Das Notgeld der Stadt Angermünde (II) - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Das Notgeld der Stadt Angermünde (II)

Heft 47

- nach einem Bericht von Thomas Krause, Fachgruppe Numismatik Schwedt

Das Briefmarken-Kapselgeld

Zur Zeit der Hochinflation nach dem Ersten Weltkrieg, als es aufgrund fehlender gesetzlicher Zahlungsmittel zur Ausgabe von Notgeld kam, wurden gelegentlich auch Briefmarken als Kleingeldersatz genutzt.
Dazu wurden die unhandlichen, empfindlichen kleinen Marken in Münz- oder Medaillen-förmige Zelluloid-Kapseln gesteckt, die auf der Rückseite zugleich Raum für Werbung boten. Diese von der Post stillschweigend geduldete Verwendung der Briefmarken als vorwiegend Wechselgeld in privaten Handelsbetrieben fand in Deutschland eine weite Verbreitung, wovon mehr 400 Typen zeugen.
Der Angermünder Geschäftsmann Max Blumenthal ließ dazu Kapseln mit den 5-Pfennig-Germaniamarken (die Michel-Nr. 140) aus dem Jahre 1920 anfertigen und machte damit Reklame für sein "Grösstes Kaufhaus am Platze".

Die Kapsel hat einen Durchmesser von 35 mm

Gutscheine der Reichsbahn

Im August 1923 waren auch bei der Deutschen Reichsbahn die Zahlungsmittel, insbesondere für die Lohn- und Gehaltszahlungen knapp geworden. Deshalb erteilte die Eisenbahnhauptkasse der Reichsbahndirektion Stettin mehreren Stationskassen ihres Bereiches die Genehmigung, besondere Gutscheine auszugeben.
Von der Stationskasse Angermünde wurden am 11. August 1923 Gutscheine über

500.000 (Fünfhunderttausend Mark),
1.000.000 (Eine Million Mark) und
3.000.000 (Drei Millionen Mark ausgegeben.

Die handschriftlich angefertigten Scheine weisen einen einheitlichen Text auf:

"Gutschein
der Deutschen Reichsbahnverwaltung
über Fünfhunderttausend (Eine bzw. Drei Millionen) Mark.
Den Betrag dieses Gutscheins zahlt die unterzeichnete Kasse sofort, spätestens
bis zum 15. September 1923 dem Einlieferer ohne Legitimationsprüfung.
Eisenbahn-Stationskasse Angermünde, den 11. August 1923"

Die Angermünder Reichsbahn-Gutscheine

über Fünfhunderttausend Mark

über Eins Million Mark

über Drei Millionen Mark

Die Scheine wurden hektografisch auf weißem und bräunlichem Wasserzeichenpapier aus der Papierfabrik Wolfswinkel vervielfältigt. Sie erhielten jeweils eine fortlaufende Nummerierung, wurden vom Oberkassenvorsteher Eugen Steingroß und dem Eisen-bahnsekretär Max Darge unterschrieben und mit dem Stempel der Deutschen Reichs-bahn-Stationskasse Angermünde "amtlich gemacht".
Alle Scheine hatten die einheitliche Größe von 164 x 78 x 90 mm.


 
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