Sowjetische Stempelmaschinen auch in der Uckermark? - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Sowjetische Stempelmaschinen auch in der Uckermark?

Heft-48

- von Eberhard Büttner

Seit Herbst 1974 kamen bei der Deutschen Post (DP) der DDR sowjetische Stempelmaschinen zum Einsatz, deren Stempelbild erheblich von der Norm der bis dahin eingesetzten Stempelmaschinen abwich. Der Tagesstempel war um 90° nach links gedreht, so dass die Datumszeile eine vertikale Anordnung erhielt. Das Entwertungsklischee bestand aus 3 Wellen.

Die in der Vergangenheit durch Sammler erfolgte Fokussierung auf die Stempelabdrucke mit den charakteristischen 3 Wellen und den um 90° gedrehten Stempelkopf stellte eine gravierende Einengung der Sicht auf diese Problematik dar. Für das Verständnis der Gesamtproblematik ist von grundlegender Bedeutung, 
  • dass es sich bei den zum Einsatz gekommenen sowjetischen Stempelmaschinen um zwei Maschinentypen handelte (eine Tischstempelmaschine vom Typ "SchMN-2“ und eine Ständerstempelmaschine vom Typ "SchM-4A“)
  • dass die Tagesstempel sowohl eine Drehung von 90° aufwiesen, als auch sofort oder im Verlauf des Maschineneinsatzes mit einem Tagesstempel nach dem Standard der DP arbeiteten;
  • dass diese Stempelmaschinen bei ihrem Ersteinsatz sowohl mit dem Klischee "3 fallende Wellen“ („SchMN-2“) bzw. "3 steigende Wellen“ (SchM-4A“) als auch mit einem Sechsstrichstempel nach Standard der DP ausgerüstet waren;
  • dass Stempelmaschinen, die ursprünglich mit dem Klischee "3 Wellen“ versehen waren, später einen Sechsstrichstempel erhielten;
  • dass in diesen Geräten Werbeklischees sowohl mit Serienstempeln als auch ortsbezogenen Stempeln zum Einsatz kamen.

In meiner für die ArGe "DDR Spezial“ erarbeiteten Schrift "Der Einsatz sowjetischer Stempelmaschinen in der DDR“ habe ich alle mir nach jahrelangen intensiven Recherchen zugänglich gewordenen Ergebnisse zu dieser Thematik niedergeschrieben.

Bezogen auf PÄ in der Uckermark heißt das, Maschinen mit dem um 90° gedrehten Stempelkopf und dem Klischee "3 Wellen“ kamen nicht zum Einsatz.
Aus dem Import von 1979/80 erhielten die PÄ Prenzlau und Templin Ständerstempel-Maschinen vom Typ "Sch-4A“, die vor ihrer Verwendung auf Standard der DP umgerüstet wurden. Sie erhielten somit einen Tagesstempel nach Norm der DP und das Klischee bestand aus einem Sechsstrichstempel:

Diese Maschinen konnten so am Stempelbild nicht mehr als sowjetische Stempelmaschinen erkannt werden. Obwohl weit über 100 solcher Stempelmaschinen zum Einsatz gelangten, erfolgte durch Sammler keine diesbezügliche Dokumentation dieser Stempelabdrucke. Trotz einiger Funde in letzter Zeit fehlt heute noch immer von 13 PÄ durch einen Stempelabdruck der Nachweis, dass ein Einsatz der Maschine beim betreffenden PA stattfand.
Für das PA 2130 Prenzlau konnte mit dem Unterscheidungsbuchstaben (UB) "m“ in der Zeit vom November 1981 bis zum August 1990 der Sechsstrichstempel bzw. die Verwendung von vier Serienstempel und von zwei ortsbezogenen Stempeln nachgewiesen werden.
Dabei handelte es sich um die Serienstempel

 
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19. Arbeiterfestspiele der DDR
25.-27.6.1982 Bezirk Neubrandenburg
 
 
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und um die ortsbezogenen Stempel
 
 
750 Jahrfeier der Stadt Prenzlau
J.Ph.Hackert 
Landschaftsmaler 1737-1807
 
Beim PA 2090 Templin war mit dem UB "I" in der Zeit  
vom Mai 1981 bis März 1990 der Sechsstrichstempel
bzw. je ein Serien- und ein ortsbezogener Stempel im
Gebrauch.
 
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Im Vereinsheft 10 des Schwedter Briefmarken-Sammlervereins e.V. vom Dezember 1998 schrieb ich unter der Überschrift "Im Blickfeld: DDR-Bedarfspost“ über meine ersten Erkenntnisse zu den Stempeln der sowjetischen Stempelmaschinen, die noch bescheiden und in einigen Dingen auch fehlerhaft waren. Der abschließend formulierte Satz – heute auch für mich interessant und bedeutsam – lautete: "Und wie geht’s weiter – wird es vielleicht ein neues Sammelgebiet für mich? Gepackt hat es mich jedenfalls“. Und wie es mich gepackt hat!

 
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