Der 1. Weltkrieg – Ursachen und Ausbruch - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der 1. Weltkrieg – Ursachen und Ausbruch

Heft 42

- von Eckhard Baumunk

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Welt hinsichtlich möglicher Kolonien weitestgehend aufgeteilt. Die Großmächte hatten weite Teile Afrikas und Asiens besetzt und zu ihrem wirtschaftlichen und politischem Einflussgebiet gemacht.
Deutschland hatte bei der Weltaufteilung, im Zeitalter des Imperialismus, keine großen Erfolge vorzuweisen, denn Bismarck war trotz des Druckes expansionistischer Kräfte dabei sehr zurückhaltend. Erst 1897 wurde ein Wandel in der deutschen Außenpolitik sichtbar, als erstmals offiziell von einem notwendigen “Platz an der Sonne" gesprochen wurde.
Komplizierte Bündnissysteme waren durch das imperialistische Streben der Staaten in Europa entstanden und standen sich teilweise feindlich gegenüber. Anfang des 20. Jahrhunderts sah sich Deutschland dem gefährlichen Bündnis der “Entente" (England, Frankreich und Russland) gegenüber. Als Gegenpol schloss sich der “Dreierbund" aus Deutschland, Österreich/Ungarn und Italien zusammen.
Da Österreich/Ungarn 1908 Bosnien und Herzegowina in sein Territorium eingliederte, kam es zum Konflikt mit Russland, welches ebenfalls eigene Interessen auf dem Balkan verfolgte. Der slawische Nationalismus wurde extrem angeheizt.
In beiden Bündnissen begann eine Hochrüstung in allen Armeeteilen (Land/Luft/See) und die Angst vor kriegerischen Konflikten erhöhte sich von Jahr zu Jahr. Deutschland bemühte sich um eine Allianz mit Russland und England - jedoch ohne Erfolg. So kam es, dass die “Glorifizierung des Militärischen" ungeahnte Ausmaße annehmen konnte und selbst ein Karl Liebknecht im Reichstag für die weitere Aufrüstung stimmte.
Deutschland geriet auf Grund seiner aggressiven und lautstarken Außenpolitik immer mehr in außenpolitische Isolation. Diese Politik der Stärke gegen die Staaten der Entente führte dazu, dass das Kaiserreich im diplomatischen Abseits stand.
Die innerpolitischen Probleme dieser Zeit wurden durch eine aktive Propaganda deutschnationalen Gedankengutes, Antisemitismus, Rassismus und Militarismus so geschwächt, dass der Wahn vom Überlebenskampf deutscher Kultur gegen die “slawische Barbarei“ in den Köpfen dominieren konnte.
Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog F. Ferdinand und seiner Gattin am 28.6.1914 in Sarajewo durch die südslawischen Nationalisten war nur der willkommene Vorwand und nicht die Ursache, den Krieg zu beginnen. Es war das Streben Deutschlands und Österreichs, ihre außen- und innenpolitischen Krisen militärisch zu überwinden, das den Krieg auslöste.


Kaum fünf Wochen nach dem Attentat befand sich Europa am Rande einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. In diesem Krieg kämpften mehr als 60 Millionen Soldaten auf 5 Kontinenten, von denen ca. 10 Mio. ihr Leben verloren und 19 Mio. verstümmelten und ihre Gesundheit einbüßten.

Die Mahnung von Käthe Kollwitz
Nie wieder Krieg!

ist heute aktueller denn je!


 
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