Postwertzeichen stets in die rechte obere Ecke der Anschriftenseite kleben! - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Postwertzeichen stets in die rechte obere Ecke der Anschriftenseite kleben!

Heft 42

- von Heinz Ihmann, Tönning 

Kürzlich bekam ich einige Briefe mit diesem interessanten Nebenstempel, der mir bisher nicht bekannt war und Fragen 
aufwirft: 
Wem diente dieser Nebenstempel? 


Da ist zunächst festzustellen, dass der Empfänger der Sendung eigentlich keinen Einfluss mehr auf die Gestaltung der Briefvorderseite hat. Er kann wohl, falls er mit dem Absender weiter in Kontakt bleibt, diesem die Aufforderung der Post mitteilen, mehr ist für ihn nicht „drin“. Interesse an der richtigen Platzierung hat jedoch die Post, dies trifft vor allem bei der heutigen automatischen Abstemplung der Briefe und Karten zu. 
Doch auch schon zu Zeiten des Deutschen Reiches muss es Probleme mit der richtigen Verteilung der Postwertzeichen auf der Vorderseite gegeben haben, denn die erste Anweisung dazu findet man in der Postordnung vom 30. Januar 1929 (Amtsblatt des RPM Nr. 13, S. 49 und Reichsgesetzblatt I Seite 33 vom 1. März 1929). Dort heißt es im § 2 (Außenseite des Poststückes) im Abs. III.: “Die Postwertzeichen sind in die obere rechte Ecke der Aufschriftseite …zu kleben“. 
Diese Postordnung ist von der späteren DDR übernommen worden und in der 2. Anordnung über den Postdienst - Postordnung - vom 3. April 1959 (Gesetzblatt der DDR, Teil I, Nr. 27/1959 vom 11. Mai 1959) noch einmal ausdrücklich unter § 3 (4) ausgewiesen. Auch hier heißt es: “Die Postwertzeichen sind in die obere rechte Ecke der 
Anschriftseite zu kleben“. Die gleiche Formulierung findet sich in der Postordnung vom 21. Nov. 1974 (Gesetzblatt Teil I, Nr.13/1975 - hier § 4 (4). 
In der Postordnung vom 28. Februar 1986 (Gesetzbl. Teil I, Nr. 8/1986 vom 19. März 1986) wird unter § 4 (4) der bisherige Text noch konkretisiert: „Mehrere Postwertzeichen sind nebeneinander anzubringen“. 
Nun wird noch klarer, wem der gezeigte Nebenstempel eigentlich Nutzen bringen soll; der Post. 

Alle Wertzeichen sollen vom Stempelvorgang erfasst werden, eine zweite missbräuchliche Verwender Briefmarken soll ausgeschlossen werden. 


Die vorliegenden Briefe sind alle an die gleiche Anschrift, (einer NVA-Adresse im ehemaligen KdF-Bad Prora) gerichtet. 

Wurde der Stempel nur dort verwendet? Wer kennt weitere Einsatzorte? 


 
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