Die Leipziger Messe - ein beliebtes Sammelgebiet - Teil 2 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Die Leipziger Messe - ein beliebtes Sammelgebiet - Teil 2

Heft 46

- von Rolf Uhlig

Obwohl das Gelände der Technischen Messe ein großes Trümmerfeld war, fand gleich nach beendetem 2. Weltkrieg vom 18. bis 21.11.1945 eine Musterschau Leipziger Erzeugnisse statt. Die Postverwaltung der OPD Leipzig gab bereits am 18.10.1945 dazu zwei Sondermarken mit der Abb. des Ausstellungs-Plakates aus. Der Erlös einer für 1 RM verkauften Souvenirkarte floss in den Wieder-Aufbaufonds.







Schon vom 8. bis 12. Mai 1946 fand die "Erste Friedensmesse" nach dem Krieg statt. Danach konnte wieder im alten Rhythmus eine Frühjahrs- und eine Herbst-Messe abgehalten werden. Dazu war es erforderlich, alte zerstörte historische Messehäuser wie "Hohmanns Hof" wieder zu er-richten oder wie das Ringmessehaus zu erweitern.
Bis in die 1950er Jahre dauerte der Wiederaufbau an. So war der Pavillon der Sowjetunion der erste Neubau, der 1951 auf dem Gelände der Technischen Messe entstand.
Während zur Frühjahrsmesse die Bereiche Metallurgie, Schwermaschinen- und Anlagenbau, Werkzeug- und Verpackungsmaschinen, Landwirtschafts- und Nahrungsgütertechnik, wissenschaftlicher Gerätebau, die Elektrotechnik sowie die Automatisierungs- und Informationstechnik dominierten, standen zur Herbstmesse hauptsächlich die Chemie und der Chemieanlagenbau sowie Textilmaschinen und der Straßen- und Schienenverkehr im Mittelpunkt.


Zu den zahlreichen Werbemitteln, wie Plakate, Kataloge, Goldmedaillen und Souvenirs (Messemännchen) trug auch die Deutsche Post der DDR bei, die bis 1990 jede Messe mit Sondermarken bedachte.


Besonders gelungen sind die Marken mit historischen Messeszenen des Leipziger Malers und Grafikers Erich Gruner.
 
 





Zu den Webemitteln können auch die zahlreichen Sonder-, Maschinen- und Absenderfreistempel zählen, die zu den Markenausgaben erschienen. Oft gab es von den einzelnen Messe-Standorten gleich mehrere Stempel parallel nebeneinander.


In der Folgezeit entwickelte sich die Leipziger Messe zum wichtigsten Zentrum des Ost-West-Handels. Dort waren alle großen und wichtigen Unternehmen des nicht sozialistischen Wirtschaftsgebietes (NSW) und besonders die westdeutschen und Westberliner Aussteller waren stark vertreten.
Damit einher gingen auch Erleichterungen im Grenzverkehr, denn während der Messe verzichtete die DDR ab 1955 auf die Transitgebühren in die Bundesrepublik.
1957 wurden besondere Messeflüge eingerichtet, die in 25 verschiedene Staaten führten und an denen sich bis zu 11 europäische Fluglinien beteiligten.

Entsprechende Belege führten zu einem eigenständigen Sammelgebiet.


Mit dem Ende der DDR entfiel die Bedeutung der Leipziger Messe als Plattform für den Ost-West-Handel und Leipzig musste sich nach ihrer 850-jährigen Tradition als Messestadt neu orientieren und sich den veränderten Bedingungen anpassen. Damit endete auch die fast 50-jährige Tradition der Ausgabe von Messe-Briefmarken.
Am 6. März erschienen zur Frühjahrmesse 1990 die letzten Messemarken. Sie erinnerten an die Messeprivilegien aus den Jahren 1268 und 1497.








1991 wurde die Leipziger Messe GmbH gegründet, die zu je 50% dem Frei-staat Sachsen und der Stadt Leipzig gehört, fünf Tochtergesellschaften hat und zahlreiche Auslandsertretungen unterhält.
Die Arge Leipziger Messe gab zur Frühjahrsmesse 1991 nochmals eine Karte zur "1. Messe im vereinigten Deutschland" aus, doch schon der Sonderstempel verzichtete auf das Messelogo.

Die bisherigen Universalmessen im Frühjahr und Herbst wurden durch Fachmessen ersetzt. Auch genügte das alte Messegelände nicht mehr heutigen Ansprüchen und es entstand am nördlichen Stadtrand eine neue, moderne Messe.
Auf dem Gelände der neuen Messe befinden sich fünf miteinander verbundene Ausstellungs-hallen von jeweils 20.500 m² Fläche, eine zentrale Glashalle und das Kongresszentrum Congress Center Leipzig. Das Freigelände verfügt über eine Ausstellungsfläche von 70.000 m². Jährlich finden etwa. 40 Messen, 100 Kongresse und diverse andere Veranstaltungen mit insgesamt 10.000 Ausstellern und 1,3 Millionen Besuchen statt. Am Eröffnungstag der großen Glashalle, die das neue Wahrzeichen der Messe ist, gab die Deutsche Post AG eine Sondermarke für 500 Jahre Messeprivileg aus. Die Messe GmbH betreibt auch das Kongresszentrum Congress Center Leipzig (CCL), das mit in das Messegeschehen eingebunden ist, in dem aber auch autark Kongresse und Veranstaltungen stattfinden.

Heute erscheinen vorwiegend Messe-Sondermarken des privaten Postdienstleistes der LVZ.




 
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