Das historische Schwedter Posthaus-Schild ist wieder da! - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Das historische Schwedter Posthaus-Schild ist wieder da!

2015

- von Wolfgang Ehrhardt

Bis in die jüngste Vergangenheit wurden in der Regel die Postanstalten außen durch ein Wappenschild gekennzeichnet. Diese Posthausschilder gibt es in Brandenburg-Preußen seit der Gründung der "Staatspost" durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm im Jahre 1649. Weil die ersten Postagenturen meist in Gasthäusern untergebracht waren, mussten diese natürlich von außen als solche zu erkennen sein.

Im Laufe der Zeit wandelten sich die aus Holz gefertigten Schilder, besonders bei großen Postanstalten, zu regelrechten kleinen Kunstwerken. Und weil die Post für die jeweiligen Herrscher zu den größten Einnahmequellen gehörte, wollten sie auch zeigen, wem sie gehörte. Deshalb wurde für die Herstellung der Posthausschilder, die bald auch aus Zinn oder Kupfer gefertigt wurden, viel Aufwand betrieben. Mit der Bildung des Norddeutschen Bundes wurden dann einheitlich gestaltete, jetzt meist emaillierte Postschilder angefertigt.

Eines der ältesten erhalten gebliebene Posthausschild Preußens stammt aus Schwedt.
Dieses oft in der Literatur vorgestellte prächtige Schild zeigt den von einer Kette des Schwarzen Adlerordens umgebenen preußischen Adler mit den Initialen "FR" (Fridericus Rex).

Es wurde also zur Zeit Friedrich II., des Großen (1740-1786) an der "Alte Post" am Paradeplatz angebracht. Dieses 1812 errichtete Posthaus mit der Wohnung des Vorstehers, einem Schalterraum und Remisen für Pferde und Wagen um einen geräumigen Hof blieb bis zum Neubau des Kaiserlichen Postamtes neben der Katharinen-Kirche 1888 in Betrieb und fiel erst den Kriegszerstörungen 1945 zum Opfer.

Der gute Erhaltungszustand des 730x1040x120 mm großen aus Kupfer getriebenen und auf einer Holzbasis montierten Schildes lässt vermuten, dass es spätestens unter König Friedrich Wilhelm II. abgenommen bzw. ersetzt wurde.

Aus dem Leihvertrag ist zu entnehmen, dass bereits im Jahre 1877 die Oberpostdirektion Potsdam das Posthausschild aus Schwedt erwarb und es dem Reichspost-Museum in Berlin übergab. 1939 wurde das Museum geschlossen und die wertvollsten Teile der Sammlung ausgelagert. Durch amerikanische Soldaten erfolgte 1945 die Überführung von Teilbeständen aus Berlin nach Hessen, wo sie den Grundstock für das 1958 eröffnete Bundespost-Museum in Frankfurt am Main bildeten. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Stiftung für Post und Telekommunikation gegründet, die heute Museen in Berlin, Frankfurt am Main und Nürnberg unterhält. Damit kamen auch die Exponate aus dem Reichspostmuseum wieder an ihren Ursprungsort Berlin zurück.

Vielleicht gelingt es, eine Kopie davon zu erhalten, die ein echter "Hingucker" im Museum wäre!


 
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