Leben auf Bezugsschein im zweiten Weltkrieg 1939 – 1945 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Leben auf Bezugsschein im zweiten Weltkrieg 1939 – 1945

Heft 33

- von unserem Vereinsmitglied Ernst Brunke aus Leverkusen

Vor über 70 Jahren, am 1. September 1939, begann der zweite Weltkrieg und damit wieder die Bewirtschaftung der Lebensmittel und Gebrauchsgüter. Aus den Problemen des ersten Weltkrieges hatte man die Lehre gezogen und die Versorgung der Bevölkerung vom ersten Tag organisiert. Die Rationierung von Lebensmitteln und Gebrauchs-gütern begann im gesamten Reichsgebiet am Montag dem 28. August 1939. Um diesen Termin sicher zu stellen, wurde am Sonntag dem 27. August eine Blitzaktion der Partei durchgeführt! Für den ersten Verteilerzeitraum (VZ) vom 28. August bis 24. September wurde eine Ausweiskarte für alle Lebensmittel an die einzelnen Haushalte verteilt.


Diese Ausweiskarte wurde bereits 1937 von der Reichsdruckerei Berlin hergestellt und lagerte bis zum 27.8.1939 unter größter Geheimhaltung in den Tresoren der Kommunalverwaltungen. Die Bezugsmengen der Lebensmittel auf der Ausweiskarte wurden von den Ernährungsämtern am 28. August 1939 der Presse mitgeteilt. Im 1. Verteilerzeitraum von 4 Wochen gab es folgende Lebensmittel:
2.400g Fleisch, 1.400g Fett, 1.000g Zucker, 600g Nährmittel, 325g Kaffee-Ersatz, 400g Marmelade und 400g Käse. Nicht genannte Lebensmittel waren noch kurze Zeit frei verkäuflich.
Ab dem 2. VZ (25. Sept. – 23. Okt. 1939) wurde die Ausweiskarte durch einzelne Reichskarten ersetzt: Reichsfleisch-, Reichsfett-, Reichsbrotkarte, Reichkarte für Zucker und Marmelade und die Nährmittelkarte.
Später folgten die Reichseier-, Reichsmilch- und Reichsseifenkarte sowie eine Reichskarte für Urlauber.


Die einzelnen Karten waren für Erwachsene (Männer und Frauen), Jugendliche, Kinder, Kleinkinder und Kleinstkinder vorgesehen. Ferner gab es Karten für Selbstversorger, Schwerarbeiter, Schichtarbeiter, werdende Mütter, Kranke sowie Raucherkarten und Sonderkarten für Familienfeiern.
Die einzelnen Bezugsmengen wurden weiterhin durch die Tagespresse mitgeteilt. Sie konnten nur in eingetragenen Geschäften bezogen werden. Ausnahmen waren nur bei Reise- und Gaststättenmarken möglich. Die Marken waren nur im entsprechenden Ver-teilerzeitraum gültig. Die Marken wurden vom Händler abgetrennt, lose Marken waren ungültig. Die Ausgabe neuer Karten (für den nächsten VZ) waren nur gegen Vorlage des alten Stammabschnittes möglich.
Ferner gab es Reichskleiderkarten (5 Ausgaben) mit einer Gültigkeit zwischen 10 und 15 Monaten. Ausgegeben für Männer, Frauen, Burschen, Maiden, Knaben, Mädchen, Kleinkinder und Säuglinge. Zusatzkarten gab es für Jugendliche, werdende Mütter und für Trauerkleidung.
Die Lebensmittel- und Kleiderkarten waren Bezugsscheine; eine Bezahlung war natürlich auch erforderlich!
Für Haushaltswaren konnten Bezugsscheine angefordert (beantragt) werden.
Auch Karten für Brennmaterial und Kartoffeln waren erforderlich, der Bezug war nur über einen zugeordneten Händler möglich.

Für Informationen und Belege danke ich den Herren Betzner aus Düren und Dr. Hübner aus Jena Abb. Der ersten Ausweiskarte und verschiedenen Karten aus 1939-1945.
Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung. Wer mehr dazu wissen möchte kann sich gern an den Autor wenden.


 
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