Der amerikanische Bürgerkrieg – das Jahr 1863 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der amerikanische Bürgerkrieg – das Jahr 1863

Heft 40

- von Dr. Hans-Werner Meiners, Angermünde

Das Jahr 1863 begann mit einem Paukenschlag. Am Nachmittag des 1.Januar 1863 unterzeichnete Abraham Lincoln die Proklamation zur Befreiung der Sklaven in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Notwendigkeit zu diesem radikalen Schritt ergab sich aus den militärischen Rückschlagen, die die Nordstaaten in den vergangenen zwei Kriegsjahren erlitten hatten. Diese hatten ihre Ursache auch in der fehlenden Motivation der Truppen, da ein Kampf nur um das Prinzip der Einheit der Union für die Mehrzahl der Bürger des Nordens nicht so viele Opfer rechtfertigte. Währenddessen war die Erhaltung der Sklaverei für die Südstaaten durchaus ein Motiv, dass die hohen Verluste rechtfertigte. Für die Nordstaaten bedeutete die Proklamation aber auch einen wichtigen ökonomischen Schlag gegen den Süden. Denn dort konnten viele weiße Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und Industrie an der Front eingesetzt werden, während Sklaven ihre Arbeit übernahmen. Mit der Proklamation konnten alle Sklaven, die sich auf durch die Nordstaaten besetztem Gebiet befanden, ihre Freiheit erhalten. Viele Sklaven versuchten nach der Bekanntmachung der Proklamation die Flucht in die Nordstaaten.



Der 1.Januar 1863 ist hingegen auch der Gründungstag des Bundesstaates West-Virginia, nachdem Lincoln am 31.Dezember 1862 Vertretern der Verwaltungsbezirke des westlichen Virginia die Gründung einer eigenen Regierung gestattet hatte. Die Entstehung des Bundesstaates West-Virginia ist einzigartig in der Geschichte der USA, da es sich als Einziger von einem bereits existierenden Bundesstaat abspaltete.






Chancellorsville

Nach der verlustreichen Schlacht von Fredericksburgh und weiteren Fehlschlägen wurde General Burnside durch Joseph „Fighting Joe“ Hooker als Kommandeur der Potomac-Armee abgelöst. Seine ersten Maßnahmen dienten vor allem der Hebung der Moral der Armee - sowohl die sanitären Verhältnisse als auch die Versorgung der Truppe wurden verbessert. Insbesondere die Zusammenfassung der Kavallerie zu größeren Einheiten führte in Folge dazu, die bisherige Überlegenheit der Südstaaten-Kavallerie zu überwinden. Hookers Plan, mit überlegenen Truppen an zwei Stellen (Chancellorsville und Fredericks-burgh) den Rappahannock zu überschreiten und dann gegen Rich-mond vorzurücken, wurde von Lee nicht sofort erkannt. Da außerdem die Kavallerie der Nordstaaten einen erfolgreichen  Feldzug gegen Richmond unternahm, war die Lage der Konföderierten äußerst kritisch. 

Lee ließ nur schwache Einheiten unter dem Kommando von Jubal Early in Fredericksburgh zurück und versuchte die bei Chancellorsville konzentrierten Einheiten Hookers aufzuhalten. Nach einem Aufklärungsritt der konföderierten Kavallerie unter J.E.B.Stuart ergab sich die Chance, die ungeschützte rechte Flanke der Unionstruppen aufzurollen. Hierzu wurde das Korps von „Stonewall“ Jackson ausgewählt. Nach einem erfolgreichen Marsch entlang der gesamten Front der Nordstaaten-Truppen, die diesen als „Rückzug“ interpretierten, griffen die Truppen von Jackson am 2.Mai 1863 erfolgreich an und konnten die gesamte Front bis Chancellorsville aufrollen. Zum großen Unglück der Konföderierten wurde Jackson bei der Rückkehr von einem nächtlichen Aufklärungsritt von eigenen Truppen beschossen. Als Folge davon verlor er seinen linken Arm und starb einige Tage nach diesem Eingriff an einer Lungenentzündung.



