Sparsamkeit - ein Gebot der Post - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Sparsamkeit - ein Gebot der Post

Heft-51

- von Heinz Ihmann, Tönning

Eigentlich ist der Sparvorgang beim Schreiben den Philatelisten bekannt:
Die Wiederverwendungen in Nachkriegszeiten, Verwendung aller erreichbaren Papierarten zur Herstellung von Briefkuverts, gewendete Briefumschläge und selbst gebastelte Postkarten sind häufig in den Sammlungen zu finden. Sie alle betreffen in der Regel den Briefwechsel privater Natur oder Firmenpost.
Hier sollen jedoch Beispiele für die postinternen “5parmaßnahmen" gezeigt werden, die vielleicht dem einen oder anderen Sammler gar nicht bekannt sind – ihn aber für dieses Gebiet motivieren und zum Sammeln “verführen" könnten.
Dass derartige Maßnahmen bei der Post schon länger gebräuchlich sind, zeigt eine Ganzsachen-Postkarte (DR P 199) aus Dresden:

Da die Karte zum Zeitpunkt der Absendung am 21.7.1936 längst ungültig war, wurde sie beschnitten und als Postsache gebührenfrei verschickt. Die Deklaration als Postsache fehlt leider, doch ist die absendende Zeitungsstelle des Zweigpostamtes 5 in Dresden aussagekräftig genug, Der rückseitige, recht rigide Text, wurde durch die aufgeklebte Vignette zur Reichsgartenschau gemildert.












Weitere Beispiele sind Sparmaßnahmen bei Postsachen der DDR.

Allen Dauerbeziehern von DDR-Briefmarken sind die Verstärkerpappen für Abo-Lieferungen bekannt, die für eine mehrmalige Verwendung gedacht waren. 
Als Postsache gebührenfrei retourniert, erhielt sie bald der nächste Dauerbezieher von Sammlermarken.

Die Schwedter Versandstelle nutzte für die hier abgestempelten Ersttags-Briefe und Souvenirbelege A5-Klapp-Karten (die aus Recyclingkarton einer heimischen Papierfabrik hergestellt wurden).

All diese Einlage-Kartons zum sicheren Versand der Sammlerstücke brauchten wegen ihres wiederholten Gebrauchs nicht freigemacht und abgestempelt werden, was allerdings trotzdem vereinzelt geschah.












Ein größerer Umschlag diente der mehrfachen Verwendung innerbetrieblicher Nachrichtenübermittlungen:

Diese Umschläge wurden von Postamt zu Postamt befördert und enthielten jedes Mal eine neue aktuelle Nachricht. Dies war eine gute Möglichkeit, der Papierknappheit entgegen zu wirken. Die rückseitige Nutzung konnte wohl wegen des porösen Papiers nicht mehr erfolgen und erhielt den Verschluss-Aufkleber C 16 aufgeklebt.








Blieben von den im Postamt angebotenen Blanko-FDC welche unverkauft, wurden sie innerbetrieblich aufgebraucht. Ein Beispiel dafür ist der abgebildete Umschlag, der in eine Postsache umgewidmet wurde: Dazu erfolgte eine Lochung (die individuell an verschiedenen Stellen angebracht wurden) und die Kennzeichnung als Postsache.

Weshalb wurde diese Postsache mit Briefmarken frankiert? Der Brief mit der Fernmelderechnung wurde zunächst als Postsache verschickt, ging aber wegen falscher Adressangabe zurück an das Postamt Dommitzsch. Dort wurde er in eine zu frankierende (15 Pfennig) Wirtschaftsdrucksache umgewandelt und mit berichtigter Anschrift zugestellt.

Das letzte Beispiel zeigt einen recht seltener Beleg aus der britischen Zone:

In Emden deklarierte man die nach der Währungs-Reform ungültig gewordene P 965 als Postsache um (2 Stempel) und verwendete sie für den Einzug von Nachforschungsgebühren, die ja fällig, waren, wenn die Nachforschung ein positives Ergebnis ergab.






 
 
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