeln sind sogenannte Vorläufer und von Spezialisten sehr gesucht. Bis dann am 25. Januar 1884 eigener Briefmarken des Deutschen Reiches mit dem Aufdruck der türkischen Währung ausgegeben wurden.

Literatur:

  • Friedemann/Wittmann, Die Postwertzeichen und Entwertungen der Deutschen Postanstalten in den Schutzgebieten und im Ausland, Band 1 1988


 
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