Lee's Ausspruch kurz nach der Verwundung Jacksons "Jackson hat seinen linken Arm verloren, ich meinen rechten" zeigte das Problem der Konföderierten. Während Lee die Verantwortung für die strategische Führung der Nord-Virginia-Armee trug, war Jackson für Ausführung der riskanten und für die Führung der Potomac-Armee stets überraschenden Manöver zuständig gewesen. Für Jackson gab es keinen Ersatz. Trotz alledem war die Schlacht um Chancellorsville ein Erfolg für die Nordvirginia-Armee. Hookers Plan, Richmond zu erobern und die Nord-Virginia-Armee zu vernichten, war gescheitert. Angesichts der günstigen Lage entschloss sich Lee, erneut die Initiative zu ergreifen und durch das Shennandoah-Tal nach Norden zu marschieren. 



Vicksburg

Im Westen konzentrierten sich die Kampfhandlungen auf Vicksburg. Die Stadt war für beide Seiten von strategischer Bedeutung, da diese Stadt der letzte befestigte Punkt der Konföderierten am Mississippi war. Grant und Sherman waren bereits mehrfach mit ihren Versuchen gescheitert, Vicksburg durch direkte Angriffe auf der Landseite bzw. die Vicksburg umgebenden Sumpfgebiete zu erobern. Grant plante dann ein Umgehungsmanöver. Am 16.April 1863 fuhr eine Flottille aus Kanonenbooten und Transportschiffen an den Artillerie-Stellungen von Vicksburg vorbei. Einige Tage später gelang dieses ein zweites Mal. 

Grant hatte gleichzeitig seine eigenen Einheiten zu einem Punkt 45 km südlich von Vicksburg geführt und setzte diese dann mit Hilfe der Transportschiffe auf die andere Flussseite über. Ein Scheinangriff auf Vicksburg durch Sherman sowie ein Kavallerie-Feldzug durch Mississippi und Louisiana hinderten die bei Vicksburg konzentrierten Einheiten, gegen Grants Truppen zu kämpfen. Nachdem sich die Truppen von Grant und Sherman östlich von Vicksburg vereinigt hatten, griff Grant zunächst mögliche Entsatztruppen in Jackson und schlug diese vernichtend. Mitte Mai 1863 begann dann die Belagerung von Vicksburg, die am 4.Juli 1863 mit der bedingungslosen Kapitulation der Konföderierten endete. Somit war der Mississippi vollständig in der Hand der Nordstaaten und die Konföderation war in zwei Teile gespalten. Wenige Wochen später konnte ein Handelsschiff aus dem Norden ohne Probleme auf dem Mississippi nach Süden fahren.

Gettysburg

Nachdem Hooker am 6.Mai 1863 den Rückzug hinter den Rappahannock befohlen hatte, war die Führung der Konföderierten uneinig über das weitere Vorgehen. Zum einen bestand die Möglichkeit, die von Grant bedrängten Einheiten um Vicksburg direkt zu entsetzen. Zum anderen hätte die Möglichkeit bestanden, die Cumberland-Armee der Nordstaaten in Tennessee anzugreifen, um Grant von Vicksburg abzuziehen. Als dritte Möglichkeit wurde der Vorschlag von General Lee diskutiert, mit der Nord-Virginia-Armee in Pennsylvania einzumarschieren und den Nordstaaten eine vernichtende Niederlage in der Nähe der Hauptstadt Washington beizubringen. Außerdem konnte auf diese Weise das vom Krieg verheerte Virginia entlastet und im Erfolgsfall Großbritannien und Frankreich zur Anerkennung der Südstaaten-Konföderation gebracht werden. Einzig der aus Texas stammende Postmeister John Reagan war für eine Verstärkung der Einheiten um Vicksburg, wurde aber von den anderen Mitgliedern der Südstaaten-Regierung überstimmt. So begann Lee mit dem Marsch durch das Shennandoah-Tal die Invasion Pennsylvanias. Ende Juni hatte Lee's gesamte Armee den Potomac überquert, während die gleichnamige Potomac-Armee der Nordstaaten unter dem Kommando von Hooker noch weit hinter der Nord-Virginia-Armee zurücklag. Allerdings blieben Lee die Bewegungen der Potomac-Armee im wesentlichen verborgen, weil die Kavallerie der Südstaaten sich auf einem Feldzug befanden und Lee den Kontakt zu J.E.B.Stuart verloren hatte. 

