Der amerikanische Bürgerkrieg – das Jahr 1862 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der amerikanische Bürgerkrieg – das Jahr 1862

Heft 38

- von Dr. Hans-Werner Meiners, Angermünde

Neben den offiziellen Verlautbarungen zum Verlauf des Bürgerkriegs gehören persönliche Briefe und Tagebücher zu den wichtigsten Quellen der Historiker, die sich mit diesem Abschnitt der Geschichte der USA auseinandersetzen. Diese Briefe und Tagebücher geben beeindruckende Einblicke in die individuelle Lage der einfachen Bürger in den Nord- und Südstaaten während des Kriegs. Das vollständig erhaltene Tagebuch der Mary Chesnut, Ehefrau eines aus South Carolina stammenden Regierungsbeamten der Konföderierten, wird, auch aufgrund der sehr emotionalen Ausdrucksweise, am häufigsten zitiert. Bereits 1875 erschien die erste Buchausgabe ihres Tagebuchs.

Nach der demütigenden Niederlage bei Bull Run im Juli 1861 begann General McClellan mit der Ausbildung und Ausrüstung der Potomac-Armee. Trotz mehrerer Versuche Lincolns, den Kommandeur der Potomac-Armee und seit November 1861 auch Oberkommandierenden General aller Unionsstreitkräfte McClellan zum Angriff auf die bei Manasses stehende Südstaaten-Armee unter Joseph Johnston zu bewegen, geschah auf diesem Kriegsschauplatz bis zum Februar 1862 so gut wie gar nichts. Immerhin hatte der Gegner 10.000 Mann mehr, hatte mehr Kanonen oder es die Versorgung mit bestimmten Ausrüstungsteilen war nicht gewährleistet. Der dann von McClellan 1862 vorgelegte Plan zum Angriff auf die Hauptstadt der Konföderation Richmond war gewagt. Nicht nur, dass die gesamte Streitmacht des Nordens, die zwischen Washington und Manasses stand, auf ein Schlachtfeld am James River östlich von Richmond verlegt wurde, sondern auch das Ausmaß der logistischen Anstrengung der Beförderung von über 100.000 Mann und der für diese Soldaten notwendigen Ausrüstung rief Verwunderung hervor. McClellan, der vielleicht vermutet hatte, dass sein Plan aufgrund der immensen Schwierigkeiten des Seetransports und der Gefährdung der Hauptstadt Washington abgelehnt werden würde, war sehr überrascht, dass Lincoln diesem Plan zustimmte. Allerdings musste McClellan einige seiner Einheiten zum Schutz Washingtons zurück lassen, worüber er sehr verärgert war und dieses bereits zu diesem Zeitpunkt als einen Grund für das spätere Scheitern dieses Feldzugs anführte.

Ansichtskarte von 1862 mit dem Kriegsgebiet im Osten mit Kennzeichnung wichtiger Orte und Schlachtfelder 
(A -Washington (Hauptstadt der USA), C -Richmond (Hauptstadt der Kon­föderierten), E -Norfolk (wichtiger Kriegshafen), 
I -Fredericksburg, Q -Harpers Ferry (wichti­ges Militärdepot), R -Winchester (Gefecht beim Feldzug von Stonewall Jackson), 
S -Stras­burg (Gefecht beim Feldzug von Stonewall Jackson), T -Mannasses (oder auch Schlacht bei Bull Run)), (9.Schlegel-Auktion)


Entlang des Mississippi gelang den Unionstruppen unter Ulysses S. Grant ein spektakulärer Erfolg - die Eroberung von Fort Donelson. Nachdem die Truppen der Nordstaaten im Jahr 1861 mehrere Vorstöße der Konföderierten nach Norden entlang des Mississippi zurückschlagen konnten, gingen die Truppen unter Grant im Winter 1862 gemeinsam mit einer Flotte von gepanzerten Kanonenbooten ("Pook's Turtles") gegen die befestigten Stellungen der Südstaaten entlang des Tennessee und des Mississippi vor. Nach dem Fall von Fort Donelson am 16. Februar 1862 und der Zerstörung wichtiger Brücken durch die Kanonenboote waren die konföderierten Truppen in Tennessee in Einheiten um die befestigte Stadt Cairo am Mississippi und in Mittel-Tennessee aufgespalten. Nur unter Aufgabe der den Mississippi beherrschenden Stadt Cairo und dem Rückzug der Einheiten aus Mittel-Tennessee nach Corinth, dem wichtigsten Eisenbahnknoten der Südstaaten, konnten die Südstaaten-Truppen vor der Vernichtung bewahrt werden.

