Die Rohrpost in Berlin - ein abgeschlossenes Sammelgebiet - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Die Rohrpost in Berlin - ein abgeschlossenes Sammelgebiet

Heft 43

- von Konrad Fischer  

Die Rohrpost in Berlin bestand vom 18. November 1865 bis 1963 in West-Berlin und bis 1976 in Ost-Berlin (DDR).
Zunächst ging es um die schnelle Beförderung von Börsennotierungen, die aus dem In- und Ausland im Haupt-Telegraphenamt ankamen oder von der Berliner Börse in die Welt gesendet wurden. Das Rohrpostnetz wurde schrittweise erweitert und am 1. Dezember 1916 erreichte es eine Gesamtlänge von 25,9 km mit 15 Rohrpost-Ämtern und stand gleichzeitig für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung.
Es konnten Briefe und Postkarten bis zum Gewicht von 20g und der Abmessung von 14 x 9 cm verschickt werden.
Rohrpostkarte (RP 2) vom 28.9. (18)78 /11-12V(ormittag) mit "cito"(eilig)-Vermerk.
Die blaue handschriftliche "14" ist der Hinweis auf das Ankunfts-Postamt.


Rohrpostbrief (RU 6) vom Aufgabe-Postamt BERLIN 66 (am 13.7.(19)08 11.10 V(ormittaqs) 
zum Postamt 30 (handschriftliche Angabe) 

mit rs Ankunftsstempel: 13.7.08 -11.30 V.

Die Beförderung der Rohrpostsendungen erfolgte im 15 Minuten-Takt. Und da die Rohrpost-Karten und -Briefe wie Telegramme behandelt wurden, war sie bei den Gebühren von 25 Pfennig für die Karte und 30 Pfennig für den Brief äußerst kostengünstig.
In den folgenden Jahren bis 1940 erfuhr das Rohrpostnetz mit ca. 400 km und 99 angeschlossenen Postämtern seine größte Ausdehnung. Danach gingen die Leistungen kriegsbedingt zurück und wurden nach 1945 im nun geteilten Berlin schrittweise wieder in Betrieb genommen. Infolge der Berliner Blockade 1948/49 durch die russische Besatzungsmacht wurde auch das Rohrpostnetz getrennt und arbeitete unabhängig voneinander weiter, bis es 1963 in West-Berlin und 1976 im Osten der Stadt eingestellt wurde.

Rohrpostbrief aus Ost-Berlin (DDR) vom 18.4.(19)61-16 Uhr vom Rohrpostamt 66; die Gebühr betrug immer noch 30 Pfennig.

Auch in anderen deutschen und europäischen Städten gab es Rohrpostbeförderungen, so in München, Hamburg, Frankfurt am Main, in Wien, Paris, Rom, London, Prag, Amsterdam und Dublin.

Das Luftpost-Einschreiben wurde in Berlin und Wien mit der Rohrpost befördert:
Die Gebühr von 1,12 RM setzt sich zusammen aus 12 Rpf. für den Brief,
30 Rpf. Einschreibe- und 40 Rpf. Express-Gebühr, 10 Rpf. Luftpostzuschlag
sowie je 10 Rpf. für die Rohrpost in Berlin und Wien.

Literatur: 
Lexikon der phrilatelie, Phil*Creativ Verlag 1998
Briefmarkenspiegel 6 / 2014


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü