500 Jahre Reformation - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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500 Jahre Reformation

Heft 46

-nach einer-Presseinformation in der Mitteldeutschen Tageszeitung vom 21.7.2016

Die Wittenberger Philatelisten begleiten seit 2008 die Luther-Dekade mit Sonderpostämtern, Belegen und Sonderstempeln zu Ereignissen der Reformation.

2. Oktober 2O16 - Wiedereröffnung der Wittenberger Schlosskirche

Nach dreijähriger Generalsanierung wurde am 2. Oktober 2016 im Beisein der Königin Margarethe von Dänemark und des Bundespräsidenten Joachim Gauck mit einem Festgottesdienst die Schlosskirche wiedereröffnet.
Die Kirche als Bestandteil der Schlossanlage Friedrich des Weisen (1463-1525) wurde 1503 geweiht und war ab 1507 die Universitätskirche Wittenbergs. lm Siebenjährigen Krieg brannte die Kirche 1760 völlig aus - auch die Tür von Luthers (angeblichem) Thesenanschlag 1517. Der Wiener Kongress schlug 1815 den sächsischen Kurkreis Wittenberg Preußen zu.
König Friedrich Wilhelm IV. ließ 1858 die bis heute erhaltene Bronzetür mit Luthers 95 Thesen als Portal einbauen.
Anlässlich Luthers 400. Geburtstag 1883 wurde von 1887-1892 die Schlosskirche im neu-gotischen Stil umgebaut und als "Ruhmeshalle der Reformation" - die Reformation war inzwischen Staatsreligion geworden - von Kaiser Wilhelm II. als obersten Bischof der preußischen Landeskirche eröffnet.
Als Teil des UNESCO--Weltkulturerbes (links Abb. eine Markenausgabe der Vereinten Nationen für die Luther-Gedenkstätten in Deutschland) beherbergt die Kirche die Gräber berühmter Persönlichkeiten: Neben Luther und Melanchton an zentraler Stelle befinden sich im Altarraum Denkmale von Friedrich dem Weisen und Johann dem Beständigen.








Erinnerungs-Postkarte zur Wiedereröffnung der Wittenberger Schlosskirche,

Der Sonderstempel zeigt Friedrich den Weisen mit Kurschwert als Detail des Bronze Epitaphs, das 1527 von Peter Viescher d.J. aus Nürnberg geschaffen wurde.

31. Oktober 2016 - Reformationstag

Zum Reformationstag erschien ein Beleg, der an einen Anlass für Luthers Thesen erinnert:
Der Dominikanermönch und Ablassprediger Johannes Tetzel (1465-1519) wird mit seinem Spruch "Wenn das Geld im Kasten Klingt, die Seele in den Himmel springt" zitiert. Würde man es heute eher als "Vollkaskoversicherung für das Jenseits" beschreiben? Immerhin war es ein dreister Ablasskrämer, der Luther gegen sich aufbrachte und letztlich berühmt machte!
Tetzel wurde als Sohn einer Goldschmieds im. Sächsischen Pirna geboren, wurde Mönch und erkannte sein kaufmännisches Talent 1504 bei seine Tätigkeit im Ablasshandel zunächst für den Deutschen Ritterorden. Nach einer kurzen Amtszeit als Prior in Glogau war er von 1505 bis 1510 als Ablassprediger in Sachsen unterwegs.
Wegen unsoliden Lebenswandels wechselte er das Revier und war in Süddeutschland und Tirol unterwegs. Wegen Ehebruchs und Spielbetruges wurde der fromme Mönch zum Tode durch Ertränken verurteilt. Er hatte Glück, dass Friedrich der Weise gerade bei Kaiser Maximilian in Innsbruck weilte und "seinen" sächsischen Mönch rettete. 1516 ernannte ihn das Bistum Meißen zum Subkommissar für den Bau des Petersdoms in Rom. Er verzeichnete große Einnahmen und wurde rasch Generalkommissar für die Bistümer Magdeburg und Halberstadt. lm Auftrag von Kardinal Albrecht von Brandenburg war er in Halle, Eisleben, Zerbst und Jüterbog unterwegs. Für den Kurkeis Wittenberg hatte er ein Verbot. Deshalb pilgerten viele Wittenberger 1516 in einem Tagesmarsch nach Jüterbog, um dort bei Tetzel ihren Ablass zu kaufen, selbst für Sünden, die sie noch gar nicht begangen hatten!
Luther war sichtlich verärgert über diesen Betrug im Namen des Herrn. Ihm kam dieser eifernde Dominikanermönch nun gerade recht, hatte doch der Ablasshandel endlich einen Namen und ein Gesicht!
Den Ablass, den kirchlichen Erlass von Sünden gegen Geld oder Sachleistungen hatte es das ganze Mittelalter gegeben. Für die sehr weltlich lebenden und stets klammen Päpste der Renaissance war der Ablass eine wichtige Einnahmequelle.
Am 31. Oktober 1516, dem Vorabend des Patronatstages und exakt ein Jahr vor seinem Thesenanschlag, predigte Luther in der Schlosskirche erstmals gegen den Ablass. Das Fest Allerheiligen war stets mit einer Ausstellung von Reliquien aus der Sammlung Friedrichs des Weisen verbunden und zog Tausende Gläubige in die Stadt. Luther - Augustinermönch und zunehmend kritischer Katholik - hatte ein Publikum und argumentierte: ""Wer über seine Sünden wirklich Reue empfindet, der entzieht sich nicht der Strafe durch Geld. "Ablass" lasse das Sündigen zu" Er kündigte an "nun will ich der Pauke ein Loch machen..." Das ist ihm mit seinem Thesenanschlag 1517 grandios gelungen.


Erinnerungs-Postkarte vom 31.10.2016:

Noch nie gab es beide Mönche und erbitterte Gegner zusammen auf einem Poststück! Der Beleg leitet postalisch das Reformationsjahr ein, das als Höhepunkt Martin Luthers Thesen-anschlag von 1517 begeht.


 
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