Ein Brief an Adolph Brüning, den Erfinder des Aldehydgrüns und Mitbegründer des Höchster Chemieunternehmens - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Ein Brief an Adolph Brüning, den Erfinder des Aldehydgrüns und Mitbegründer des Höchster Chemieunternehmens

Heft 37

- von Hans-Werner Meiners, Angermünde

Bei der Durchsicht einiger Preußen-Briefe aus der Nummernstempel-Zeit in das hessische Thurn- und Taxis-Gebiet fand ich den abgebildeten Brief aus dem preußischen Elberfeld in das zum Postgebiet von Thurn und Taxis gehörende Wiesbaden vom 26. Februar 1856, frankiert mit 2 Silbergroschen für einen einfachen Brief bis zu einer Enfernung von 20 Meilen.


An sich stellt dieser Brief nichts Besonderes dar. Aber als Chemiker interessierte mich der unter der Anschrift "Chemi. Laboratorium Wiesbaden" adressierte Adolph Brüning. Nach kurzer Suche bei Wikipedia wurde ich fündig:
Johann Adolf Brüning wurde am 16. Januar 1837 in Ronsdorf im preußischen Regierungs-bezirk Düsseldorf geboren. Er besuchte das Gymnasiumin Elberfeld und studierte nach dem Abitur von 1854 bis 1856 Chemie bei Carl Fresenius in dessen Laboratorium in Wiesbaden. Aus genau dieser Zeit stammt der erwähnte Brief. Nach weiteren Studienaufenthalten in Christiania (Oslo) bei Strecker und in Heidelberg bei Bunsen promovierte er 1859. In der Zwischenzeit diente er als Einjährig-Freiwilliger bei einem Artillerie-Regiment in Berlin.
Nach seiner Promotion trat er in das Berliner Färberei-Unternehmen von Wilhelm Spindler ein. 1863 gründete er gemeinsam mit seinem Studienfreund Eugen Lucius sowie den Chemikern Carl Friederich Meister und Ludwig Müller eine Anilinfarbenfabrik im damals nassauischen Höchst am Main. Das Unternehmen Farbenfabrik Meister, Lucius u. Co. sollte einmal eines der größten Chemieunternehmen der Welt werden - die Hoechst AG.
Brünings wichtigste Entdeckung, das Aldehydgrün, war der erste lichtechte grüne Farbstoff. Besonders begeistert von diesem Farbstoff war die französische Kaiserin Eugenie. Die von ihm als Technischen Direktor betreuten Farbwerke brachte dann 1869 den roten Farbstoff Alizarin auf den Markt. Brüning entwickelte 1872 ein Verfahren zur Herstellung des Fuchsins, bei dem man ohne die hochgiftige Arsensäure auskam.
Seine wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolge verschafften ihm rasch ein bedeu-tendes Vermögen, welches er zu umfassenden sozialem und gesellschaftlichen Engage-ment einsetzte. Er war ein Vorreiter auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes und der betrieblichen Sozialfürsorge. Als nationalliberaler Reichtagsabgeordneter vertrat er von 1874 bis 1881 den nassauischen Wahlkreis. Bei der Ausarbeitung des Krankenversicherungs-gesetzes von 1883 gehörte Adolf Brüning zu den Beratern Bismarcks.
Sein gesellschaftliches und soziales Engagement wurde 1883 durch die Erhebung in den preußischen Adelsstand gewürdigt. Nach kurzer Krankheit verstarb Adolf von Brüning am 21. April 1884 in Frankfurt/Main.

Literatur: "Adolf von Brüning" bei www.wikipedia.de


 
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