Nachtrag zu "150 Jahre Norddeutscher Bund“ - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Nachtrag zu "150 Jahre Norddeutscher Bund“

Heft-49

- von Dr. Hans-Werner Meiners, Angermünde

Im letzten Vereinsheft wurde von Konrad Fischer des 150. Jahrestags der Gründung des Norddeutschen Bundes gedacht.
Ich habe zu diesem Artikel noch einige kleinere Ergänzungen bzw. Berichtigungen. Der neuernannte Bundeskanzler Otto von Bismarck hat als eine der ersten Amtshandlungen das bis dahin zum Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten gehörende Post- und Telegrafenwesen seiner eigenen Verfügung direkt unterstellt. Diese Verfügung blieb auch noch in seiner Amtszeit als Kanzler des Deutschen Reichs bestehen.
Im Artikel heißt es u.a. Mit dem 31.12.1867 wurden alle Marken der nun im Norddeutschen Bund vereinten Länder ungültig. Das ist so pauschal gesagt nicht korrekt. Zwei preußische Marken wurden noch bis zum 31.März 1869 weiterverwendet. Es handelt sich um die sogenannten „Innendienstmarken“ von 10 bzw. 30 Silbergroschen, die zur Verrechnung von hohen Gebührenbeträgen benutzt wurden. Die Besonderheit dieser Marken bestand darin, dass sie aufgrund ihres hohen Wertes zur Verhinderung der Wiederverwendung auf die Rückseite des durchsichtigen Papiers gedruckt wurden. Die Rückseite wurde dann gummiert. Beim Ablösen mit Wasser wird dann nicht allein die Gummierung sondern auch die Druckfarbe entfernt.



Durch ihre Weiterverwendung nach dem 1.Januar 1868 kann es also durchaus vorkommen, dass diese 2 Marken mit Stempeln der anderen Staaten des Norddeutschen Bundes vorkommen können (abgesehen von solchen Stempeln aus dem durch Preußen vor 1867 annektierten Königreich Hannover und dem durch Kauf in 1867 hinzugekommenen Postbezirk von Thurn und Taxis). Als Beleg hierfür soll der folgende Brief aus dem sächsischen Pomssen nach Bromberg dienen.

Der mit insgesamt 4 10-Silbergroschen-Marken frankierte Paketbegleitbrief vom 27. Januar 1868 war ursprünglich mit insgesamt 45 Silbergroschen taxiert worden (handschriftliche Notiz). Eine ehemals vorhandene 5-Silbergroschen-Marke wurde wie auch der Stempel entfernt, um einen ausschließlich aus den Innendienstmarken bestehende Frankatur zu erhalten und den Brief somit aufzuwerten. Ab dem 1.April 1869 gab es dann eigene 10- bzw. 30-Silbergroschen-Marken des Norddeutschen Bundes. Die noch vorhandenen Bestände der preußischen „Innendienstmarken“ wurden an das Generalpostamt geliefert und im Laufe des Jahres 1869 bis auf einen Bestand von jeweils 100 Bogen zu je 100 Marken vernichtet. Da die Marken nicht direkt an die Postkunden ver-kauft werden durften, stammen alle heute noch erhaltenen postfrischen Marken aus dem Bestand.


 
 
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