Der Beginn offizieller Luftpost im Deutschen Reich im Jahr 1919 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der Beginn offizieller Luftpost im Deutschen Reich im Jahr 1919

Heft 38

- von Konrad Fischer

Noch während des Endes des I. Weltkrieges wurde die Deutsche Luftreederei (DLR) am 17. Dezember 1917 unter Beteiligung der AEG, der Luftschiffbau-Zeppelin GmbH, der HAPAG und der Deutschen Bank gegründet.
Die erste deutsche Nationalversammlung wurde am 19.01.1919 gewählt und tagte vom 06.02.1919 bis 11.08.1919 in Weimar und Berlin, wo am 31.07.1919 im National-theater Weimar die Verfassung beschlossen wurde. Die Nationalversammlung tagte dort, um nicht von den revolutionären Ereignissen in Berlin berührt zu werden.
Auf Grund der damaligen katastrophalen Verkehrsverhältnisse war die Verbindung Weimar - Berlin und umgekehrt außerordentlich zeitraubend und unzuverlässig. Beispielsweise betrug die Laufzeit eines Eilbriefes 4 – 5 Tage, während ein Flugzeug diese Strecke in 4 - 5 Stunden bewältigte. Aufgrund dieser Situation erhielt die DLR die Genehmigung zur Aufnahme des zivilen Luftverkehrs zwischen Berlin und Weimar. Am 06. Februar wurde die erste Post zwischen Weimar und Berlin transportiert. Die Maschinen waren Doppeldecker und beförderten im Februar 1919 insgesamt 206 kg Post, 5.500 kg Zeitungen und 19 Passagiere. 
Interessant ist zu wissen, dass der Doppeldecker ein offenes Flugzeug war und die für die Passagiere bereitgestellte Montur aus einer Fliegerkombination, Schal, Fliegerkappe, Schutzbrille, Pelzhandschuhe und Filzstiefel bestand.



Luftpost-Ersttags-Sammlerbrief von Weimar nach Berlin vom 6. Februar 1919; als Einschreiben gelaufen war der Brief laut rückseitigem Ankunftsstempel nach 5 Stunden in Berlin. Die Briefgebühr betrug einschließlich der Einschreibe- und Flugpostzuschläge eine Reichsmark.





Infolge der Lähmung des deutschen Eisenbahnverkehrs insbesondere durch Streiks, ergab sich für die Deutsche Luftreederei hier einzuspringen. Am 1. März 1919 wurde eine zweite Luftpostlinie Berlin-Hamburg eingerichtet. Das Reichspostministerium vereinnahmte daraufhin die Flugpost in das bestehende Postnetz. Alle deutschen Postämter nahmen ab diesem Zeitpunkt Luftpostsendungen an. 
Die ersten Flugpostausgaben Posthorn und Doppeldecker erschienen im Oktober 1919.


Luftpostbrief vom 7. März 1921 von Leipzig nach Berlin, mit einem wiederverwendeten Flugbestätigungsstempel der Flugpost zum Margareten-Volksfest 1912 in Leipzig-Lindenthal, 
aus dem das Datum entfernt (aptiert) wurde. Der Brief wurde mit den ersten offiziellen deutschen Flugpostmarken vom Oktober 1919 korrekt frankiert: 40 Pf für den Brief und 20 Pf für den Luftpostzuschlag.



Literatur:    

  • Das Jahrhundert der Zeppeline, Jubiläumsedition Zeppelinpost 2000

  • MICHEL - Zeppelin-und-Flugpost-Spezial-Katalog 2002

  • MICHEL - Postgebühren-Handbuch Deutschland 2004


 
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