Der 13. Dezember – ein Tag hoher Bedeutung für Schwedt - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der 13. Dezember – ein Tag hoher Bedeutung für Schwedt

2014

Diese Überschrift war vor 140 Jahren im Schwedter Tageblatt zu lesen. Wörtlich hieß es: “Der 13. Dezember (1873) ein Tag hoher Bedeutung für die Zukunft unserer Stadt, sah den ersten, vollständig rangierten Personenzug vor dem Perron des neuen Bahnhofs in Schwedt halten, um die Mitglieder des Bahn-Comitees, des Aufsichtsraths, die Spitzen der Behörden und andere geladene Gäste auf dem nunmehr beendigten Schienenweg nach Angermünde zu führen. Die Bahn ist fertig, ein lang gehegter Wunsch der Bewohne-rschaft in Erfüllung gegangen, Schwedt mit dem großen Eisenbahnnetz Europas verbunden. Zunächst und in erster Linie gebührt das Verdienst und der Dank der Bürgerschaft den Herren Rentier Stubenrauch, Dr. Hahndorff, Dr. Wolff und Kaufmann Stenger, welche mit wunderbarer Ausdauer sich der gestellten Aufgabe, für Schwedt eine Bahn zu erstreben, unterzogen. Nächst der Genannten hat der Herr Bau-Director Pleßner in uneigennütziger Weise zu dem Gelingen des Ganzen seine Hand geliehen. Jetzt ist das Werk “fest, gut und schön" vollbracht. Der festlich geschmückte Bahnhof konnte heut kaum die Menge fassen, welche der ersten Fahrt beiwohnen wollte. Punkt 9 Uhr setzte sich der geschmackvoll decorirte Bahnzug unter dem Hurrah der Zuschauer und in Begleitung eines Musikcorps in Bewegung. Die Maschine, die Wappen von Schwedt und Angermünde an der Vorderseite tragend, brachte uns in 45 Minuten nach Angermünde, auch hier war der Bahnhof reich decorirt. Nach einstündigem Aufenthalt traten wir um 11 Uhr die Rückfahrt an, und brachte uns der Zug nach kurzer Besichtigung der Anhaltestelle Pinnow gegen 12 Uhr nach Schwedt zurück.“
Deshalb organisierte der Schwedter Briefmarken-Sammlerverein am 13.12.2013 zum 140. Jubiläum der Eisenbahn Angermünde-Schwedt in beiden Richtungen Sonderpostbeförderungen mit speziellen roten bzw. grünen Bestätigungsstempeln. Auch erschien dazu eine Pluskarte mit der Bahnstrecke und im Wertstempel die Abbildung einer preußischen Lok vom Typ P3, die in den Stettiner Vulcan-Werken gebaut wurde und auf unserer Strecke eingesetzt war.  Der Sonderstempel zeigt die Lok P3 vor dem ehemaligen Schwedter Bahnhof.


Die Karten und die Sonderpostbeförderungen fanden ein großes Interesse und unser Schatzmeister konnte sich über die Einnahmen freuen.
Doch als wir die ersten gelaufenen Karten zurück erhielten, war dies ein Schock – und wir fühlten uns schlecht gegen die vielen auswärtigen Käufer.


Alle Karten wiesen an den Rändern deutliche Beschädigungen auf, die offensichtlich während der postalischen Bearbeitung erfolgten.
 
Unter der Überschrift
Briefmarkenzerstörung?

erschien in der “philatelie“ Nr. 437 der folgende Brief unseres Vorsitzenden Wolfgang Ehrhardt, der bundesweit eine große Zustimmung erfuhr:

Es ist schon viel über beschädigte und verstempelte Sammlersendungen in den Briefzentren geschrieben worden; aber was wir diesmal erlebten, ist wohl der Gipfel des Zumutbaren:
Anlässlich des 140. Jahrestages der Eröffnung der Bahnlinie Angermünde-Schwedt organisierte unser Schwedter Briefmarken-Sammlerverein eine Sonder-Post-beförderung auf der erwähnten Bahnstrecke. Hierzu wurde über den Online-Shop der Post eine dem Anlass entsprechende Pluskarte im Format C6 mit individuellem Wertstempel und Zudruck gestaltet. Außerdem wurde ein Sonderstempel bestellt. Die Resonanz der Sammler auf das Angebot, dass sowohl in der “philatelie“ als auch in der DBZ und im Briefmarkenspiegel veröffentlicht wurde, war sehr bemerkenswert. Umso größer war unser Entsetzen, als wir die ersten Belege zurückerhielten, die nach der Abstempelung mit dem Sonderstempel mit der Post befördert wurden. Alle diese Belege waren an mindestens einer Stelle am rechten, oft sogar auch am oberen und linken Rand, stark beschädigt!
Die Stempelstelle bestätigte auf Nachfrage, dass unsere Belege dort ordnungsgemäß behandelt und unbeschädigt weitergeleitet wurden - was auch die blanko-gestempelten Karten belegen. Es ist also anzunehmen, dass diese C6-Pluskarten bei der nachfolgenden maschinellen Behandlung beschädigt wurden. Ob dass nun an der relativ glatten rückseitigen Beschichtung oder aber an der Größe der Pluskarten liegt, kann nur gemutmaßt werden. Die Karten sind in Höhe und Breite um mindestens 4 mm größer, als übliche C6-Format-Karten.
Neben den bereits häufig erwähnten Beschädigung von Sammlerbelegen durch maschinelle Stempel und Sortiervorgänge sollte sich die Post auch der Frage stellen, ob die Pluskarten des im Online-Shop angebotenen sogenannten C6-Formats überhaupt maschinell ohne Beschädigung der Karten zu bearbeiten sind. Es sollte doch für die Post ein leichtes sein, diese Pluskarten im normalen Postkartenformat anzubieten und damit Beschädigungen bei der Bearbeitung von vornherein auszuschließen.


 
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