Die Privatisierung und ihre Folgen - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Die Privatisierung und ihre Folgen

Heft 40

-  Wolfgang Ehrhardt nach einem Bericht im “Briefmarken-Spiegel“

Als die “Deutsche Bundespost“, bis dahin ein Sondervermögen des Bundes, 1995 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, hatte das weitreichende Folgen – auch für die Philatelisten:

Die Deutsche Post AG ist voll auf Rentabilität ausgerichtet!

Die Post muss sich dem Wettbewerb stellen und für ihre Aktionäre eine Dividende erwirtschaften. Sofort ins Auge fallende Veränderungen bestehen in der Ausdünnung und Umstrukturierung des Vertriebsnetzes, zeigen sich aber auch in der schrumpfenden Zahl an Briefkästen. 
Die Post betreibt in eigener Regie nur noch eine einzige Filiale - im Post-Tower in Bonn! Die übrigen Filialen wurden von der Postbank übernommen, die den Postbereich der Deutschen Post gegen Bezahlung zur Verfügung stellt und nutzt die Filialen ansonsten für ihren Bankbetrieb.
Daneben agiert die Post in Postagenturen und Postshops. Dieses Konzept dient dazu, die hohen Kosten für das jetzt deutlich grobmaschigere Vertriebsnetz zu senken. 
Die Wege für den Postkunden sind dadurch oft deutlich länger geworden. Und es gibt noch ein weiteres Dilemma: Das Personal in Postagenturen und Postshops verfügt trotz Einarbeitung und Schulung oft nicht über ein solides Wissen, wie es der Kunde bei gelernten “Postlern" erwarten kann.
So gesehen sind wir in Schwedt noch in der glücklichen Lage, dass in der Filiale im CKS noch “echte Postler“ beschäftigt sind und die persönlich über die Theke gereichten Briefe sehr sauber abgestempelt werden. Aber die sehr häufig anzutreffenden langen Schlangen sprechen für sich.
Einher ging der Abbau von Briefkästen. Sie muss der Postkunde bisweilen über eine längere Distanz ansteuern oder - wenn er mit den örtlichen Gegebenheiten nicht vertraut ist - sogar mühsam suchen. Das sind Erschwernisse, die sich die Post vor allem deshalb ohne namhafte Konsequenzen leisten kann, weil die Konkurrenz ihr kaum Paroli bietet. Die privaten Postdienste, wie der orts-ansässige City Brief Bote (CBB), haben trotz niedriger Entgelte Mühe, sich auf dem Markt zu etablieren. Dabei stellt sich z.B. die Frage, weshalb der CBB keine eigenen Briefkästen im Stadtgebiet aufstellt? 
Die Deutsche Post ist also weiterhin der Platzhirsch. Gleichwohl findet der Kunde die Deutsche Post nicht im Telefonbuch. Selbst in Großstädten taucht sie dort nicht auf. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist deshalb nicht ganz einfach. Sie läuft zudem über Callcenter, deren Personal nicht selten wenig kompetent ist und deshalb immer wieder passen muss.
Ein durchaus noch wichtiges Standbein bei der Post ist die Niederlassung Philatelie mit ihrem Erlebnis-Team Briefmarke. Sie hat ein besonders günstiges Verhältnis von Aufwand und Nutzen, wandern doch die meisten Produkte ohne jede Beförderungsleistung in die Sammleralben. 

Es ist fast wie das Drucken von Geld.

Mindererlöse aus dem Verkauf von Briefmarken als Folge zurückgehender Sammlerzahlen gleicht die Postphilatelie durch eine lange Palette von Produkten aus, etwa durch immer mehr selbstklebende Marken als Parallelausgaben, eine Fülle von Ganzsachen und durch Produkte der “Kartonphilatelie“


 
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