...im Blickpunkt: KATASTROPHENPOST - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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...im Blickpunkt: KATASTROPHENPOST

Heft 37

- von Wolfgang Ehrhardt und Konrad Fischer

Am 6. Mai 2012 waren genau 75 Jahre vergangen, als das Luftschiff LZ 129 “Hindenburg“ beim Landesanflug in Lakehorst (USA) in Brand geriet und binnen weniger Sekunden völlig vernichtet wurde. Ist es schon erstaunlich, dass von den 97 Menschen an Bord 62 ihr Leben retten konnten, so ist es fast unglaublich, dass 385 papierne Poststücke mehr oder weniger gut erhalten geborgen wurde.
Auch die abgebildete Karte ist ein Stück Geschichte der letzten Fahrt der Hindenburg, obwohl sie die Reise über den großen Teich nicht mitmachte:


Wie der rote Kasten-Stempel “Wegen Ausfalls der Deutschlandfahrt Postabwurf bei Nordamerikafahrt“ mitteilt, war die Karte beim Start am 3. Mai in Frankfurt an Bord und wurde über Köln abgeworfen, wo sie noch am gleichen Tag (24 Uhr) abgestempelt wurde.
Aber aus den Flammen gerettete Katastrophenbriefe gehören heute zu den wertvollsten und teuersten Zeppelin-Belegen.
Nun stammt ja bekanntlich “Katastrophenpost“ nicht nur aus verunglückten Luftschiffen, sondern diese Bezeichnung gilt für alle Postsachen, die aus verunglückten Börderungsmitteln gerettet wurden und die verschiedensten Beschädigungen aufweisen. Die Post kennzeichnet solche Stücke oft mit Stempeln oder Aufklebern wie "Durch Flugzeugunglück beschädigt", "Durch Seewasser beschädigt" oder "Durch Brand des Bahnpostwagens beschädigt" usw. Allgemein gilt, dass Katastrophen-Belege (engl. crash covers) gesuchte Objekte für Spezialsammlungen sind.

Nebenstehend ein Katastrophenbrief der Firma Ferro-staal AG in Essen nach China, der bei dem Absturz einer SWISSAIR- Maschine Flug SR 316 am 7.10.1979 in Griechenlands Hauptstadt Athen beschädigt wurde.

Einschreibebrief “Per Flugpost“ von Essen nach Whampoa in der Volksrepublik China mit Brandspuren.


Der Rücksendung des Katastrophenbriefes beigelegtes Schreiben des Postamtes Essen


Die Deutsche Bundespost bestätigte die Beschädigung der Briefsendung, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es keine Ersatzleistungen gibt; dass nur die entrichteten Gebühren – natürlich auf besonderen Antrag - erstattet werden könnten.


 
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