Die Konvention von Tauroggen - das Fanal für den Befreiungskampf gegen Napoleon - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Die Konvention von Tauroggen - das Fanal für den Befreiungskampf gegen Napoleon

Heft 39

- von Eckhard Baumunk   


Es war der abgebildete Erinnerungsumschlag, der mich im Januar dieses Jahres erreichte,
und mich dazu brachte, wieder einmal in den Geschichtsbüchern zu kramen.


1812/1813 - es war die Zeit, als Napoleon Bonaparte langsam seine Herrschaft über Europa verlor. Nach seinem Debakel vor Moskau befand er sich auf dem Rückzug und verlor, bis er wieder Paris erreichte, über 80 % seiner Grossen Armee.
Zu dieser Zeit war Generalleutnant Ludwig von Yorck Kommandeur des preußischen Hilfskorps, das als Teil des 10. Armeekorps unter französischer Führung an Napoleons Russlandfeldzug teilnehmen musste. Während des Rückzuges der französischen Armee verlor er die Verbindung zu den französischen Einheiten. Diese Situation nutzend, nahm er Verbindung zur russischen Seite auf. 
Auf Drängen seiner Offiziere und des russischen Generals Diebitsch neutralisierte er am 30. Dezember 1812 in der Konvention von Tauroggen sein Korps, ohne die erbetene Zustimmung König Friedrich Wilhelm III. erhalten zu haben.
Yorck riskierte damit seinen Kopf und war nach der Unterzeichnung für niemanden zu sprechen gewesen. Er rechnete mit drastischen Sanktionen durch den preußischen König, der für seine ängstliche Politik gegenüber Napoleon I. bekannt war. Die eigenmächtige Entscheidung des Generals könnte - so Yorcks Sorge - dazu führen, unehrenhaft aus der Armee entlassen zu werden.                                                                                          
Trotz dieser Bedenken schrieb er an seinen König und bat ihn, die günstige Gelegenheit zu nutzen, um in Koalition mit den anderen europäischen Mächten die französische Besetzung zu beenden. Da der König 3 Monate für eine Antwort benötigte und zwischenzeitlich York verhaften wollte, rief dieser in der Ständeversammlung am 5. Februar 1813 in Königsberg, Ostpreußen zur Erhebung gegenüber Napoleon auf und gab damit das Zeichen zu den Befreiungskämpfen.
Die Konvention von Tauroggen beinhaltete im wesentlichen:

1.   In dem von den Truppen Yorks besetztem Grenzgebiet herrscht ab sofort völlige Neutralität zum russischen Militär (Separatfrieden).

2. Im Falle, dass der König von Preußen den Wiederanschluss an die französischen Truppen befehlen sollte, kämpft York nicht gegen Russland.

3. Sollte der König von Preußen und der Zar von Russland keine Einigung finden, kann York mit seinen Truppen frei und ungehindert bestimmen, wohin er geht.

4. Allen noch versprengten preußischen Truppen und deren Tross wird freies Geleit gewährt.

5. Für alle Preußischen Truppen, die sich der Konvention anschließen, gelten die gleichen Bedingungen.

Nach dem der Preußenkönig widerwillig dem Ansinnen Yorks gefolgt war, bat er in einem Aufruf  "An mein Volk" um Unterstützung für einen Krieg gegen Napoleon. 
In breiter Front fand er Unterstützung und Hilfe. Überall wurden Versammlungen abgehalten, sowie Geld und Wertgegenstände gesammelt. 
Aus dieser Zeit stammt auch der Ausspruch "Gold gab ich für Eisen" indem Eheleute die goldenen Ringe für Ringe aus Eisen eintauschten. 

Die Entscheidungsschlacht zwischen der europäischen Allianz (Preußen, Rußland, Schweden und Österreich) und Frankreich fiel in der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813. Die Allianz siegte und die französische Herrschaft über Europa war beendet.

Da nützte auch Napoleons Aufbegehren nichts, als er aus seinem Exil kommend noch einmal die Macht in Paris an sich riss und Europa heraus forderte. In der Schlacht bei Waterloo wurde er, nicht zuletzt mit Hilfe preußischer Truppen, vernichtend geschlagen und anschließend für immer ins Exil verbannt. Er verstarb am 5. Mai 1821 auf der britischen Insel St. Helena.

General Ludwig von Yorck erhielt hohe Auszeichnungen und wurde wegen seiner Verdienste am 3. Juni 1814 von König Friedrich Wilhelm III. in den erblichen Grafenstand mit dem Beinamen von Wartenburg erhoben.
Er verstarb als Generalfeldmarschall von Wartenburg am 4. Oktober 1830.

Mit General Yorck ist der Mut eines Mannes verbunden, der trotz großer Gewissensbisse Entscheidungen traf, die sich auf ganz Europa auswirkten.










Quellen:   Deutsche Welle, Geschichtsalmanach und Wikipedia


 
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