200.Geburtstag von Carl Zeiss - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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200.Geburtstag von Carl Zeiss

Heft 46

- von Konrad Fischer

Carl Zeiss wurde am 11.September 1816 in Weimar geboren. Seine väterlichen Vorfahren waren im Drechslerhandwerk tätig. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Weimar absol-vierte er eine vierjährige Lehre beim Hofmechaniker und Privatdozenten an der Universität Jena, Friedrich Körner.
Nach Abschluss seiner Lehre ging Carl Zeiss von 1838 bis 1843 auf Wanderschaft, die ihn in die Städte Stuttgart, Darmstadt, Wien und Berlin führte. Er kam dort mit den neuesten Erkenntnissen des Maschinenbaus und der Mechanik in Berührung und widmete sich dem wissenschaftlichen Apparatebau.
Er suchte die Nähe der Jenaer Universität, und der Botaniker Prof. Schleiden weckte sein Interesse an der Optik und dem Mikroskopbau, wo seinerzeit ein großer Bedarf bestand.
1846 erhielt Carl Zeiss eine Konzession zur Fertigung und zum Verkauf mechanischer und optischer Instrumente, sowie zur Errichtung eines Ateliers für Mechanik in Jena.
Im Jahre 1847 nahm er die Produktion einfacher Mikroskope auf, die sich gegenüber der Konkurrenz aus Frankreich und Österreichs behaupteten.
Die Qualität stand für ihn stets im Mittelpunkt seiner Produkte. Es ist überliefert, dass er Mikroskope eigenhändig seiner Mitarbeiter zerschlug, die nicht seinen Qualitätsanforderungen entsprachen.

Erinnerungs-Umschlag zum 200. Geburtstag des Geehrten
Mit Anlassbezogenem Sonderstempel

Einen besonderen Einfluss auf die Carl-Zeiss-Werkstätten hatte, wie schon erwähnt, der Botaniker Prof. Schleiden von der Universtät Jena. Er riet Zeiss, den Schwerpunkt auf die Mikroskop-Fertigung zu legen, da diese bei den aufstrebenden Wissenschaften, wie Medizin, Botanik, Geologie/Mineralogie, Werkstoffkunde usw. sehr gefragt waren.

Dreilinsige Systeme ergaben damals eine 200- bis 300-fache Vergrößerung, die in vielen Fällen nicht ausreichte. Man sollte wissen, dass die Linsensysteme empirisch durch Probieren entwickelt wurden, d.h. die Abstände der Linsen untereinander wurden verändert bis sich eine optimale Vergrößerung ergab.









Eine Berechnung der Objektive auf wissenschaftlicher Grundlage war bis dahin nur Joseph von Frauenhofer in München beim Bau von Fernrohrobjektiven gelungen. Die Zusammenarbeit mit dem Physiker Professor Ernst Abbe, der 1866 in die Firma von Carl Zeiss eintrat, brachte dann den Durchbruch. Unter seiner Mitwirkung entwickelte sich die Mikroskop-Herstellung auf rechnerischer Grundlage der Objektiv-Fertigung zu unübertroffenen, konkurrenzlosen Spitzenprodukten damaliger Zeit.
Nach mehreren Schlaganfällen verstarb Carl Zeiss am 3. Dezember 1888 in Jena.

Wenn man heute ein Zeiss-Fernglas in den Händen hält oder ein Mikroskop besitzt, sollte man sich daran erinnern, dass darin eine jahrzehntelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit steckt.
1889 wurde von Ernst Abbe die Carl-Zeiss-Stiftung gegründet, die im Vermächtnis ihres Gründers uns Stifters die Wissenschaft und Forschung im Bereich der Natur- und Ingenieurswissenschaften fördert. Die Fördertätigkeit ist dabei auf die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen begrenzt.
Die deutschen Postverwaltungen würdigten Carl Zeiss, Ernst Abbe, die Stiftung und die einzelnen Unternehmen schon mehrfach mit Marken-Ausgaben und Souvenir-Belegen.




 
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