Andere Sammelgebiete: Munro-Bagging - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Andere Sammelgebiete: Munro-Bagging

Heft 41

- von Dr. Hans-Werner Meiners, Angermünde

Bei vielen Sammelgebieten trägt man in der Regel Dinge zusammen. Nicht so beim Munro-Bagging, bei dem man die Besteigungen der sogenannten Munros sammelt. Munros sind Berge in Schottland über 3000 ft (ca. 914,4 m). Benannt sind sie nach Sir Hugh Munro of Lindertis, der als erster eine Liste aller schottischen Berge mit der entsprechen-den Höhe auf der Basis der damals vorhandenen Karten zusammenstellte. Die heutige Liste, die letztmals aufgrund von präzisen GPS-Messungen 2012 aktualisiert wurde, umfasst 282 Berge über 3000 ft. Noch 2009 waren 284 Munros zu besteigen, um die eigene Liste zu vervollständigen. Ein weiterer Unterschied zu anderen Sammelgebieten ist die notwendige körperliche Anstrengung, um das Ziel zu erreichen.



Der höchste Berg Schottlands ist der Ben Nevis (1344 m, oben). Im Gegensatz zu ähnlich hohen Bergen in Deutschland beginnt der Aufstieg auf ihn auf Meeresspiel-Niveau. Das ist auch bei vielen anderen Munros so. Hinzu kommt, dass es etliche Munros gibt, die ziemlich weit von der nächsten Straße oder Bahnstation entfernt liegen. Die vielleicht größte Herausforderung ist jedoch das typisch schottische Wetter mit lang andauerndem Nieselregen, kühlen Temperaturen und Windböen bis zu 100 km/h auf den Gipfeln. 





Bis auf wenige Ausnahmen ist beim Munro-Bagging kein Klettern notwendig. Das Foto rechts zeigt den sogenannten Inaccessible Pinnacle, ein Felskamm nahe des Gipfels des Sgorr Dearg auf der Insel Skye an der Westküste. Seit dem der Pfarrer A. E. Robertson im Jahr 1901 als erster alle Munros der damaligen Liste bestieg, haben über 5400 weitere Bergwanderer das finale Ziel - alle Munros zu besteigen – erreicht. Einige Munroisten (so werden diejenigen genannte, die alle Berge bestiegen haben) haben es bereits mehrfach geschafft. Andere haben die Berge nur im Winter, mit dem Fahrrad oder auf andere kuriose Weise zu besteigen versucht. A.E.Robertson hat zu einer Zeit, in der die Verkehrswege in Schottland bei weitem nicht so ausgebaut waren wie. heute, 10 Jahre für seine Runde benötigt. Mit entsprechender Vorbereitung und logistischer Unterstützung ist es vor einigen Jahren einem schottischen Briefträger gelungen, die Gipfel der 284 Berge in 45 Tagen zu erreichen.




Ich selbst habe den großen Teil meines Urlaubs von 12 Jahren gebraucht, um endlich auf dem letzten Berg zu stehen und bald darauf als erster ehemaliger DDR-Bürger die Urkunde mit der Nr. 4376 über den Status eines Munroisten zu erhalten.



 
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