200 Jahre Wiener Kongress und das Ende Napoleons - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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200 Jahre Wiener Kongress und das Ende Napoleons

Heft 44

- von Eckhard Baumunk

Napoleon war geschlagen und auf der italienischen Mittelmeerinsel Elba in der Verbannung. Die Französische Vorherrschaft über Europa somit beendet.
Mehr als 20 Jahre lang hatte Napoleon den Kontinent beherrscht, nun konnte der Frieden wieder gegenwärtig werden.
In der Schlussakte des Pariser Friedens von 1814 verpflichteten sich die Unterzeichner-staaten die politische Neuordnung Europas kurzfristig in Wien einer Klärung zuzuführen.
Die Eröffnung des Wiener Kongresses war auf den 1. Oktober 1814 festgesetzt worden. Die Meinungsverschiedenheiten der vier Großmächte (Preußen, Russland, Österreich und Großbritannien) waren allerdings zu groß, da jeder ohne Kompromiss seine Haltung durchsetzen wollte.
- Russland wollte ganz Polen
- Preußen wollte Sachsen
- Österreich den Balkan
- das deutsche Bürgertum einen deutschen Einheitsstaat u.s.w.
Es kam, wie es kommen musste, zu keinem offiziellen Beginn.
Da aber die Vertreter von rund 200 europäischen Staaten nach Wien gereist waren vergnügten sich diese so gut sie konnten.
Schön, klug und raffiniert setzten die Frauen der Monarchen und Diplomaten ihre Fähigkeiten ein um zu vermitteln oder Intrigen zu schmieden. Aber auch ihnen gelang es nicht, einen Durchbruch in der Verhandlungsführung zu erreichen,
Fürst Metternich, der Verhandlungsführer des Kongresses, stieß mit seinen Lösungsvorstellungen vorrangig bei Zar Alexander auf Gegenwehr und auch König Friedrich Wilhelm III. sah neben dem jungen Zar recht blass aus.

Österreichischer FDC zum Wiener Kongress

Die Österreichische Post würdigte das Jubiläum mit einer Sondermarke zu 0,68 €, die den Fürsten Mettenich mit Bevollmächtigten anderer Staaten zeigt.
Es klingt paradox, aber es war Napoleon der wieder Schwung in den Wiener Kongress brachte:
Mit einem kleinen Regiment war Napoleon Ende Februar aus Elba entwischt und betrat am 1. März 1815 wieder französischen Boden. Er wollte nach Paris, zurück an die Macht. Er schafft dies und wenig später begann seine Herrschaft der 100 Tage.

Auf dem Wiener Kongress glaubte keiner den Friedensbeteuerungen Napoleons und so wurde er als Feind und Störer der Ruhe der Welt der öffentlichen Ächtung ausgesetzt.
Die Beratungen gingen jetzt zügig voran und die benannten Differenzen wurden weitest-gehend durch Kompromisse aus der Welt geräumt.
England, Russland, Preußen und Österreich erneuerten ihren Koalitionsvertrag und ver-pflichteten sich, den endgültigen Sieg über Napoleon herbeizuführen.

Ein neuer Krieg war damit unvermeidlich geworden.
Am 18. Juni 1815 standen sich auf schlammigen Feldern nahe Waterloo fast 190 000 Mann gegenüber - auf der einen Seite die Armee Napoleons, auf der anderen die Alliierten unter Wellington und Blücher.
Unter großen Verlusten beiderseits siegen die Alliierten, Napoleon muss abdanken und wird erneut verbannt. Diesmal auf die einsame Insel St. Helena im Atlantik, rund 2.500 km von der westafrikanischen Küste und 8.200 km von Paris entfernt. Hier starb er, 52-jährig, am 5. Mai 1821.

Am 9. Juni 1815 wurde in der Wiener Hofburg das Dokument von den Bevollmächtigten sämtlicher Staaten Europas besiegelt, welches die politische Ordnung in Europa wieder herstellte. Es gab Gewinner und Verlierer und alle lernten, dass man für einen haltbaren Frieden auch auf etwas verzichten muss. So erging es auch Deutschland, wo statt eines einheitlichen deutschen Staates nunmehr ein Deutscher Bund mit vielen kleinen souveränen Staaten entstand.

Im Ergebnis des Wiener Kongresses kam auch ein Teil des Saarlandes zu Preußen, das zu den großen Gewinnern gehörte und sein Territorium beträchtlich erweitern konnte.


 
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