Der von Lincoln neu eingesetzte Kommandeur der Potomac-Armee Meade hatte dagegen alle Informationen über die Standorte der gegnerischen Kräfte. Am 1.Juli 1863 begegneten sich die ersten Einheiten der Nordstaaten und der Konföderierten nördlich der kleinen Stadt Gettysburg. Der erste Tag der Schlacht endete nach für beide Seiten verlustreichen Kämpfen damit, dass die Truppen der Nordstaaten sich auf die südlich von Gettysburg gelegene Hügelkette (Cemetery Ridge) zurückziehen mussten. Meade traf am Abend ebenfalls in Gettysburg ein und ließ die Stellungen auf der Cemetery Ridge ausbauen. Dem Plan von General Lee, am folgenden Tag die Stel-lungen der Nordstaaten an beiden Flanken anzugreifen, standen die Bedenken des Kommandeurs des 1.Korps General Longstreet gegenüber. Dieser war eher für eine vollständige Flanken-Bewegung um die Cemetery Ridge, um so überraschend im Rücken der versammelten Potomac-Armee aufzutauchen. 

Trotzdem übertrug Lee Longstreet die Hauptlast für den Angriff auf die südlichen Position der Potomac-Armee. Der zweite Tag der Schlacht war durch ständige Angriffe der Nord-Virginia-Armee im südlichen Teil der Cemetery Ridge gekennzeichnet. Bei der Verteidigung der äußersten südlichen Position am Little Round Top zeichnete sich das 20.Maine-Regiment unter Oberst Chamberlain aus. Das Regiment konnte mehrere Angriffswellen der Konföderierten abwehren. Nachdem vielen Soldaten die Munition ausgegangen war, entschloss sich Oberst Chamberlain zu einem Gegenangriff mit aufgepflanztem Bajonett, der die von Aufstieg auf den Little Round Top erschöpften Truppen der Südstaaten so überraschte, dass diese sich ergaben. Im Norden der Cemetery Ridge waren die Angriffe der konföderierten Einheiten ebenfalls nicht erfolgreich. 




Für den folgenden Tag, den 3.Juli 1863, plante Lee dann einen konzentrierten Angriff von vornehmlich aus Virginia stammenden Einheiten auf das Zentrum der Potomac-Armee. Durch die Angriffe an beiden Flanken am Vortrag erwartete Lee, dass das Zentrum nun der schwächste Punkt in der Stellung an der Cemetery Ridge wäre. Mit der gewaltigsten Kanonade der konföderierten Truppen während des gesamten Krieges wurde ein Angriff von fast 15000 Mann über freies Feld auf die zentrale Stellung der Nordstaaten-Armee eingeleitet. 

Der Angriff, auch bekannt als „Picketts's Charge“ (nach dem kommandierenden Offizier), traf auf gut vorbereitete Einheiten unter dem Kommando von Winfield Hancock. Durch das gute Schussfeld gelang es nur wenigen Männern der Südstaaten, überhaupt die Stellung der Nordstaaten zu erreichen. Fast die Hälfte der Angreifer fiel bei diesem Angriff. Aufgrund der hohen Verluste war Lee gezwungen, den Rückzug nach Virginia anzutreten. Meades Potomac-Armee, ebenfalls durch hohe Verluste geschwächt, verfolgte erst einige Tage später die Nord-Virginia-Armee, konnte diese aber nicht an der Überquerung des Potomac hindern. Für den Rest des Jahres bestanden die Kampfhandlun-gen der Potomac und der Nordvirginia-Armee im wesentlichen in  Manövern entlang des Rappahannock.
Durch die Nachrichten von der Einnahme von Vicksburg und dem Erfolg bei Gettysburg wurde der 4.Juli 1863 zu dem am meisten bejubelten Unabhängigkeitstag, seit dem dieser das erste Mal begangen wurde.


