Elsa Brandström - verehrt als Engel von Sibirien - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Elsa Brandström - verehrt als Engel von Sibirien

Heft 41

- Eine Reminiszenz von Eckhard Baumunk unter Zuhilfenahme von Literatur über Elsa Brandström

Die Deutsche Post AG gab 2013 aus Anlass des 150-jährigen Wirkens des Roten Kreuzes die abgebildete Ganzsache mit dem Bildnis von Elsa Brandström (Brändström) heraus. 


Da ich sie bisher nicht kannte, interessierte mich, weshalb sie "Engel von Sibirien“ genannt wird.
Als Schwedin in St. Petersburg in Russland am 26.3.1888 geboren, verstarb sie am 4.3.1948 in Cambridge in Massachusetts in den USA.

Sie war eine Philanthropin - und dies mit Haut und Haaren.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ließ sie sich als Krankenschwester ausbilden und arbeitete in russischen Lazaretts. Sie sah aber auch, wie erbärmlich es den deutschen Kriegsgefangenen ging. Diese wurden nur notdürftig versorgt und ohne Winterkleidung in die Gefangenschaft nach Sibirien transportiert.

Elsa beschloss, etwas für die Gefangenen zu tun und brachte in Deutschland eine große Hilfsaktion in Gang.
Über das Schwedische Rote Kreuz konnten Tausende von Rucksäcken mit Winterkleidung nach Sibirien gebracht werden. Den Zug nach Sibirien begleitete Elsa selbst, damit die Hilfe auch bei den Notleidenden ankam.  

700.000 Kriegsgefangene wurden unter katastrophalen Bedingungen in den Lagern gehalten. Mit der Kraft ihrer Überzeugung konnte sie Verbesserungen bei der Hygiene, der Ernährung und anderen Maßnahmen erreichen und begleitete Austauschtransporte der Schwerverwundeten von Russland nach Deutschland. 
All dies brachte ihr den Kosenamen “ENGEL von SIBIRIEN“ ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg unternahm sie mehrere Vortragsreisen und sammelte im In-und Ausland Geld und Kleidung zur Unterstützung ehemaliger Kriegsteilnehmer.
Von nun an kümmerte sie sich im Arbeitssanatorium für ehemalige kriegsgefangene Deutsche in Bad Marienborn um deutsche Kriegsheimkehrer, die Kinder von verstorbenen Kriegsgefangenen und um Kinder von traumatisierten Kriegsgefangenen.

Sie gründete mehrere Kinderheime, unter anderem in der Schreibermühle bei Lychen (Uckermark) und im Schloss Neusorge in Mitweida für 200 Kinder. 
Nach 7-jähriger Tätigkeit dieser Häuser mussten sie aus Kostengründen abgegeben werden.

1929 heiratete Elsa in Dresden. 
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten übersiedelte das Ehepaar in die USA.  Hier organsierte Elsa für Neu-ankömmlinge Hilfe und besorgte notwendige Papiere.

Während des Zweiten Weltkrieges begann Elsa Brandstöm mit dem letzten großen Vorhaben ihres Lebens - sie sammelte Kleidung für Kinder im notleidenden Deutschland.
Für den Transport ließ sie Holzkisten bauen, die sich auch als kleine Schränke verwenden ließen. 
Die “CARE"- Pakete waren geboren.

Elsa Brandström wurde zu Lebenszeiten hoch geehrt. So verliehen ihr die Universitäten in Tübingen, Uppsala und Königsberg die Ehrendoktorwürde.
Fünf Mal wurde sie offiziell für den Friedensnobelpreis nominiert und mehrere Länder zeichneten sie mit ihren Verdienstorden aus.

Im ökumenischen Heiligen-Lexikon ist sie benannt und der 4. März ist im evange-lischen Namenskalender als Gedenktag aufgeführt. Es ist der Tag, an dem sie 1948 starb.

Die Welt trauerte um eine mutige Frau, die Hunderttausenden geholfen hatte und als “Engel von Sibirien"  in die Geschichte einging - ein Titel, den sie selbst nicht gern gehört hatte.

Die Deutsche Bundespost, die in den Jahren 1949 bis 1955 die Wohlfahrtsserie ,,Helfer der Menschheit" heraus gab, stellte sie der zweiten Serie unter der Mi.-Nr. 145 vor.


 
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