Andere Sammelgebiete: Numismatik - die Münzkunde - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Andere Sammelgebiete: Numismatik - die Münzkunde

Heft 34

- von Wolfgang Ehrhardt

Das Sammeln von Münzen gehört zu den ältesten Freizeitbeschäftigungen des Menschen, mit dem sich eindrucksvoll die Geschichte längst vergangener Zeiten erklären lässt. Schon vor 2000 Jahren berichtete der römische Geschichtsschreiber Sueton, dass Kaiser Augustus “alte königliche und ausländische” Münzen gesammelt habe.
Betrieben bisher je nach Geldbeutel mehr oder weniger Begüterte dieses anspruchs-volle Hobby, so löste im Jahre 2000 die Einführung des Euro einen regelrechten Boom auf diese neuen Münzen aus. Immerhin lassen sich mit dem Euro zeitlich und geografisch abgeschlossene Gebiete zusammentragen, was dem Streben Vieler nach Komplettheit entgegenkommt.
Diesen neu geweckten Sammlertrend machten sich ganz schnall die Münzhändler und diverse Prägestätten zunutze. Es ist schon erstaunlich, welche Vielzahl neuer Produkte, dabei sogar Neuprägungen längst außer Kurs gesetzter Münzen, heute angeboten werden.
Und ähnlich wie die Deutsche Post ihre Marken mit dem Vorgaukeln zu erwartender Wertzuwächse anpreist, werden die meisten Münzen – und ganz besonders die zahl-reichen als Münzen angebotenen Medaillen, weit über ihren Metallwert verkauft. Die deutschen 10-Euro-Silber-Gedenkmünzen bestehen bisher aus 925er Sterlingsilber und haben bei einem Gewicht von 18 Gramm (= 16,65 g Feinsilber) einen Metallwert von etwa 8,30 Euro. Ab 2011 werden sie nur noch 16 Gramm wiegen und aus einer Legierung von 625 Teilen Silber und 375 Teilen Kupfer bestehen. Die dafür verlangten Händlerpreise sind genauso “realistisch“ wie die der Briefmarken.

Letztlich durch Händlerangebote und den Währungsverfall angeregt, finden auch wieder mehr Sammler Gefallen an Münzen früherer Zeiten. So preist gegenwärtig eine Münz-zeitschrift das Geld des Deutschen Kaiserreiches unter folgendem Slogan an: „Es sind historische Dokumente einer großen Epoche, die obendrein auch noch wertvolles Edelmetall zu erschwinglichen Preisen bieten!“
Gerade bei älteren Münzen ist aber die Erhaltung von großer Bedeutung für die Wertigkeit. Entsprechend haben sich in Katalogen international gültige Qualitäts-merkmale eingebürgert:

  • PP (Proof), auch Spiegelglanz genannt, in aufwendigster Prägetechnik hergestellte Münzen, die nicht die kleinste Beschädigung aufweisen dürfen (Gilt für alle modernen Münzen)

  • ST (uncirculated), Stempelglanz genannte Münzen waren noch nicht im Umlauf, sind also völlig makellos, ohne jeden Kratzer

  • VZ (extremly fine), sind vorzüglich erhaltene Münzen, die nur kurz im Umlauf waren und nur ganz kleine Kratzer haben

  • SS (very fine), gilt für sehr schöne, gut erhaltene Umlaufmünzen, bei denen noch alle Details das Bildes gut erkennbar sind

  • S (fine), gilt für Münzen mit deutlichen Gebrauchsspuren, wobei jedoch die Schrift noch deutlich lesbar sein muss


Bis auf ganz wenige seltene und antike Exemplare gilt “Schön“ als Grenze der Sammelwürdigkeit.
Neue Münzen sollten nur in bester Qualität, also je nach Herstellung in Spiegel- oder Stempelglanz gesammelt werden.

Einige alte preußischer Münzen sollen die Schönheit dieses Hobbys zeigen: 

1 Pfennig von 1868 in Bronze (360 auf einen Taler)

3 Pfennige von in 1868 Bronze (120 auf einen Taler)

1 Silbergroschen von 1868 (30 auf einen Taler)
König Wilhelm (später Kaiser Wilhelm I.)

1 Taler von 1819 in Silber König Friedrich Wilhelm III.


 
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