175 Jahre Deutsche Eisenbahnen 1835 –2010 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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175 Jahre Deutsche Eisenbahnen 1835 –2010

Heft 36

- von Konrad Fischer

Dieser Beitrag will sich nicht mit technischen Details des Eisenbahnwesens in Deutschland befassen, sondern zeigen, wie sich die Eisenbahn in der Philatelie widerspiegelt. Aber einige wirtschaftspolitische Fakten sollen genannt werden: Die Eisenbahn in Deutschland ist auf das engste mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise verbunden. Sie fand erst dann rasche Verbreitung, als die Produktivkräfte so weit entwickelt waren, daß die technischen Voraussetzungengeschaffen werden konnten, sowie der Umfang der kapitalistischen Warenproduktion und des davon abhängigen Güteraustausches ein hocheffektives Transportmittel notwendig machte. Nachdem in England 1825 die erste Eisenbahnlinie von Stockton nach Darlington eröffnet wurde, folgten in kurzen Zeitabständen die Inbetriebnahme weiterer Eisenbahnstrecken in allen wirtschaftlich starken kapitalistischen Ländern. In Deutschland wurde die erste Eisenbahnlinie 1835 von Nürnberg nach Fürth eröffnet.
Die Wiederkehr runder Jahreszahlen von Streckeneröffnungen, Bahnhofsbauten und Streckenelektrizifierungen sind Anlaß für die Herausgabe von Sonderpostwertzeichen, Sonderstempeln, Schmuckzudrucken auf Briefen und Karten. Die ersten Sondermarken mit Eisenbahnmotiven gab die Deutsche Reichspost anlässlich 100 Jahre Deutsche Eisenbahn 1935 aus. 

“Der Adler”

Schnellzug-Lok 03

“Fliegender Hamburger”

Stromlinien-Lok 05001

Zum 125-jährigen Jubiläum verausgabte die Bundespost genau wie die Deutsche Post der DDR Sonderpostwertzeichen. Während aber die Bundespost wieder den “Adler”, die erste deutsche Lokomotive als Motiv wählte, stellte die DDR-Post den neuen Fährhafen in Saßnitz – einzigartig auch mit einer geschnittenen Marke, und Schienenfahrzeuge aus eigener Produktion vor.

Nach 1850 beschleunigte sich in Deutschland der Streckenausbau enorm und vollzog sich grenzüberschreitend. Als ein Beispiel soll der bekannte Orient-Express angeführt werden, der Paris mit Konstantinopel (Istanbul) verband. Ab 1883 führte die Strecke zunächst bis zur rumänischen Stadt Giurgiu, wo die Reisenden per Fähre die Donau überqueren mussten, bevor sie mit dem Zug nach Warna weiterreisen und von dort aus das Schiff nehmen konnten. Ab 1888 verkehrte der Orient-Express durchgehend über Budaprst, Belgrad und Sofia bis nach Konstantinopel. Die Reisezeit der 3.186 km langen Srecke betrug rund 70 Stunden. Nach dem 2. WK wurde die Strecke nicht mehr durchgängig befahren. Rumänien und Österreich erinnerten 1983 und 2010 mit Blockausgaben an diese "legendäre" Bahnverbindung.


Zur Erhöhung der Leistungfähigkeit der Lokomotiven setzte man in Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Entwicklung von Elektro-Lokomotiven. So ging schon vor 100 Jahren 1911 die erste elektrifizierte deutsche Fernbahn von Dessau nach Bitterfeld in Betrieb. Der Ausbau elektrifizierter Streckennetze erfolgte in allen Indutrieländern massiv nach dem II. Wk. Bei der DB wurden die letzten Dampfloks 1977 und bei der DR 1988 ausgemustert. Dieser Strukturwandel bei der Eisenbahn läßt sich auf vielfältige Weise philatelistisch dokumentieren.


Für interessierte Vereinsmitglieder kann als Hinweis die Motivgruppe Eisenbahnwesen e.V. im BDPh und Bahnpost empfohlen werden.
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Literatur: 
- Lexikon der Philatelie, Phil*Creativ Verlag und Agentur, Schwalmtal
- Meyers Neues Lexikon, Band 4, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 


 
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