Deutsche Besetzungsausgaben im I. Weltkrieg 1914-1918 in Belgien und Nordfrankreich - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Deutsche Besetzungsausgaben im I. Weltkrieg 1914-1918 in Belgien und Nordfrankreich

Heft 33

- von Konrad Fischer

Vor 95 Jahren tobte der I. Weltkrieg (am 1. August erfolgte die Kriegserklärung Deutsch-lands an Russland und am 3.August 1914 an Frankreich). Gemäß dem Schlieffenplan wollte man im Westen mit Frankreich schnell fertig werden, um dann die Masse des Deutschen Heeres gegen die Russen im Osten zu werfen. Das neutrale Belgien wurde ohne Kriegserklärung erobert und besetzt. Diese Ereignisse spiegeln sich philatelistisch in den Besetzungsausgaben des Deutschen Reiches wider.
Die Besetzungsausgaben waren keine Marken der Kaiserlichen Deutschen Reichspost, sondern durch den Aufdruck solche der neu errichteten Landespost in den besetzten Gebieten geworden; sie sollten nur von der Zivilbevölkerung benutzt werden. Für die deutschen Truppen war die Feldpost zuständig.
Für die Landespost in Belgien gab es 2 Ausgaben, und zwar ab 1. Oktober 1914 und ab 1. Mai 1916 jeweils mit der Landesbezeichnung Belgien und der Landeswährung (Franc und Centimes). Für Nordfrankreich wurde als Aufdruck auf der Germania-Ausgabe von 1905 nur die Landeswährung benutzt (Franc und Centimes). Zunächst war die Gültigkeit der Marken auf den inneren Verkehr des Besetzungsgebietes begrenzt, wurde aber nach und nach auf Deutschland, die verbündeten Länder und das neutrale Ausland erweitert.

Bedarfs-Einschreibebrief vom 2.IV.1915 aus dem besetzten Belgien nach Osterreich mit einem Zensurstempel der Auslandsüberwachungsstelle Aachen. Die 75 Centimes Gebühr setzt sich zusammen aus 50 Centimes für einen Brief bis 60g und dem Einschreibezuschlag von 25 Centimes.











Einschreibe-Brief aus Belgien nach Deutschland vom 17.IX.1918 mit ovalem Zensurstempel der militärischen Überwachungsstelle Lüttich. Gebühr: 50 Cent. davon 25 Cent. Für das Einschreiben

Das Etappengebiet West wurde eingerichtet nachdem im Spätherbst 1914 die gesamte Westfront von der Kanalküste bis zur Schweizer Grenze im Stellungskrieg festgefahren war. Es gelang keiner der kämpfenden Parteien bis 1918 einen Durchbruch durch die gegnerischen Linien zu erzwingen. Das Etappengebiet West umfasste die Bereiche zwischen dem Generalgouvernement Belgien und der Westfront.
Ab 1. Dezember 1916 verausgabte die Deutsche Reichspost eigens für die Zivilbevölkerung Marken im Germaniamuster mit dem Aufdruck der französischen Währung. 

Der Brief bis 20g von Gent nach Brüssel im Etappengebiet West kostete 25 Cent.
Die Entwertung am 9.5.1918 erfolgte in der Postüberwachungsstelle Gent. 










Für Postsendungen der Zivilbevölkerung an ihre zwangsverpflichteten meist männlichen Familienangehörigen gaben die deutschen Besatzungstruppen im Etappengebiet West (Nordfrankreich) besondere “Zivilarbeiterpostkarten“ aus. Dabei handelte es sich um Ganzsachenkarten im Germaniamuster.

Zivilarbeiterpostkarte (Mi.-Nr. P 6 II) aus Gent, entwertet mit einem 4-zeiligen Rahmenstempel vom 18.6.(19)17 der Postprüfungsstelle Etappeninspektion Gent mit nebengesetztem zusätzlichen Zensurstempel











Die Besetzungsausgaben des I. Weltkrieges eignen sich aufgrund lhrer begrenzten Themen mit nur wenig Markenausgaben ausgezeichnet für die Gestaltung von Ein-Rahmenexponaten.

Literatur:

  •    Deutsche Geschichte in 12 Bänden, Band 10, Bertelsmann-Verlag Gütersloh 1993

  •    Lexikon der Philatelie, Phil*Creativ GmbH, Verlag & Agentur

  •    Michel-Deutschland-Spezial Katalog 2009

  •    Michel-Ganzsachen-Katalog 2007


 
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