Preußische Posttarife 1850 bis 1859 – Entfernungsstufen - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Preußische Posttarife 1850 bis 1859 – Entfernungsstufen

Heft 37

- von Hans-Werner Meiners, Angermünde

Zur Zeit der preußischen Nummernstempel von 1850 bis 1859 war die Ermittlung der Postgebühren im Vergleich zu heute noch ein sehr umständliches Verfahren. Die Gebühr wurde nicht nur nach Gewicht, sondern auch nach der Entfernung des Zielortes berechnet. Allerdings hatte sich durch die am 1. Januar 1850 eingeführte neue Gebührenordnung die Berechnung deutlich vereinfacht. Statt vorher 8 Entfernungsstufen gab es nur noch 3. Diese waren nach Meilen (ca. 7,5 km) gestaffelt.



“Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preussen p.p. verordnen auf den Antrag Unseres Staatsministeriums unter Zustimmung beider Kammern, in Betreff der Ermässigung der Briefporto-Taxe, was folgt:

§ 1.
Das Briefporto für die innerhalb des Preussischen Postgebiets gewechselte Korrespondenz soll betragen:
a) nach Massgabe der Entfernung:
unter und bis 10 Meilen... 1 Sgr-
über 10 bis 20 Meilen... 2 Sgr.
und auf alle weitere Entfernungen ...3 Sgr.“

(Gesetz, betreffend die Ermässigung der Briefporto-Taxe, vom 21. Dezember 1849)
Diese Gebührenstaffelung war eine notwendige Anpassung an den zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossenen Deutsch-Österreichischen Postvereinsvertrag, der am 1. Juli 1850 in Kraft trat.

Mit der Instruktion zur Einführung von Marken zum Frankieren von Briefen im Postamtsblatt Nr. 44 vom 31. Oktober 1850 wurde gestattet, dass zur Frankatur der Briefe auch Freimarken verwendet werden konnten, deren Wert nicht exakt der Gebühr entsprachen (z.B. 2 Marken zu 1 Silbergroschen für einen Brief, der mit 2 Silbergroschen freigemacht werden musste).

1. Entfernungsstufe - bis 10 Meilen 

Brief aus Merseburg nach Lützen, frankiert mit einem Paar der ½-Silbergroschen-Marke
der 1. Ausgabe, Entfernung 2 Meilen


Brief aus Warmbrunn nach Ober-Altwasser, frankiert mit einer 1-Silbergroschen-Marke
der 2. Ausgabe, Entfernung 5 Meilen


2. Entfernungsstufe - bis 20 Meilen 

Brief aus Schweidnitz nach Steinau in Oberschlesien, frankiert mit einem Paar der
1-Silbergroschen-Marke der 3. Ausgabe, Entfernung 14 Meilen


Brief aus Rawicz nach Posen (Anschrift in polnischer Sprache, postamtlich in Deutsch hinzugefügt), frankiert mit
einer 2-Silbergroschenmarke der 1. Ausgabe, Entfernung 13 Meilen


3. Entfernungsstufe - über 20 Meilen 

Brief aus Mühlhausen (Rgb. Erfurt) nach Eupen, frankiert mit einem Dreierstreifen der
1-Silbergroschen-Marke der 1. Ausgabe, Entfernung 51 Meilen


Brief aus Berlin nach Grünberg, frankiert mit einer 1- und einer
2-Silbergroschen-Marke der 1. Ausgabe, Entfernung 23 Meilen


Literatur:
Amtsblätter der preußischen Postverwaltung
P. Ohrt, "Die Postfreimarken der deutschen Staaten Abschnitt XIII: Preußen", Leipzig 1896


 
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