Vor 65 Jahren fand die Deutsche Briefmarken-Ausstellung DEBRIA in Leipzig statt - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Vor 65 Jahren fand die Deutsche Briefmarken-Ausstellung DEBRIA in Leipzig statt

Heft 43

- von Konrad Fischer

Die Ausstellung wurde vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, Zentrale Kommission Philatelie veranstaltet. Der Schirmherr der der Ausstellung war der Präsident der DDR, Wilhelm Pieck (1876-1960). Die Gesamtleitung lag in den Händen von Felix Martin (1890-1965, Chemnitz und Kurt Sämisch (1907-1982, Berlin).

Die Ausstellungsstätte war die Messehalle IX der Technischen Messe. Es wurden für 289 Exponate Medaillen (Gold/Silber/Bronze) vergeben und 16 Diplome mit und 62 Diplome ohne Ehrenpreis. Eine international besetzte Jury unter der Leitung des bekannten Philatelisten Kurt Zirkenbach (1895-1972) Halle/SaaIe, bewertete die ausgestellten Objekte.

Ein Blick in die Ausstellungsbedingungen der DEBRIA 1950 in Leipzig lässt erkennen, dass es kaum Unterschiede in der Gliederung der Exponate zu der heutigen Ausstellungsordnung des BDPh gab. Nur ein Gliederungspunkt ist bemerkenswert: "Neusammlungen, die ab 1945 angelegt wurden". Hier wurde berücksichtigt, dass Ausstellern, denen durch Kriegs-Einwirkungen, Flucht und Vertreibung ihre Sammlungen verloren gegangen waren, eine Beteiligung ermöglicht wurde.

DEBRIA-Block (DDR Block 7) mit Sonderstempel bedarfsgerecht frankiert nach Riga
(Lett. SSR) mit 1,10 Mark, davon 50 Pfg. Briefgebühr Ausland und 60 Pfg. Einschreiben.

In die DEBRIA 1950 war auch der deutsche Philatelisten-Kongress vom 1.-3. September 1950 mit eingebunden. An diesem Kongress, der unter der Leitung von Kurt Sämisch, Berlin und Richard Renner (1876-1960, Hamburg) stand, nahmen Delegierte und auch Besucher der DEBRIA teil. Der Zuspruch war sehr groß, und teilweise war der Vortragssaal mit 800 Personen aus Ost und West belegt. Der Kongress beinhaltete die Erörterung aller philatelistischer Themen der damaligen Zeit, wie Gegenwartsfragen der Zusammenarbeit BRD-DDR, Prüfung und Fälschungsbekämpfung, Jugendbetreuung, Krieg und Frieden in der Philatelie, Ausstellungswesen und Juryarbeit und Gesamt-deutsche Treffen.
Hierzu sei bemerkt, dass Kurt Sämisch dem Kongress vorgeschlagen hatte, eine Gesamt-deutsche Beratung im November 1950 in Erfurt durchzuführen. "Es sei an der Zeit, dass endlich einmal die Vertreter der deutschen Philatelie sich an einen Tisch setzen, um der deutschen Postwertzeichenkunde weiterzuhelfen".
Leider ist dieser Vorschlag Wunschdenken geblieben. Die Ursachen lagen in der Entwicklung der beiden deutschen Staaten einerseits und der sich verschärfenden weltpolitischen Lage (Kalter Krieg) andererseits.
Die bis dahin ungelöste Frage des Auslandstausches wurde angesprochen mit der Maßgabe, diese schnellstmöglich einer Lösung zu zuführen. Wie wir wissen, geschah dies in der DDR erst 1955 mit dem Erscheinen der Sperrwerte und den Tauschkontrollstellen mit Vortausch-Kontrolleuren.
Die DEBRIA 1950 in Leipzig verzeichnete über 33.000 Besucher und war nach der IPOSTA 1930 in Berlin die bis dahin größte Briefmarkenausstellung in Deutschland.

Ortsbrief-Einschreiben vom Tag der Briefmarke 1950 2. Gewichtsstufe 92 Pf.,
Frankatur aus DEBRIA-Block; war bis 30.5.1951 gültig.



Briefstück mit DEBRIA-Block, entwertet mit 3-Farben-Sonderstempel
und ng. Sonderstempel des Deutschen Philatelisten-Kongresses

Der in Leipzig verausgabte DEBRIA-Block mit dem 3-Farben-Sonderstempel ist ein besonders ansprechendes philatelistisches Stück und sollte in keiner DDR-Sammlung fehlen.

Literatur: “se“ 1950, Heft 18, Seite 289-304


 
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