Störung im Postablauf im Zuge der Währungsreform - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Störung im Postablauf im Zuge der Währungsreform

Heft-50

- von Heinz Ihmann, Tönning

“Ein etwas seltsamer Postkriegsbeleg“ war mein erster Gedanke, als ich den Brief aus Essen nach Leipzig unter meinen Belegen Alliierte Besetzung fand:

Er war mir “untergekommen“, weil er als Frankatur die Mi. 969 b trägt. Doch dann interessierte mich der rote Retourstempel Zurück an den Absender mit dem besonderen Vermerk “z. Zeit unzulässig“ sowie die handschriftliche Datums-angabe “Sowj. Bes. Zone 21./6./48“ viel mehr an diesem Beleg.

Mit Unterstützung eines Freundes aus Chicago konnte ich dann klären, dass der Brief von den Westalliierten aussortiert worden war.

Der Hintergrund war die erfolgte Währungsreform in der britischen und amerika-nischen Zone, und man fürchtete erhebliche Schwierigkeiten im Postverkehr mit der SBZ. Doch die bereits ab 23.6. erlaubten Zehnfachfrankaturen lösten das befürchtete Problem.
Die Anordnung, alle am 21.6.48 in die SBZ gerichteten Postsendungen anzuhalten, hatte nicht nur die gezeigte Retour-Maßnahme zur Folge, es gibt auch Sendungen, die einfach “auf Eis“ gelegt wurden und bei denen der bereits angebrachte Stempel “z. Zeit unzulässig“ wieder gestrichen wurde und so die SBZ erreichte.
Die Maßnahme dauerte nur wenige Tage, dann verständigten sich die Siegermächte und die westlichen Befürchtungen wurden haltlos.

Zu erwähnen bleibt noch, dass die meiste Post ohne Nebenstempel bis zur Klärung der Sachlage festgehalten und dann weiterbefördert wurde.


 
 
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