65 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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65 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus

Heft 34

- von Eckhard Baumunk

Der 8. Mai 1945 ist als Tag der Befreiung in die Geschichte eingegangen. Es war der Tag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges.
In dem bis 1990 geteilten Deutschland wurde dieser Tag unterschiedlich interpretiert und begangen.
In der DDR war er der "Tag der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus" und in der BRD galt er als "Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus". In den verschiedensten, von Hitlerdeutschland okkupierten, Ländern - als "Tag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht" und damit das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa.
In der DDR war er von 1950 bis 1966 und in den Jahren 1975 und 1985 gesetzlicher Feiertag, wo besonders die Rolle und die Bedeutung der Roten Armee hervorgehoben wurde. Der Beitrag der westlichen Alliierten fand dabei kaum Beachtung. 1967 wurde, im Zusammenhang mit der Einführung der Fünftagewoche der 8. Mai wieder ein Werktag. Es fanden aber jedes Jahr, bis zum Ende der DDR, offizielle Feierstunden / Veranstaltungen statt.
In der Bundesrepublik war und ist der 8. Mai kein gesetzlicher Feiertag. Würdigende Veranstaltungen fanden und finden bis heute zu "runden" Jahrestagen statt. Im Jahr 2005 wurde zum 60. Jahrestag ein "Tag der Demokratie" begangen.
Seit 1985 wird in der BRD verstärkt über Sinn und Inhalt des 8. Mai 1945 gesprochen. Dabei geht es um die Priorität was im Vordergrund steht:

  •    die totale militärische Niederlage Deutschlands oder

  •    die Befreiung vom Nationalsozialismus.



Seit 2002 ist der 8. Mai nur im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feier- und Gedenktag. Er nennt sich "Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und Beendigung des 2. Weltkrieges".

Die unterschiedliche Herangehensweise zur Würdigung des 8. Mai, in den beiden deutschen Staaten bis 1990, spiegelt sich auch philatelistisch wider. So wurde in der DDR erstmals 1955 der Internationale Tag der Befreiung vom Faschismus mit dem Block 11 und der 10. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus mit der Mi.-Nr. 463 gewürdigt.

Zum 15. Jahrestag wurde die Mi.-Nr.764 und zum 20. Jahrestag die Serie Nr. 1102 - 1110 herausgegeben. Weitere Ausgaben folgten in den Jahren 1970, 1975 und 1985 zu den jeweiligen Jahrestagen der Befreiung.


In der BRD wurde 1953 mit der Mi.-Nr. 165 an die deutschen Kriegsgefangenen gedacht und mit den Nr. 215, 479 und 1265 die Heimatvertriebenen und deren Eingliederung in die Bundesrepublik philatelistisch unterstützt.


Einen direkten Bezug auf den Tag der Befreiung oder eine Würdigung der Alliierten und der Roten Armee, in Verbindung mit der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, findet man nicht.

Der 8. Mai 1945 war, ist und bleibt der Tag der Befreiung.
Er hat ganz Deutschland befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Er ist deshalb heute ein Tag der Erinnerung und des Gedenkens. Gedenken sollten wir den vielen Millionen Toten und Verwundeten des Zweiten Weltkrieges und den Opfern der hitlerschen Gewaltherrschaft. Gedenken wir aber auch den Befreiern, die die Hitlerdiktatur in die totale Kapitulation zwangen und uns heute ein Leben in Frieden und Freiheit ermöglichen.
Willy Brandt äußerte sich einst in einem Vorwort zu einem Buch: "Ob wir es wollen oder nicht, die Vergangenheit lässt uns nicht los. Sie lehrt uns nicht immer, was heute und morgen richtig oder falsch ist. Aber wie wollen wir den Anforderungen unserer Zeit gerecht werden, ohne Lehren aus der Vergangenheit gezogen zu haben."
Vergessen auch wir nicht, wie Hitler einst zur treibenden Kraft in Deutschland wurde, wie er den Massenwahn nutzte und unser Volk in ein nicht enden wollendes Unheil, wie es der Zweite Weltkrieg war, stürzte. Der deutsche Angriffskrieg zerstörte Familien, Landschaften und Städte, mordete ganze Völker und brachte 60 Millionen Menschen einen sinnlosen und brutalen Tod. Heute wird uns auf der ganzen Welt wieder viel Vertrauen entgegengebracht. Dies dürfen wir ein weiteres mal nicht verlieren. Die Mittel des Einzelnen sind dafür bescheiden, aber zur Freundschaft zwischen den Völkern können Viele beitragen.


 
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