Die Leipziger Messe - Teil 1 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Die Leipziger Messe - Teil 1

Heft 45

- von Rolf Uhlig

Die Leipziger Messe lässt sich in ihren Anfängen bis ins Mittelalter zurückverfolgen. An der Kreuzung zweier Handelsstraßen, der via regia und der via imperii gelegen, entwickelte sich eine größere Marktsiedlung, aus der Leipzig hervorging. Unter dem Wettiner Markgrafen von Meißen Otto II. (dem Reichen) erhielt Leipzig im Jahre 1165 das Stadtrecht und die Markt-Privilegien.
Unter Friedrich dem Streitbaren, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen hatten sich jährlich zwei Märkte eingebürgert, den Jubilate- (am 2. Sonntag nach Ostern) und den Michaelis-Markt im September.
1458 wurde durch Kurfürst Friedrich II. mit dem "Neujahrsmarkt" ein dritter Markt verliehen und damit endgültig Leipzigs lange Tradition als wichtiges Handelszentrum und bedeutenden Standort einer der ältesten Messen der Welt begründet.
Und mit der 1409 erfolgten Gründung der Universität Lipiensis wurde Leipzig zu einer der bedeutendsten Städte Mitteldeutschlands.
Um 1480 wurde der Buchdruck in den Messehandel aufgenommen und 1497 erhob das Messe-Privileg Kaiser Maximilian I. Leipzig zur Reichsmessestadt und gewährte zudem die Ausdehnung des Stapelrechts auf 115 km im Umkreis. Damit wurde Leipzig zum wichtigsten deutschen Handelsplatz von europäischem Rang für den Warenaustausch zwischen West- und Ost-Europa; insbesondere für den Fellhandel und Kürschnereiprodukte.

Gedenkblatt mit Sondermarken und -Stempel zu 450 Jahre Messeprivileg.

1615 erteilte Kurfürst Johann Georg die Erlaubnis eines zusätzlichen Wollmarktes und ab 1625 kamen noch 2 Rossmärkte dazu.

Durch den industriellen Fortschritt mit immer umfangreicher werdenden Produktangeboten und dem durch den Bau der Eisenbahnen immer schneller und billiger werdenden Transport der Handelsgüter geriet Leipzig an seine Platzgrenzen. Dazu kam, dass immer mehr Firmen ihre Vertreter mit Warenmustern direkt zu den Kunden schickten, für die sich dann kein Messebesuch mehr lohnte. Deshalb setzte die Handelskammer im Jahre 1866 eine Kommission zur Untersuchung der ökonomischen Entwicklung ein, die zu dem Schluss kam, die Warenmesse in eine Mustermesse umzuwandeln.

Im Jahre 1895 fand dann die weltweit erste Mustermesse statt - und wurde ein voller Erfolg. Zugleich wurden die Oster- und Michaelismessen vorverlegt und die Neujahrs-messe entfiel. Anstelle der Hersteller und Kaufleute bestimmten nun die Firmen-Vertreter das Messegeschehen. Auch die Stadt veränderte sich. Neben den alten Renaissance- und Barock-Packhöfen entstanden jetzt "Messepaläste".
Der erste Weltkrieg hatte Leipzig isoliert und es bedurfte neuer Ideen, die Messe wieder zu beleben. 1916 wurde das Messeamt (Meß-Amt) gegründet, in dessen Auftrag der Leipziger Grafiker Erich Gruner 1917 als Markenzeichen das Doppel-M als Logo entwarf. 1918 fand die erste Technische Messe statt und schon bald wurde Leipzig wieder zur ersten Adresse im Welthandel.

Vertreter-Karte als Einladung zur Leipziger Frühjahrsmesse 1923

Mit dem Zusatz MESSESTADT in den Tagesstempeln warb nun auch die Post
und 1940 erschienen die ersten Sondermarken zur Leipziger Messe.





 
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