Olympische Spiele 1936 in Deutschland - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Olympische Spiele 1936 in Deutschland

Heft 35

- von W. Ehrhardt und K. Fischer

Vor 75 Jahren fanden in Deutschland die Olympischen Spiele statt,

  •    die IV. Olympischen Winterspiele vom 6.-16. Februar1936 in Garmisch-Partenkirchen und

  •    die XI. Olympischen Sommerspiele vom 1.-16. August 1936 in Berlin.


Interessant ist, dass die Olympischen Spiele bereits im Jahr 1916 in Berlin stattfinden sollten, und das Stadion dafür schon 1913 im Grunewald gebaut worden war. Jedoch verhinderte der I. Weltkrieg dieses Vorhaben.
Nachdem sich Deutschland von der Nachkriegszeit und der Inflation erholt hatte, wurde auf dem I.O.C.-Kongreß in Barcelona 1931 beschlossen, die Spiele 1936 erneut an Deutschland zu vergeben.
Aus Anlass dieses Jubiläums sollen hier einige interessante philatelistische Belege vorgestellt werden, die die Veranstaltungen begleiteten – immerhin gab die Deutsche Reichspost eine ganze Reihe Sondermarken, Blocks, Ganzsachen-Karten und 2 Markenheftchen und Zusammendrucke aus den Heftchenblättern heraus - alle mit einem Zuschlag zugunsten der Olympischen Spiele.
Dazu warben Schmuckblatt-Telegramme, eine Vielzahl Sonder- und Maschinenstempel sowie Sonderbeförderungen für die Spiele.
Für die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen erschienen 3 Werte zu 6+4, 12+6 und 25+15 Rpf. mit Wintersportarten und 2 Ganzsachen zu 6+4 und 15+10 Rpf. mit einer Abbildung der winterlichen Alpspitze als Zudruck.



Ein Maschinenwerbestempel auf der 15+10 Rpf.-Auslands-Ganzsache und ein um 1 Rpf. überfrankiertes Einschreiben vom Schlusstag der Spiele In Garmisch-Partenkirchen mit den 3 Werten zu 6, 12 und 25 Rpf. (Mi.-Nr. 600-02) und dem Sonderstempel. 








Für die Sommerspiele in Berlin erschienen zwei Ganzsachen-Karten mit dem Zudruck einer Teilansicht des Olympiastadions und dem Wertstempel “Olympia-Glocke mit den fünf olympischen Ringen“ zu 6+4 und 15+10 Rpf. sowie 8 Sondermarken zu 3+2, 4+3, 6+4, 8+4, 12+6, 15+10, 25+15 und 40+35 Rpf.






BERLIN OLYMPIA-STADION

Allein in Berlin gab es 16 Sonder- und 5 Presse-Postämter mit 18 verschiedenen Sonderstempeln

15 Stempel haben das gleiche Aussehen mit der Glocke und den 5 olympischen Ringen und weisen jeweils nur die betreffende Inschrift des Einsatzortes auf. Dabei gab es bei den meisten Ereignissen mehrere Stempel, die an den verschiedenen Unterscheidungs-Buchstaben zu erkennen sind; allein den “STADION“-Stempel gibt es mit 37 Unterscheidungs-Buchstaben.

Einige Sonderpostämter hatten auch besondere Einschreib-Zettel zur Verfügung.

Während der Tage der Olympischen Spiele in Berlin gab es vom 1.-16. August 1936 auch eine große Olympia-Postwertzeichen-Ausstellung, die allerdings in Dresden stattfand.


Zu den Olympischen Segelwettkämpfen, die in Kiel ausgetragen wurden, erschienen zwei gesonderte Ganzsachen-Karten, ebenfalls zu 6+4 und 15+10 Rpf. und dem gleichen Wertzeichen und mit dem Zudruck einer Segeljolle vor dem Marinedenkmal Laboe.


Auch in Kiel waren mehrere Sonder-Postämter eingerichtet worden, die beide eingesetzten Sonderstempel führten, die im Motiv dem Zudruck der Ganzsachen mit Segelboot und Marinedenkmal ähnelten.


Auch nutzte das Reichspropaganda-Ministerium das weltgrößte und überall bewunderte Luftschiff LZ 129 “Hindenburg“ als Olympia-Botschafter, das 1936 bei allen Fahrten mit den olympischen Ringen geschmückt war und als Höhepunkt zur Eröffnungsfeier der Spiele das Olympia-Stadion in Berlin überflog.




Diese “Olympiafahrt“ startete am 1. August 7.13 Uhr auf dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen und überflog “bei tosendem Beifall“ um 14.05 Uhr und nochmals 15.07 Uhr das Reichssportfeld. Dazwischen wurde aus 220m Höhe über dem Tempelhofer Flug-feld Post abgeworfen. Ohne Zwischenstop landete der Zeppelin nach 1622 km Fahrt um 21.13 Uhr wieder in Frankfurt.

Alle beförderten Belege – es waren 61.369 Briefe und 57.710 Postkarten – erhielten den roten Flugbestätigungsstempel “LUFTSCHIFF HINDENBURG OLYMPIAFAHRT 1936“.


Die GS-Karte wurde mit dem Zusammendruck aus einem Markenheftchen auffrankiert.


Der Brief wurde mit den grafisch sehr schön gestalteten Olympia-Marken freigemacht.


Die Beförderungsgebühr betrug für Karten 0,50 RM und für Briefe 1,00 RM. Unterschiedlichen Uhrzeitangaben der Stempel deuten auf eine Bearbeitung der Postsendungen während der Fahrt hin.

Nach 7 Südamerikafahrten nahm LZ 129 mit der 1. Nordamerikafahrt am 6. Mai 1936 den regelmäßigen Liniendienst in die USA auf, dem bis Jahresende 1936 neun weitere folgten.

Start war am Morgen des 6. Mai 1936 in Frankfurt; Ankunft am 9.5. 6.10 Uhr in Lakehurst.

rs. Ankunfts-Stempel

 

Das Stempeldatum vom 8.5.36 belegt wieder die Bearbeitung während der Fahrt.


Beleg von der Fahrt des LZ 127 “Graf Zeppelin“ zur Leipziger Messe am 30. August 1936
mit schöner Olympiamarken-Frankatur (Block 5), dem Bord- und Bestätigungs-Stempel.


Graf Zeppelin war vorwiegend im Südamerikadienst eingesetzt und führte keine besonderen Olympia-Fahrten durch. Dennoch waren derartige Belege eine gute Reklame für die Olympischen Spiele.

Literatur:

  •    Archiv für Deutsche Postgeschichte, Heft 1/86

  •    “Das Jahrhundert der Zeppeline“ von Meighörner, Vegedes, Dr. Wrage


 
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