Jan Hus - ein christlicher Theologe, Prediger und Reformator - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Jan Hus - ein christlicher Theologe, Prediger und Reformator

Heft 44

- von Konrad Fischer

Jan Hus lebte von 1370-1415 und setzte sich für eine tiefgreifende Reform von Kirche und Gesellschaft ein. Ab 1398 studierte er an der Karls-Universität in Prag Theologie und wurde 1400 zum Priester geweiht. Ab 1401 zum Dekan der philosophischen Fakultät ernannt wurde er 1402 Professor für Theologie und Philosophie. In den Jahren 1409-1410 übte er das Amt des Rektors der Prager Universität aus.
Jan Hus kritisierte in seinen Lehren scharf den weltlichen Besitz der Kirche, die Habsucht des Klerus und dessen lasterhaftes Leben. Er kämpfte leidenschaftlich für eine Reform der verweltlichten Kirche, trat für die Gewissensfreiheit ein und sah in der Bibel die einzige Autorität in Glaubensfragen - ähnlich wie Marin Luther 100 Jahre später in Wittenberg.
Durch sein Wirken kam Hus zunehmend in Konflikt mit den kirchlichen und weltlichen Gewalten. Der Prager Erzbischof beantragte beim Papst Alexander V. in Rom die Exkommunikation, die den Kirchenbann zur Folge hatte.
1411 musste Hus Prag verlassen. 1414 vor das Konzil zu Konstanz geladen, verweigerte er standhaft den Widerruf seiner Lehre und wurde unter Bruch des zugesagten freien Geleits 1415 öffentlich verbrannt.
Diese feige Gewalttat löste in Böhmen eine revolutionäre Bewegung aus, den sog "Hussitenkrieg", der erst 1437 völlig niedergeschlagen werden konnte.

Die Deutsche Post gedachte mit einer Ganzsache des 600. Todestages von Jan Hus.


Literatur: "Meyers neues Lexikon Band 6/1973


 
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