… meine Yacht ! - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

… meine Yacht !

Heft-50

- von Dr. Hans-Werner Meiners, Angermünde

Mit Ende des 1. Weltkriegs wurde mit dem Verlust der deutschen Kolonien in Asien, Afrika und Ozeanien auch ein bei den deutschen Sammlern in der Kaiserzeit beliebtes Sammelgebiet abgeschlossen – den Markenausgaben der deutschen Kolonien und Auslandspostämter.

Nachdem die bis dahin benutzten Krone-und Adler-Marken mit dem Schräg-Aufdruck der Bezeichnung der jeweiligen Kolonie aufgebraucht waren, gab man ab 1900 neue einheitliche Marken mit einer Schiffszeichnung - der Yacht des deutschen Kaisers “Hohenzollern“ - heraus.

Kaiser Wilhelm II. war von allen Staatsoberhäuptern der Einzige, der seine Yacht auf Briefmarken abbilden ließ.

Die Rahmenzeichnungen dieser Schiffsmarken aus den 10 Kolonien glichen den zur gleichen Zeit erschienenen Germania-Marken:



Die Marken der deutschen Kolonien auf drei Kontinenten
(Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Kamerun, Karolinen,
 Kiautschou, Marianen, Marshall-Inseln, Samoa, und Togo)

In der Regel erfolgt die Wertangabe in Pfennig und Mark. In Kiautschou waren es später dann Cent und Dollar; in Ostafrika Pesa und Rupien, anschließend Heller und Rupien.

Auch die in Stahlstichtiefdruck hergestellten Mark-Werte mit der Schiffszeichnung ähnelten in der Rahmenzeichnung den von der Reichspost für Deutschland heraus-gegebenen Marken.





Mark-Werte aus Deutsch-Südwestafrika 
Der zweifarbig gestaltete Höchstwert wurde in zwei Druckvorgängen hergestellt. Aufgrund der unterschiedlichen Länge und Form für die Schleife der Bezeichnung der einzelnen Kolonien wurde das innere Teilbild entsprechend angepasst.
Außerdem ergab sich bei Deutsch-Ostafrika aufgrund der Länge der Währungsbezeichnung eine zusätzliche notwendige Änderung des Innenteils.

Aus diesen Gründen unterscheidet man heute 3 verschiedene Typen:



Type I
Type IIType III
Durch Fehler beim Druckprozess kam es vor, dass für den Mittelteil nicht die zum Rahmen passende Type verwendet wurde.


Rahmen Type I, Mittelteil Type II 
Rahmen Type II, Mittelteil Type I
Diese Fehldrucke sind zum Teil sehr selten und daher auch entsprechend teuer.
Aufgrund der Art und Weise wie die Markwerte gezähnt wurden, ergeben sich zudem Unterschiede in der Markengröße und somit der Zahl der Zähnungslocher.


25:17
26:17
Nicht alle Marken der Schiffszeichnung gelangten in den Deutschen Kolonien auch zur Ausgabe. Die Marken (und Sätze), die erst nach der Besetzung der Kolonien durch alliierte Truppen während des 1. Weltkrieges erschienen, konnten von den Sammlern nur noch am Sammlerschalter in Berlin erworben werden. Diese Marken gibt es daher nur in ungebrauchter bzw. postfrischer Erhaltung.
Nach der Besetzung der Kolonien gaben alliierte Truppen die vorhandenen Marken der Schiffszeichnung mit einem entsprechenden Hand- und Maschinen-Aufdruck heraus.


Marken aus dem von britischen und französischen Truppen besetzten Togo.

Noch heute gibt es Sammler, die sich für die Schiffszeichnung auf den deutschen Kolonialmarken begeistern. So ist es nicht verwunderlich, dass das Motiv sowohl auf Briefmarken, als auch auf Münzen und Medaillen zu finden ist.


Individuelle Marke aus Österreich
Münze aus Kamerun zum 100.Jahrestag der Herausgabe der Marken
Nach der Krönung zum Deutschen Kaiser wollte Wilhelm II. eine neue und moderne Staatsyacht haben – natürlich auf Staatskosten. Darüber wurde im Reichstag heftig debattiert, und erst als Konteradmiral Heusner erklärte, das Schiff könne im Kriegsfalle auch für militärische Zwecke eingesetzt werden, wurden die Mittel zum Bau bewilligt. Im Juli1891 erfolgte in der Vulcan–Werft Stettin die Kiel-legung und am 27. Juni 18892 taufte der Kaiser beim Stapellauf das Schiff auf den Namen Hohenzollern. Schon bei der ersten Probefahrten an Bord, verbrachte Wilhelm II. bei seinen Reisen, die ihn häufig nach Norwegen führten, viele Wochen auf “seiner Yacht“, die dann immer von einem Depeschenboot begleitet wurde..
Seine Majestät Jacht Hohenzollern war ein Meisterwerk deutscher Schiffbaukunst und gehörte zu den schnellsten Kriegsschiffen ihrer Zeit. Bewaffnet war sie mit drei 10,5- und zwölf 5.0-Kaliber Schnellfeuerkanonen. Ein Doppelboden mit sehr vielen Zellen, sowie viele wasserdichte Schotten sichern dem Schiffe die Schwimmfähigkeit bei Beschädigungen der Außenhaut. Die innere Ausstattung des Schiffes war zweckmäßig, bequem und geschmackvoll, wobei übertriebener Prunk vermieden wurde.

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü