Ein Zettelchen als weiße Weste des Zensors - ein Überroller mit ungewöhnlichem Hinweis - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Ein Zettelchen als weiße Weste des Zensors - ein Überroller mit ungewöhnlichem Hinweis

Heft 45

- von Horst Ihmann


Der Brief vom 21.2.1945 aus Sankt Margarethen in Holstein an einen deutschen Kriegsgefangenen in einem Lager der amerikanischen Armee in Frankreich (die später meist in die USA gebracht wurden) ist ein interessanter Beleg mit deutscher und amerikanischer Zensur.
Mehrere Stempel der US-Armee-Zensur, die alle kein Datum tragen und der Klebestreifen (EXAMINER U.S.A.), belegen die Öffnung und Kontrolle. Der Vermerk "NO RECORD AT CCPWE Nr.17" benennt das Kriegsgefangenenlager im Lothringischen Stenay an der Maas, erklärt aber den Adressaten als dort nicht eingeschrieben.
Die handschriftliche Notiz "8310 L.S. 24. Aug. 45" zeigt an, dass der Brief zu diesem Zeitpunkt von der Labour Service Companie Nr. 8310 - wo immer sich diese auch befand - kontrolliert wurde.
Also lange nach Kriegsende hatte der Brief immer noch nicht den Empfänger erreicht!

Besonders bemerkenswert ist dieser kleine beiliegende Zettel der US- Zensur mit der Versicherung, dass die Verstümmelung des Briefes nicht durch sie erfolgt sei:


Auch im Inneren sind Spuren der Zensur zu sehen:

Was sie hier wohl herausgeschnitten hat?

Wenn es die Adresse des Onkels war, liegt die Vermutung nahe, dass der Kriegsgefangene inzwischen in einem Lager in den Vereinigten Staaten war.


 
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