500 Jahre Reformation - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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500 Jahre Reformation

Heft 47

- von Konrad Fischer

In diesem Jahr feiert die protestantische Welt den 500. Jahrestag der Reformation. Die zentrale Figur dabei war Martin Luther, geboren 1483 und gestorben 1546 jeweils in Eisleben. Mit seinem Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 an der Wittenberger Schlosskirche leitete er die Reformation ein.
Vom Wort her bedeutet Reformation (lateinisch) Wiederherstellung, Erneuerung, auch Umgestaltung. Die Reformation war eine Bewegung zur Neugestaltung der kirchlichen, zunehmend aber auch der gesellschaftlichen Verhältnisse im 15./16. Jahrhundert. Sie wurde von fast allen Klassen und Schichten des deutschen Volkes, außer Teilen des Adels und des katholischen Klerus getragen.
In seinen 95 Thesen wandte sich Luther gegen die Missstände in der Katholischen Kirche, wie dem Ämterkauf und den Ablasshandel. Das eingenommene Geld floss in die Taschen von Kardinal Albrecht von Brandenburg und Papst Leo X. Der katholische Klerus finanzierte u.a. damit sein luxuriöses Leben und den Bau des Petersdoms in Rom. Den weltlichen Fürsten wurden dadurch auch finanzielle Mittel entzogen, die ihrerseits Luthers Bestrebungen unterstützen. Infolge der Verbreitung der Lehre Luthers und seiner Mitstreiter geriet er zunehmend in Zwiespalt zur katholischen Lehre. Von Kaiser KarI V. wurde Luther 1521 vor den Reichstag nach Worms geladen, wo er seine Lehre widerrufen sollte, was er jedoch nicht tat. Luther geriet in Acht und Bann, d.h. jeder konnte ihn ungestraft töten.
Sein Landesherr, Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen schützte ihn und gewährte ihm Zuflucht auf der Wartburg. Hier übersetzte er das Neue Testament der Bibel nach Griechischer und Lateinischer Vorlage ins Deutsche.
Der Briefmarkensammlerverein der Lutherstadt Wittenberg gibt seit einiger Zeit Sonderbelege zum Reformationsjubiläum aus:
Dieser Brief zeigt auf einem Kupferstich von Lucas Cranach Martin Luther nach der Promotion zum Doktor der Theologie.


Die Pluskarte mit der Wittenberger Universität Leucorea im Wertstempel zeigt im Zudruck 
den Sächsischen Kurfürsten Friedrich den Weisen, der M. Luther förderte und beschützte.


Man sollte wissen, dass im Zeitalter der Reformation der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung weder lesen noch schreiben konnte und es noch keine überall verständliche Sprache gab. So musste Luther für viele Begriffe eine einheitliche sprachliche Bedeutung festlegen. Dabei kreierte er zahlreiche neue Wortschöpfungen. Er meinte: "Man muss dem Volk aufs Maul schauen".

Mit der Übersetzung des Neuen Testaments 1521/22 auf der Wartburg schuf er eine vom Volk verstandene deutsche Sprache. Durch den Buchdruck begünstigt, fand diese "neu-hochdeutsche Schriftsprache" eine schnelle und weite Verbreitung. Nach seiner Rückkehr im Frühjahr 1522 nach Wittenberg übersetzte er gemeinsam mit seinem engsten Wegbegleiter Philipp Melanchthon, den besten Kenner seiner Zeit für die alten Sprachen hebräisch, griechisch und Latein, auch das alte Testament ins Deutsche.

Die Lehre Luthers erweckte auch bei den unteren Schichten im Volke, den Bauern und armen Handwerkern, auch Tagelöhnern, die von AdeI und Feudalherren bis an die Existenzgrenze unterdrückt wurden, Hoffnungen auf Besserung ihrer Lebensumstände. Sie wählten den revolutionären Kampf, unterstützt durch Thomas Müntzer. Die Bauernkriege wurden blutig niedergeschlagen. Luther verurteilte den gewaltsamen Kampf der Bauern und stellte sich auf die Seite der Feudalherren. Er repräsentierte vornehmlich die Interessen bürgerlichgemäßigter Kräfte und weltlicher Fürsten in Nord- und Mitteldeutschland.

Die Philatelie ehrte Luther vielfach auf Briefmarken, Ganzsachen und speziellen Postbelegen.

Literatur: Meyers Neuers Lexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, Band 9 und 11, 1976


 
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