Chickamauga und Chattanooga

Während Grant Vicksburg einnehmen konnte und Meade die Nordvirginia-Armee zum Rückzug nach Virginia zwingen konnte, war die Cumberland-Armee unter General Rosecrans vergleichsweise untätig geblieben. Ihr stand die konföderierte Tennessee-Armee unter General Bragg gegenüber. Im Juli begann Rosecrans mit Manövern, die den wichtigen Verkehrsknoten Chattanooga bedrohten. Um der drohenden Einkesselung zu entgehen, zog sich die Tennessee-Armee nach Süden zurück. Rosecrans verfolgte die Konföderierten über die südlich von Chattanooga gelegenen Bergkette. Bragg versuchte, die Cumberland-Armee in eines der Täler dieser Bergkette zu locken, um diese dort zu vernichtend zu schlagen. Braggs Armee war inzwischen durch ein Korps von der Nord-Virginia-Armee unter Longstreet verstärkt worden. Bei Chickamauga trafen beide Armeen am 19.September 1863 aufeinander. Während Bragg durch ständige Angriffswellen auf den linken Flügel der Cumberland-Armee den Durchbruch erzwingen wollte, gelang es Longstreet  wegen eines taktischen Fehlers von Rosecrans auf dem anderen Flügel das Zentrum der Nordstaaten-Truppen zu durchbrechen. Rosecrans und ein Teil der Cumberland-Armee traten fluchtartig den Rückzug nach Chattanooga an, während es den unter dem Kommando von General Thomas stehenden Einheiten gelang, die Front zu stabilisieren und einen geordneten Rückzug nach Chattanooga anzutreten. Bragg versäumte es, die auf dem Rückzug befindliche Cumberland-Armee zu verfolgen, konnte dennoch die Cumberland-Armee in Chattanooga einschließen. 

Da Rosecrans nicht mehr fähig war, die Cumberland-Armee zu führen, wurde Thomas (nunmehr bekannt als „Fels von Chickamauga“) als neuer Kommandeur eingesetzt. Um die Cumberland-Armee zu entsetzen, wurden die erfolgreichen Truppen unter Grant und Sherman sowie ein Korps der Potomac-Armee unter Hooker nach Chattanooga entsandt. Nachdem es diesen Einheiten am 28.Oktober 1863 gelungen war, die Belagerung soweit aufzuheben, dass genügend Nahrungsmittel und andere Nachschub-Güter nach Chattanooga gelangen konnten, begann Grant Ende November mit der Durchführung des Angriffs auf die Stellungen der Konföderierten im Süden von Chattanooga. Während den erprobten Generälen Sherman und Hooker die eigentlich entscheidenden Angriffe auf die Flankenstellungen am Missionary Ridge zugeteilt waren, war der Cumberland-Armee unter General Thomas ein als Ablenkung gedachter Sturmangriff auf die in 3 Linien gestaffelte zentrale Stellung der Konföderierten zugewiesen. Obwohl eigentlich nur ein Angriff auf die erste Linie der Konföderierten geplant war, sah alles nach einer Wiederholung von „Picketts Charge“ bei Gettysburg aus. Allerdings gelang es der Cumberland-Armee relativ leicht die erste Linie der Schützengräben zu überrennen. Bei der Verfolgung der fliehenden Südstaaten-Einheiten erkletterten die Soldaten der Cumberland-Armee die Missionary Ridge und erstürmten die weiteren Stellungen der Konföderierten mit großer Leichtigkeit. Die Tennessee-Armee verließ ihre Stellungen an der Missionary Ridge und machte auf ihrer Flucht erst 45 Kilometer weiter südlich Halt. Nach der Niederlage übernahm General Johnston die Führung der Tennessee-Armee. Es gelang ihm, dass weitere Vordringen der Unionstruppen durch geschickte Manöver aufzuhalten.

1863 gelang es dem Generalpostmeister der Konföderierten Staaten John Reagan endlich, sich seinen seit 1861 gehegten Wunsch nach im Tiefdruckverfahren hergestellten Briefmarken zu erfüllen. Die bereits von der Herstellung der 5-Cent-Marke mit dem Bildnis von Jefferson Davis bekannte Firma Archer&Daly in Richmond (Virginia) übernahm den Auftrag für die Herstellung von Briefmarken im Nennwert von 2 Cent, 10 Cent und 20 Cent im Februar 1863 Der Teilhaber John Archer war ein bekannter Graveur, der vor dem Bürgerkrieg bei der American Bank Note Company in New York gearbeitet hatte und durch die Aussicht auf lohnenden Verdienst in die Südstaaten gekommen war. Sein erster Stahlstempel für die 10-Cent-Marke mit dem Bildnis von Jefferson Davis wurde allerdings nicht auf Stahlplatten, sondern auf eine Kupferplatte übertragen, deren 100 Felder durch waagerechte und senkrechte Linien geteilt waren und somit beim Druck Einfassungslinien bei den Einzelmarken erzeugten. Diese eigentlich als Probedruck erzeugten Marken wurden dennoch vom Post Office Department übernommen und im April 1863 in Verkehr gebracht. Aufgrund des Herstellungsverfahrens der Druckplatte wird diese Marke auch als Marke mit den 100 Abarten bezeichnet.


