Vor 70 Jahren - Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Vor 70 Jahren - Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges

Heft 43

- von Konrad Fischer

Am 8. Mai 1945 war mit der bedingungslosen Kapitulation der faschistischen deutschen Wehrmacht in Deutschland und Europa der II. Weltkrieg zu Ende. Die Bilanz des Krieges waren nach Schätzungen über 50 Millionen Tote, 35 Millionen Kriegsversehrte bei 935 Milliarden Dollar direkter Kriegsausgaben mit der Vernichtung unersetzlicher materieller Güter und kultureller Werte.


Der abgebildete Luftfeldpost-Brief (INSELPOST) wurde am 26. März 1945
beim Feldpostamt Rodi auf der Insel Rhodos abgestempelt

Der Absender des Briefes war auf der Insel Leros im ägäischen Meer stationiert und wurde auf die Insel Kos verlegt. Von dort schrieb er an seine Frau:

Mein allerliebstes Murli !

Wie Du aus der neuen Feldpostnummer ersehen kannst, bin ich wieder einmal gewandert. Und ich bin froh darüber, weil die erfolgte Versetzung ein Jahr abschloß, das mir wenig Freude brachte. Es lag nicht am Dienst selbst, sondern an der Person des Vorgesetzten. Du hast ja selbst schon aus meinen Briefen entnommen, daß nicht alles so war, wie es sein sollte. Ärger und Zurücksetzung hat es genug gegeben. Doch diese Episode ist jetzt vorbei! Über einen anderen Anlass habe ich mich zu freuen. Auf der Überfahrt nach hier zeigte sich so offensichtlich, daß ich einen ganz besonderen Schutzengel zur Seite haben muß:. Deine Namenspartnerin Maria scheint mich unter ihren mächtigen Schutz genommen zu haben. Wind und Wellen hätten der Fahrt beinahe ein vorzeitiges Ende gemacht. Aber so kritisch es schon war, es ging alles gut.Viel hat nicht gefehlt und wir wären im Wasser gelegen, die Schwimmweste hätte bei dem Seegang nicht viel nützen können. Wie durch ein Wunder ging aber die Gefahr vorbei. Wieder ein Grund mehr mein Vertrauen auf ein glückliches Wiedersehen mit Dir zu festigen. Ja, mein Murli, mit Dir wieder vereint zu sein, ist mein heißes Sehnen, und meine tägliche Bitte ist, daß auch Du der Gnade des Allmächtigen teilhaftig werden mögest, die ich schon mehrmals zu spüren bekam. Über den Dank den wir dafür abstatten wollen, werden wir uns zu späterer Zeit besprechen. In den vergangenen 14 Tagen gab ich zwei Funkgrüße an Dich auf. Ich hoffe, daß sie wie auch meine Briefe geeignet sind, Dir die quälende Ungewissheit über mich zu nehmen. Mein Quartier ist etwas einfacher geworden, was aber weniger ausmacht, weil die Regenzeit vorbei ist und es schon ganz schön warm wird. Wenn ich nun auch wieder Nachricht von Dir hätte, wären meine momentanen Wünsche erfüllt.
Das wäre für heute alles. Der nächste Brief wird wieder länger werden.
Gute Nacht, mein Liebling! Gott schütze Dich!
Es grüßt Dich innigst vieltausendmal
Dein Fritz


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü