Der 114. Deutsche Philatelistentag in Gotha zwischen Anspruch und Realität - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Der 114. Deutsche Philatelistentag in Gotha zwischen Anspruch und Realität

2015

- von R. Pohland, Verein "Briefmarkenfreunde Bernau e. V.“


Die anstehenden Jubiläen im diesem Jahr boten für den ausrichtenden Verein, den Briefmarken-Sammlerverein Gotha e.V., eine bisher kaum dagewesene Vielzahl von Möglichkeiten der Themengestaltung. Aber ich glaube, gerade darin bestand auch die große Gefahr für den Verein, sich beim „Stemmen“ der Aufgabe zu übernehmen.
Da war zum einen das Jubiläum 175 Jahre Herausgabe der ersten Briefmarke der Welt, der "One Penny Black“ mit dem Kopfbild der englischen Königin Victoria. Als reiche das nicht schon aus, hatte auch noch die Hochzeit eben jener Königin Victoria mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha in diesem Jahr ihr 175. Jubiläum.
Es bot sich also buchstäblich an, hierzu eine große Briefmarkenausstellung zu organisieren. Realisiert wurde das mit einer bilateralen Ausstellung Deutschland-Großbritannien im Rang 1. Hier wurden Objekte gezeigt, die jedes Sammlerherz höher schlagen ließen. Entsprechend hoch waren auch die Bewertungen der Jury.
Einziger Wermutstropfen hierbei war, dass die Räumlichkeiten in der Orangerie für eine Ausstellung dieses Formates viel zu klein und zu eng waren. Eine wirklich repräsentative Darbietung war aus Platzmangel nicht möglich.
Dem gleichen Anlass, wie die bilaterale Ausstellung war auch eine Präsentation von Raritäten aus der Royal Philatelic Collection zusammen mit einer Sonderschau des Consilium Philatelicum gewidmet. Was hier zu sehen war dürfte in dieser Komplexität wohl so schnell nicht wieder den Sammlern geboten werden. Angefangen von mehreren Blättern zur "One Penny Black“ und der "Two Pence Blue“ über die verschiedensten Ausgaben mit dem Kopfbild Victorias aus fast allen damaligen Kolonien des britischen Königreiches bis hin zu einem Original der legendären „Blauen Mauritius“ aus der Royal Philatelic Collection war hier wirklich Großartiges zu sehen.
Leider gab es auch hier wieder einen kleinen Wermutstropfen. Der Eingang zur Schatzkammer war viel zu klein und zu eng und er musste sich auch noch mit dem Erlebnis-Team Briefmarke aus Hamburg geteilt werden. Hier kam es zu Staus bis vor die Tür, obwohl manche Besucher gar nicht in die Schatzkammer wollten, sondern zur Post und umgekehrt.
Damit jedoch noch nicht genug der Jubiläen, derer man gedenken wollte. So feierte in diesem Jahr der Gothaer Briefmarkenverein seinen 125. Geburtstag und politischer Höhepunkt in diesem Jahr ist ja der 25. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands.
Diesen beiden Ereignissen widmete der Gothaer Verein eine Sonderschau im Kulturhaus der Stadt Gotha.


Zum Philatelistentag mit seinen verschiedenen Events gab es eine Reihe, teils sehr interessanter Belege und Sonder-Stempel.


Und schließlich fand auch noch die German Team Challenge im Gebäude der Verwaltungs-Fachhochschule statt.
Das war für viele einheimische und angereiste Sammlerfreunde einfach zu viel des Guten. Nicht nur die Vielzahl der gebotenen Ausstellungen, sondern vor allem ihre Präsentation in mindestens vier teilweise mehrere hundert Meter voneinander entfernt liegenden Objekten wurde für viele Besucher zum physischen Problem.
Ich persönlich glaube, hier wäre weniger sicher mehr im Sinne der Philatelie gewesen und habe zugunsten einer Besichtigung des Gothaer Barockschlosses und des Herzoglichen Museums auch auf die Sonderschau und die German Team Challenge verzichtet.
Alles in Allem waren es aber zwei erlebnisreiche und un-vergessliche Tage, die ich nicht bereut habe und die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Nachsatz: Auf Bemerkungen zu den Tagungen des Philatelistentages wird an dieser Stelle verzichtet, da dies ausführlich in der Fachpresse geschah.


 
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