Die Schlacht von Shiloh (6./7.April 1862)

Um die Fortschritte der Nordstaaten-Armee in Tennessee wieder rückgängig zu machen und die Front im Westen zu stabilisieren, sollten noch die getrennt voneinander operierenden Armeen von Grant und Buell nacheinander angegriffen werden. Bei Shiloh am Westufer des Tennessee traf die von Corinth aufgebrochene Armee der Südstaaten unter General Albert S.Johnston auf die Truppen Grants. Dieser hatte die Absicht, den Gegner am 6.April 1862 selbst anzugreifen und wurde daher durch den Angriff der Konföderierten überrascht. Obwohl es den konföderierten Einheiten gelang, Grants Truppen um mehrere Meilen zurückzuwerfen, hielten die Unionstruppen die Auffangstellungen und konnten den Konföderierten große Ver­luste zufügen. Zu diesen Gefallenen gehörte auch der Kommandeur der Südstaaten-Truppe A.S.Johnston, dessen Kommando dann Beauregard übernahm. 
Bei den Abwehrkämpfen der Einheiten der Nordstaaten konnte sich ein junger Offizier besonders auszeichnen - William Tecumseh Sherman. Noch am Morgen des 6. April wurde die von ihm befehligte Division vom Angriff der Konföderierten beim Frühstück überrascht und konnte gerade noch  rechtzeitig  ihre Verteidigungsstellung besetzen.  Am folgenden Tag  konnte  Grant, verstärkt durch einige  Einheiten von Buell,  selbst zum Angriff auf die nun  ihrerseits vollkommen überraschten Einheiten der Südstaaten überzugehen. Es gelang Grant, den Gegner nach erneut verlustreichen Kämpfen in die Flucht zu schlagen. Die konföderierten Einheiten unter Beauregard zogen sich nach Corinth, dem Ausgangspunkt des Feldzuges zurück.

Auch die Marine unter Admiral Farragut konnte große Erfolge vorweisen.Zum einen wurde die Blockade der Südstaaten immer undurchlässiger, zum anderen gelang bei der Besetzung der wichtigen Häfen der Konföderierten ein bemerkenswerter Erfolg: New Orleans wurde in einer  nur mit Marineeinheiten geführten Operation vom 24. April bis zum 1. Mai 1862 eingenommen.

Hampton Roads (8. und 9.März 1862)

Besonders bedeutungsvoll in der Geschichte der Kriegsführung zur See war das Gefecht zwischen der CSS "Virginia" und der USS "Monitor" bei Hampton Roads. Zum ersten Mal in der Seekriegsgeschichte bekämpften sich zwei schwer gepanzerte Schiffe, die keinen anderen Antrieb als eine Dampfmaschine hatten. Nach der Übernahme des Kriegshafens Norfolk durch die Südstaaten fiel diesen der Rumpf des dampfgetriebenen Kriegsschiffes USS "Merimac" in die Hände. Aus diesem wurde dann ein mit 4 Zoll dicken Panzerplatten geschütztes und zehn 7-Zoll-Geschützen bestücktes Panzerschiff mit dem Namen "Virginia" gebaut. Als der Bau der "Virginia" in den Nord­staaten bekannt wurde, wurde dort fieberhaft nach einer Antwort auf diese Bedrohung der herkömmlichen aus Holz gebauten Segel- und Dampfschiffe gesucht. Eine Lösung wurde von dem genialen Schiffskonstrukteur John Ericson präsentiert. Es han­delte sich um ein Schiff, dessen ganzer Rumpf, auch der Unterwasserteil, aus vernieteten Stahlplatten bestand. Auf dem Flachdeck wurde ein mit 8 Zoll dicken Stahlplatten gepanzerter drehbarer Turm gesetzt, der Platz für zwei 11-Zoll-Geschütze bot. Am 8. März verließ die „Virginia“ den Hafen von Norfolk, um die fünf Kriegsschiffe der US-Marine, die die Mündung des James River bei Hampton Roads anzugreifen. Es gelang der „Virginia“, 2 Kriegsschiffe zu versenken und ein weiteres schwer zu beschädigen. Bei diesem Angriff zeigten sich aber auch die Schwächen des Panzerschiffs: zu großer Tiefgang und eine unzuverlässige Dampfmaschine. In der Nacht traf dann die USS „Monitor“ ein. Die „Virginia“ fuhr am nächsten Morgen erneut aus, um die restlichen Kriegsschiffe zu versenken. Die „Monitor“ begann, die „Virginia“ zu umkreisen und mit ihren schweren Geschützen zu beschießen, konnte dieser wegen der Panzerung nur minimale Schäden zufügen. Aufgrund ihrer Schwerfälligkeit und schwachen Maschine war die „Virginia“ trotz ihrer überlegenen Bewaffnung ebenfalls nicht in der Lage, die „Monitor“ entscheidend zu beschädigen. Nachdem die „Virginia“ mehrfach auf Grund gelaufen war, entschloss sich der Kapitän, in den geschützten Hafen von Norfolk zu­rückzukehren. Die „Virginia“ sollte diesen Hafen nicht wieder verlassen. Durch die Landung der Potomac-Armee auf der James-Halbinsel wurde auch der Hafen von Norfolk durch Nordstaaten-Truppen besetzt. Zuvor wurde die „Virginia“ durch ihre Besatzung versenkt.

Die Sieben-Tage-Schlacht  (25.Juni bis 1.Juli 1862)

Anfang April 1862 begannen die verfügbaren Einheiten der Potomac-Armee mit der Beset­zung der James-Halbinsel, wobei die Truppen und ihre Ausrüstung per Schiff transportiert wurden. Nach einer 1 Monate andauernden Belagerung wurde Yorktown an der Mündung des James eingenommen. Ursache war unter anderem die zögerliche Haltung von General McClellan. Innerhalb kurzer Zeit danach standen die Einheiten der Nordstaaten kurz vor der Hauptstadt der Konföderation Richmond. Ein weiteres Korps der Nordstaaten unter dem Kommando von General McDowell war auf dem Weg, den Belagerungsring im Norden zu verstärken. General Robert E.Lee, der zu dieser Zeit nur als Militärberater von Jefferson Davis fungierte, entwarf ein Ablenkungsmanöver, um die Ankunft dieser Truppen vor Richmond zu verzögern. In der Zeit vom 9. Mai bis zum 9. Juni 1862 konnten die Einheiten unter General „Stonewall“ Jackson durch geschickte Manöver im Shenandoah-Tal mehrere überlegene Truppen der Nordstaaten ausmanövrieren und besiegen. Durch die angenommene Bedrohung Washingtons infolge der Kämpfe im Shenandoah-Tal wurde verhindert, dass das Korps von McDowell nach Richmond marschieren und die dortigen Truppen verstärken konnte. Nachdem Joseph Johnston, der Kommandeur der Südstaaten-Truppe vor Richmond, mehrfach wegen seiner defensiven Haltung durch Jefferson Davis gerügt wurde, begann er mit den Vorbereitung für einen Angriff auf die linke Flanke der Potomac-Armee. Doch dieser Angriff bei Seven Pines am 1.Juni 1862 schlug fehl. Zudem wurde Johnston schwer verwundet. Das Kommando über die neugebildete Nordvirginia-Armee übernahm jetzt Robert E. Lee. Er konzentrierte seine Kräfte für einen Angriff auf den rechten ungeschützten Flügel der Nordstaaten-Armee (hier fehlte das Korps von McDowell). Gleichzeitig beorderte er die Truppen von Jackson aus dem Shenandoah-Tal nach Richmond. Am 26.Juni begann Lee seinen Angriff auf die nördlich des Chickahominy stehenden Bundestruppen bei Mechanicsville. Obwohl diese den Angriff zurückschlagen konnten, wurden die Einheiten nach einem weiteren Gefecht am Boatswain's Swamp am folgenden Tag in Stellungen südlich des Chickahominy zurückgezogen. Ein weiteres Gefecht am 29. Juni führte dazu, dass sich die Einheiten der Potomac-Armee noch weiter nach Süden zurückzogen. Beim Gefecht am Malvern Hill am 1.Juli konnten die Nordstaaten-Truppen erneut mehrere Angriffswellen der Nordvirginia-Armee zurückschlagen. Trotzdem befahl McClellan den endgültigen Rückzug zum Ausgangspunkt des Feldzugs. Obwohl es Lee in der Sieben-Tage-Schlacht nicht ein einziges Mal gelungen war, die Nordstaaten-Armee entscheiden zuschlagen und in allen Kämpfen höhere Verluste hatte, hatte er die unmittelbare Gefahr für Richmond gebannt und somit einen strategischen Erfolg erzielt. 
McClellan verlor den Posten des Oberkommandierenden, blieb aber der Kommandeur der Potomac-Armee. Um weiter Druck auf die bei Richmond stehende Nordvirginia-Armee aus­üben, wurde eine weitere Armee im Norden zusammengestellt – unter dem Kommando von John Pope, der im Frühjahr im Westen einige Erfolge erringen konnte. Durch eigene Fehler und die Untätigkeit anderer Kommandeure der Potomac-Armee wurde Pope bei der zweiten Schlacht am Bull Run am 30. August 1862 geschlagen, wobei das Korps von General Jackson den größten Anteil an diesem Erfolg hatte. Da aus diesem Erfolg eine unmittelbare Bedro­hung Washingtons erwuchs, wurden die jetzt wiedervereinigten Truppen der Nordstaaten-Armee unter dem Kommando von General McClellan zur Abwehr eines solchen Angriffs eingesetzt. Robert E.Lee dachte jedoch nicht daran, die stark befestigte Bundeshauptstadt anzugreifen. Er ließ seine Truppen den Potomac überschreiten und fiel stattdessen in den Bundes­staat Maryland ein. Maryland war ein Sklavenhalterstaat, der sich aber nicht von der Union getrennt hatte. Gleichzeitig mit dem Einmarsch in Maryland versuchte Lee, die bei Harpers Ferry liegende Garnison der Union auszuschalten, da diese seine Nachschublinie bedrohte und gleichzeitig wichtige Versorgungsgüter bewachte. Dadurch waren seine Einheiten aufge­spalten. Durch einen Glücksfall fielen Lees komplette Befehle in die Hände von McClellan, der daraufhin die Chance sah, die gesamte Nordvirginia-Armee zu vernichten. 

Die Schlacht von Sharpsburg/Antietam (17.September 1862)

Am Antietam Creek, einem Nebenfluss des Potomac, in der Umgebung der Stadt Sharpsburg gelang es McClellan die Haupttruppe Lee's zum Kampf zu stellen. Hierher wurden auch die inzwischen bei Harpers Ferry siegreichen Korps zurückgerufen. Trotz sorgfältiger Planung der Schlacht und deutlicher Überzahl gelang es aber McClellan nicht, die Reihen der südstaatlichen Verteidiger von Sharpsburg zu durchbrechen. 

Berühmt wurde der gescheiterte Versuch von General Burnside, an der linken Flanke der Unionstruppen über eine Brücke über den Antietam Creek zu gelangen. Die Schlacht von Sharpsburg/Antietam war der verlustreichste Tag in der gesamten Militärgeschichte der USA. Letztendlich musste sich Lee aus Maryland zurückziehen. Allerdings verlor McClellan das Kommando über die Potomac-Armee, da er sich weigerte, der stark angeschlagenen Nordvirginia-Armee zu folgen. 

Nach ihm erhielt General Burnside das Kommando. Anstatt den bei Manasses stehenden Gegner direkt anzugreifen, führte Burnside die Potomac-Armee in bis dahin nicht gekanntem Tempo nach Virginia an den Rappahannock, um Richmond anzugreifen. Lee war gezwungen, die Nordvirginia-Armee ebenfalls dorthin zurückzuziehen. Infolge von Transportproblemen war es Burnside nicht möglich, den Rappahannock bei Fredericksburg sofort zu überqueren. Dadurch konnte Lee seine Verteidigungsstellungen auf den Höhen hinter Fredericksburg aus­bauen. Nachdem der Angriff auf Fredericksburg am 13. Dezember 1862 unter hohen Verlusten für die Unionstruppen fehlgeschlagen war und Burnside weitere Führungsprobleme hatte, wurde im Januar 1863 Joe Hooker das Kommando der Potomac-Armee übertragen.

