Von diesem Mönch wird man noch hören - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Von diesem Mönch wird man noch hören

Heft 47

- von Wolfgang Ehrhardt

Martin Luthers Thesen vom 31. Oktober 1517 gegen den Ablasshandel waren anfangs nicht als Konfrontation gegen die Kirche gedacht, sondern er wollte eine Diskussion zu deren Erneuerung anregen. Deshalb sandte er sie auch Zwecks einer Disputation an den Erzbischof von Magdeburg und Mainz, Albrecht von Brandenburg. Dieser schickte sie jedoch ohne einer Stellungnahme an Papst Leo X. Die Thesen und weitere kirchenkritische Schriften und Predigten Luthers fanden eine schnelle Verbreitung und auch den Zuspruch vieler weltlicher Fürsten, denen der zunehmende Machtanspruch der Kirche nicht geheuer war. Selbst Kaiser Maximilian lehnte den ausufernden Ablasshandel und die hohen Steuern zugunsten des Papstes und seiner Kreuzzugs-Pläne ab und zeigte sich reformbereit. Als Luthers Lehren jedoch immer populärer wurden, aber auch immer mehr dem kirchlichen Dogma widersprachen und er eine Vorladung wegen Ketzerei und Auflehnung gegen die Amtskirche erhielt, konnte sich der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches nicht gegen den Papst stellen. Aber er soll dem Kurfürsten von Sachsen, Friedrich den Weisen übermittelt haben, sich Luthers anzunehmen, da man ihn vielleicht noch einmal brauchen könne und soll gesagt haben: "Von diesem Mönch wird man noch hören"!
Der Sächsische Kurfürst konnte dann erreichen, dass Luther nicht nach Rom musste, sondern sich vom 12. bis 15. Oktober 1518 am Rande des Reichstages in Augsburg dem päpstlichen Legaten Cajetan zum Verhör stellte. Gestärkt durch die deutschen Reichsfürsten, die sich Luthers Meinung anschlossen, keine durch Steuern und Ablässe gesammelten Gelder dem Papst zukommen zu lassen, erklärte er, im Einklang mit der Heiligen Römischen Kirche nicht widerrufen zu können, bis man ihn überzeugt habe, sich zu irren.
Nachdem Martin Luther durch Papst Leo X. schließlich mit dem Kirchenbann belegt, und damit exkommuniziert zum Ketzer erklärt war, bestellte ihn der junge, erst 18-jährige Kaiser Karl V. 1921 zur Anhörung vor den Reichstag nach Worms. Luther weigerte sich unter Berufung auf die Bibel, der königlichen Aufforderung zu folgen, seine zuvor in seinen Büchern geäußerten Ansichten zu widerrufen. Berühmt ist seine Antwort auf die Frage des Kaisers: „… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“
Selbst schrieb er später: "…dass mich das rühmen kann, je (stets) die Wahrheit gesagt habe und mir niemand kann Schuld geben, dass ich geheuchelt habe…"
Damit wurde Luther (nicht nur für mich) ein Held!
Die Fürsten, die ihn unterstützen, erhofften die politische Macht Roms in Deutschland zu schwächen. In diesem Sinne ist auch zu verstehen, dass Luther zu seinem eigenen Schutz vorübergehend von seinem Landesherren aus dem Verkehr gezogen wurde.
- Und in dieser Zeit schuf Luther mit dem ersten Teil der Bibelübersetzung die Grundlage dafür, dass sich heute ein Jeder in unserem Vaterland miteinander verständigen kann!
So ist der 31. Oktober eines der bedeutendsten Daten der Deutschen Geschichte! und wird zurecht als Reformationstag begangen. Das sollte besonders unseren evangelischen Volks-vertretern ständig Mahnung sein, (Luthers) Rückgrat zu zeigen und die fremdbestimmte aktuelle Politik zu beenden. 


 
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