Die Entwertungsstempel von Angermünde zu Beginn der Reichspostzeit von 1872 - 1880 - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Die Entwertungsstempel von Angermünde zu Beginn der Reichspostzeit von 1872 - 1880

Heft-48

- von Dr. Hans-Werner Meiners, Angermünde

Am 1.Januar 1872 übernahm die Reichspost von der Norddeutschen Postverwaltung auch in Angermünde die vorhandenen Postanstalten, das Postamt in der Klosterstraße und die Postexpedition am Bahnhof. In Bezug auf die bei den zwei Postanstalten verwendeten Entwertungs-stempel änderte sich zunächst nichts. Im Postamt wurde der seit 1863 abgeschlagen Zweikreis-Stempel ANGERMÜNDE mit Jahreszahl und Uhrzeit abgeschlagen, bei der Postexpedition der seit 1861 bekannte dreizeilige Rechteck-Stempel ANGERMÜNDE-BAHNHOF mit Uhrzeit, aber ohne Jahreszahl. Letzterer war aber zu dieser Zeit bereits sehr stark verschlissen, wie die Abstempelung des Ganzsachenumschlags aus dem Jahr 1872 in Abb. 1 zeigt. Der Zweikreis-Stempel des Postamtes hingegen war noch relativ gut erhalten. Allerdings weisen die Jahresziffern eine andere Schrifttype als die Ziffern für Tag und Monat auf.


Briefe aus der Anfangszeit der Reichspost mit den nachverwendeten Preußen-Stempeln
(Brief in den Landzustellbereich vom 10.11.1873, Ganzsache nach Hamburg von 21.1.872).

Der wirklich desolate Zustand des Stempel der Bahnhofs-Postexpedition und die fehlende Jahresangabe führte dazu, dass bereits 1874 ein Einkreisstempel ANGERMÜNDE-BAHNH: mit vollständiger Datumsangabe und Uhrzeit eingeführt wurde. Dieser Stempel weist aber noch keine Ziffer zur Kennzeichnung der Postanstalt auf.
Im Falle der Bahnhofs-Postexpedition war das wegen der Angabe ANGERMÜNDE-BAHNH: aber vielleicht auch nicht notwendig. Der Rechteckstempel tauchte danach nicht mehr auf.

Eine sehr frühe Verwendung des Einkreisstempels ANGERMÜNDE-BAHNH: der Bahnhofs-Postexpedition auf einem Brief vom 9. Februar 1874 nach Berlin.

Das Postamt in der Kloster-Straße erhielt erst 1875 einen Einkreis-Stempel ANGERMÜNDE mit vollständigem Datum und Uhrzeit, ebenfalls noch ohne Ziffer zur Kennzeichnung der Postanstalt.
Allerdings wurde der aus der Preußenzeit stammende Zweikreis-Stempel durchaus noch nach der Einführung des Einkreisstempels weiter verwendet. Mir liegt eine Einzelmarke mit diesem Stempel noch aus dem Jahr 1877 vor.


Zwei Belege aus dem Jahr 1875 an die gleiche Adresse in Lindenberg, einer davon mit dem alten Zweikreis-Stempel entwertet, der andere mit dem neuen Einkreis-Stempel.

Belege mit diesem Einkreis-Stempel sind jedoch nicht sehr häufig. Denn nach relativ kurzer Zeit (spätestens ab Mitte 1875) wurde in beiden Stempeln die noch fehlende Nummerierung ergänzt.
Dabei erhielt das Postamt in der Kloster-Straße die Nummer 1, während die Bahnhofs-Postexpedition die Nummer 2 erhielt.


2 Postkarten mit den Einkreisstempeln von Angermünde

Der Einkreis-Stempel ANGERMÜNDE mit der Ziffer 1 wurde bis zur Einführung der Gitter-segment-Stempel 1890 verwendet.
Der andere Einkreisstempel ANGERMÜNDE-BAHNH: mit der Ziffer 2 wurde in den 1880er Jahren durch einen Einkreistempel ANGERMÜNDE mit breiten Buchstaben und der Ziffer 2 abgelöst.


 
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