Während das Jahr 1861 noch durch viele Provisorien wie die Barzahlung der Gebühren und durch örtliche Postmeister veranlasste Briefmarkenausgaben geprägt war, gelang es dem Generalpostmeister der Konföderierten Staaten in 1862 immer besser, die Versorgung der Postanstalten mit amtlichen Postwertzeichen zu organisieren. Unter anderem wurde die erste 2-Cents-Marke produziert, die gemäß dem Kongreßbeschluß vom 23. Februar 1861 für die Postbeförderung innerhalb der Ortschaften benötigt wurde. Diese Briefmarke zeigt das Bild von Andrew Jackson, einem aus den Südstaaten stammenden früheren Präsidenten der USA, der für die Verteidigung von New Orleans gegen die britischen Streitkräfte im 2.Unab­hängigkeitskrieg Berühmtheit erlangte. Die Marke wurde in der Farbe Grün produziert. Damit wurde aber eine Farbänderung für die bisher ebenfalls in Grün produzierte 5-Cents-Marke notwendig, um Verwechslungen auszuschließen. Man druckte diese Marke jetzt in Blau. Da-mit war aber auch für die bislang blaue 10-Cents-Marke eine Farbänderung notwendig, die nun in Rot gedruckt wurde. Warum man nicht einfach die 2-Cents-Marke in Rot herstellen ließ, ist leider nicht überliefert und eigentlich nicht verständlich, da es die bindenden Farbvorschriften für Postwertzeichen des Weltpostvereins zu dieser Zeit noch nicht gab.



Parallel zu den Bestrebungen, die benötigten Briefmarken innerhalb der Konföderierten Staa­ten herzustellen, wurde im Oktober 1861 der Major Benjamin Ficklin nach London gesandt, um dort Druckplatten für den Briefmarkendruck zu besorgen. Doch anstatt Druckplatten für den vom Generalpostmeister John Henninger Reagan bevorzugten Tiefdruck erwarb der in Fragen der Druckverfahren unerfahrene Ficklin bei der bekannten Firma Thomas de la Rue & Company Galvanos, die nur für den Buchdruck geeignet waren. Außer den Druckplatten konnte auch eine erste Auflage für eine 1-Cent- und eine 5-Cents-Marke bestellt werden. Die 1-Cent-Marke mit dem Bild von James Colhoun war für die Frankatur von Drucksachen vorgesehen. 

Aufgrund von Verzögerungen bei der Druckausführung gelang es nicht, diese Mar­ke zur Zeit des Bestehens der Konföderation zu verausgaben. Ein Teil der Lieferung ging bei einem Schiffbruch verloren, ein weiterer verblieb im Umschlaghafen der Blockadebrecher auf der Karibik-Insel St. Thomas bis nach dem Ende des Bürgerkriegs und ein dritter erreichte Richmond erst kurz vor dem Fall der Stadt im Jahre 1865. Die erste Auflage (5 Mio. Stück) der bei De la Rue&Company gedruckten 5-Cents-Marke mit dem Porträt von Jefferson Davis wurde zusammen mit den ersten Druckplatten auf dem Schiff “Bermuda“ befördert. Dieses wurde jedoch durch das Kriegsschiff der US-Marine “Mercedita“ gekapert und nach Philadelphia gebracht. Durch das dortige Prisen-Gericht wurden jedoch nur 4.875.000 Marken festgestellt. Man vermutet, dass der Rest durch die Besatzung der “Bermuda“ kurz vor der Kaperung ins Meer geworfen wurde. Die beschlagnahmten Briefmarken wurden vernichtet, jedoch blieben einzelne Exemplare erhalten, die von Beamten des Prisen-Gerichtes als Andenken aufbewahrt worden waren. Eine weitere durch De la Rue & Company produzierte Auflage von 12 Millionen Stück sowie die ebenfalls neu angefertigten Druckplatten entgingen der Beschlagnahme durch die Blockadeflotte und erreichten die Südstaaten über Wilmington, North Carolina. Weitere Auflagen der 5-Cents-Marke wurden dann von der Firma Archer & Daly in Richmond, Virgina gedruckt.

Brief mit den beiden Typen der 5-Cents-, links der Archer & Daly-Druck, rechts der von 
Thomas de la Rue&Company (Bild von der Rumsey-Auktion)


Aufgrund der allgemeinen Inflation in den Südstaaten wurde am 1. Juli 1862 auch die Gebühr für Inlandsbriefe (bis 500 Meilen) von 5 c auf 10 c heraufgesetzt, so dass die gerade fertiggestellten 5-Cents-Marken in aller Regel als Paar Verwendung fanden.

Literatur:   

  • James M. McPherson, "Für die Freiheit sterben", Anaconda Verlag Köln, 2008

  • Hans von Rudolphi, Konföderierte Staaten in Handbuch der Briefmarkenkunde, 4. und 5. Lieferung, 1940


 
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