Brief mit 10-Cent-Marke mit Einfassungslinien, handschriftlich entwertet nach Ann Hill in Alabama.
Aufgrund der Papierknappheit in den Südstaaten wurde altes Zeitungspapier als Umschlag
benutzt (Abbildung aus der Rumsey-Auktion 2013)

Ein weiterer Versuchsdruck der 10-Cent-Marke auf Kupferplatten, der ebenfalls im April 1863 in Umlauf gebracht wurde, war die sogenannte „T-E-N“ (ti-i-en). Bei dieser Marke ist die Wertbezeichnung 10 durch das Zahlwort TEN ersetzt. Allerdings war die Ausführung des Bildnisses von Jefferson Davis nicht gelungen, da es gewisse Ähnlichkeit mit dem Bild des Präsidenten der Nordstaaten, Abraham Lincoln aufwies. Daher wurde dieser Markenentwurf nicht zur endgültigen Produktion der 10-Cent-Marke zugelassen. Von dieser Marke existieren Teilfälschungen, in denen aus den billigen 10-Cent-Marken der Stahlstich-Ausgabe die 10 entfernt und durch das Zahlwort TEN ersetzt wurde.


Briefe mit den im April/Mai 1863 erschienenen Freimarken zu 2, 10 und 20 Cent


John Archer gelang es, im Frühjahr 1863 seinen früheren Kollegen Frederick Halpin zu überzeugen, als Graveur für die Südstaaten zu arbeiten. Von diesem stammen dann auch die Stahlstich-Stempel für die 2-Cent-Marke mit dem Bildnis von Andrew Jackson sowie für die 20-Cent-Marke mit dem Bildnis von George Washington. Außerdem soll Halpin auch den Stempel für die Type II der Stahlstich-Ausgabe der 10-Cent-Marke angefertigt haben. Die Marken zu 2- , 10-  und 20-Cents waren ab April 1863 erhältlich. Die 2-Cent-Marke wurde aber erst nach dem Aufbrauchen der vorhergehende 2-Cent-Marke verkauft. Eine Besonderheit der 20-Cent-Marke bestand darin, dass diese wegen der vorhandenen Kleingeld-Knappheit eher als Notgeld denn als Freimarke Verwendung fand. 

Von der Freimarke zu 10 Cent sind Marken mit Linien-Zähnung bekannt, die auf einem Versuch des Post Office Departments beruhen. Allerdings wurde dieser Versuch, der mit einer aus Großbritannien beschafften kleinen Zähnungsmaschine durchgeführt wurde, wegen der Langsamkeit des Prozesses (jede Zähnungsreihe musste einzeln gestanzt werden) und wegen des unbefriedigenden Ergebnisses (wegen der Gummierung waren die Zähnungslöcher häufig un-vollständig ausgestanzt), nach kurzer Zeit wieder beendet. Aufgrund der geringen Auflage der gezähnten Marken wurde diese Zähnung häufig gefälscht. Die nebenstehende Abbildung (ebenfalls von der Rumsey-Auktion 2013) zeigt einen Viererblock der 10-Cent-Marke mit der typischen rauen und unvollständigen Zähnung. 








Das Jahr 1863 brachte sowohl für die Konföderierten als auch für die Unionstruppen enorm verlustreiche Kämpfe, bei denen die Nordstaaten letztendlich die Oberhand behielten. Noch gab es aber sowohl mit Nord-Virginia-Armee als auch mit der Tennessee-Armee Einheiten der Südstaaten, die eine hohe Kampfkraft und Kampfmoral besaßen. 

Literatur:
James M.McPherson, "Für die Freiheit sterben", Anaconda Verlag Köln, 2008
Hans von Rudolphi, Konföderierte Staaten in Handbuch der Briefmarkenkunde, 4.  und 5.Lieferung, 1940


 
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