Der May ist gekommen ... - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der May ist gekommen ...

Heft 36

- von Karl Heinz Ihmann

Als “Extrem selten, Schlegel geprüft” und “Fälschung zum Schaden der Post” fand ich in einem Auktionskatalog diesen “May”-Brief:


Er ist mit einer farbigen Abbildung der 24-Pfennig-Marke der 1. Kontrollratsausgabe frankiert und wurde scheinbar anstandslos befördert; gestempelt “Kulmbach 24.11.47 - 11 f”
Es handelt sich hierbei um eine private Mache zum Schaden der Sammler!
Derartige Briefe bot Herr May aus Coburg schon in den 80er Jahren an, auch unserem Rundsendedienst für Briefe und Ganzsachen (RfBGS) und wollte damals 30 bis 40 DM dafür haben. Von uns wurden diese Machwerke aussortiert und nicht in Umlauf gebracht. Jetzt wurde der abgebildete Brief für 270,-- Euro ausgerufen!
Was steckt dahinter? Natürlich ein Bombengeschäft mit gutgläubigen Sammlern! Was damals nicht klappte – zumindest bei uns – scheint heute gut zu “laufen”!
Zur Information:
Farbige Abbildungen der “Ziffenwerte” waren 1946 in zahllosen Prospekten und Zeitschriften zu finden (siehe Artikel von Barth, Sander u. Wyszomirski in philatelie 6/2008). Diese ausgeschnitten, flugs auf ein an sich selbst adressiertes Kuvert geklebt und ab zur Post – die schon damals, wie auch heute noch, fast alles beförderte.
Man sollte jedoch immer hinterfragen, WOZU die jeweilige Handlungsweise dient.
Es kann um die Portoersparnis = zum Schaden der Post, um philatelistische Spielereien = ebenfalls zum Schaden der Post aber zur Freude der “Filoutelisten” gehen und um die Herstellung dubioser Belege aus Gewinnsucht zum Weiterverkauf an Gutgläubige = natürlich, wenn sie befördert wurden auch zum Schaden der Post –
Aber immer zum Schaden der Sammler!
Die May-Briefe sind immer an Herrn May in Coburg adressiert. Die Handschrift ist leicht zu erkennen. Wer sie heute vertreibt entzieht sich meiner Kenntnis; Erstaunen löst aber die Schlegel-Prüfung aus – falls sie echt ist. Es soll ja auch gefälschte Schlegel-Prüfzeichen geben! Das Los wurde übrigens lobenswerterweise nach einer Rücksprache mit dem Auktionator zurückgezogen!


“Spielereien”, wie die eines Hitler-Fans aus Bremen mit seinen bunten Mischungen, als Frankaturen verwendete Beitrags- u. Spendenmarken der DDR oder der nicht postgültigen Jahresgaben des BDPh, kann sammeln, wer will. Dafür braucht kein Prüfer bemüht zu werden.


(siehe auch Heft 31, Seite 25 “ Verwendung von Spendenmarken als Briefporto”)
Wohl aber sollte jeder ernsthafte Sammler fälschungsgefährdetes Material prüfen lassen und auf die Hinweise in den Katalogen achten. Denn, wie der folgende Brief zeigt, gibt es immer wieder auch Fälschungen moderner Marken zum Schaden der Post.

Die Ganzfälschung der Bund-Mi-Nr. 2063 ist im Michel-Deutschland-spezial vermerkt.


 
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