Die besondere Feldpost von der “Reichsbräuteschule“ - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Die besondere Feldpost von der “Reichsbräuteschule“

Heft-50

- von Heinz Ihmann, Tönning

Wer Feldpost des zweiten Weltkrieges sammelt, dem ist wie auch mir, wahrscheinlich schon einmal ein Beleg aus Berlin-Nikolassee in die Hände gefallen. Die Zuordnung dieser Post fällt nicht leicht, da es sich um eine Ansichtskarte handelt – und ist ein toller Beleg seiner Zeit:

Die Bildseite zeigt eine Ansicht des “Deutschen Frauenwerks, des Mütterdienstes und der Reichsbräuteschule Schwanenwerder“.


Was verbirgt sich hinter diesen Diensten?

1937 richtete die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholz-Klink im Rahmen des “Deutschen Frauenwerks e.V.“ auf der Insel Schwanenwerder im Großen Wannsees in Berlin-Nikolassee diese Reichsbräuteschule ein, in der Mädchen und Frauen in mehrwöchigen Lehrgängen die “Haufrauentugenden“ (Kochen, Putzen, Nähen und Säuglingspflege) beigebracht werden sollten.
Hintergrund war jedoch die Heiratsermöglichung von Frauen in SS-Kreise, diese wurde vom Rasse- und Siedlungsamt nur erteilt, wenn Kurse der Bräuteschule besucht worden waren.
Politische Zielsetzung war die Einbindung der Frau als Teil der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik. Im Endeffekt sollte der “arische“ Nachwuchs gefördert werden.
Wie der vorliegende Beleg beweist, wurde die Post der in der Obhut von Frau Scholz-Klink befindlichen Frauen gebührenfrei als Feldpost befördert.
Ein Indiz dafür, dass die Einrichtung eng mit dem Kriegsgeschehen verbunden war, ist die portofreie Beförderung per Feldpost.


 
 
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