Partnerschaft Schwedt – Leverkusen: Die Briefmarkensammler gehörten zu den Ersten - Schwedter Briefmarkensammler-Verein

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Partnerschaft Schwedt – Leverkusen: Die Briefmarkensammler gehörten zu den Ersten

2019

- von Wolfgang Ehrhardt

Nachdem Schwedt im Oktober 1989 mit Leverkusen eine Städtepartnerschaft einging, gehörte der Schwedter Briefmarken-Sammlerverein zu den ersten, der eigene Kontakte in die Bayer-Metropole am Rhein knüpfte. Anfang 1990 schrieb der Geschäftsführer unseres Vereins Konrad Fischer, ohne eine genaue Anschrift zu kennen, an einen vermuteten Leverkusener Sammlerverein und trug unser Anliegen vor. Wir hatten zwar damals noch keine Ahnung, wie man eine Partnerschaft gestaltet, wollten uns jedoch in die deutsch-deutsche Annäherung einbringen. Denn gerade wir Sammler waren in der DDR umfangreichen Beschränkungen, Kontrollen und Repressalien ausgesetzt. Nach ca. 6 Wochen erhielten wir eine positive Antwort auf unseren Vorschlag zu einer Zusammenarbeit und es begann zunächst ein reger Briefwechsel.
Inzwischen war die deutsche Wiedervereinigung erfolgt und auch wir Sammler mussten uns grundlegend neu orientieren. Der Philatelisten-Verband der DDR hatte sich aufgelöst und in den wieder entstandenen neuen Bundesländern waren eigene Landesverbände gegründet worden, die sich dem Bund Deutscher Philatelisten anschlossen. Auch wir Schwedter Philatelisten wurden Mitglied im BDPh und gründeten am 18.12.1990 den neuen Schwedter Briefmarken-Sammlerverein im Landesverband Brandenburg.
Als uns dann im Frühjahr 1991 Vertreter des Briefmarkensammlervereins Bayer e.V. Leverkusen bei uns zu Gast waren, lernten wir gute Freunde kennen und konnten feststellen, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben. Aufgrund der großen Entfernung zwischen unseren beiden Städten mussten sich von Beginn an gegenseitige Besuche auf bestimmte Höhepunkte beschränken und wir vereinbarten, uns bei Wettbewerbs-Ausstellungen gegenseitig zu besuchen, sich mit Expona-ten daran zu beteiligen und die den Vereinen angehörenden Juroren Dr. Manfred Mengel und Wolfgang Ehrhardt dabei einzusetzen.
Wir hatten seit langem geplant, in Schwedt wieder einmal eine Briefmarken-Ausstellung durchzuführen, die dann im Oktober als sogenannte regionale Rang-3-Ausstellung “SCHWEDT´91“ unter der Schirmherrschaft des damaligen Oberbürgermeisters Herrn Peter Schauer in der Galerie im Ermeler-Speicher stattfand. Wie wir erst später erfuhren, war dies die erste Ausstellung überhaupt, die nach der Ausstellungsordnung des Bundes Deutscher Philatelisten in einem der neuen Bundesländer veranstaltet wurde. Bei der Vorbereitung zeigte es sich, dass wir uns erst mit den neuen Gegebenheiten des BDPh-Ausstellungswesens vertraut machen mussten - und es waren es die Leverkusener Freunde, die uns wertvolle Hinweise gaben. Schließlich wurde die Ausstellung ein voller Erfolg und machte uns bundesweit bekannt.
Anlässlich der “Rhein-Ruhr-Posta 92“ waren wir dann erstmals zu Gast in Leverkusen und wurden dort herzlich empfangen. Auch unsere Exponate fanden Anerkennung und wurden hoch bewertet. Seitdem beteiligten sich stets Mitglieder beider Vereine an den in Schwedt und Leverkusen veranstalteten Ausstellungen. Dass es dabei nicht immer nur ernst zugeht, zeigt nebenstehendes Foto.








Entsprechend der vereinbarten Grundsätze zur Zusammenarbeit finden ihren Niederschlag werden in den zweimal jährlich erscheinenden Vereins-informationen, in denen regelmäßig Fachartikel und Reiseberichte ausgetauscht und Höhepunkte der jeweiligen Vereinstätigkeit beschrieben werden. Natürlich nehmen dabei die Berichte über gegenseitige Besuche einen breiten Raum ein. Über die "offiziellen" Kontakte der beiden Vorstände hinaus, entstanden auch persönliche Freundschaften, die bis zum heutigen Tag mit Leben erfüllt werden.



 
 

Im Oktober 2019 wurde diese innerdeutsche Partnerschaft 30 Jahre alt.
Vom 20.-22. September wurde in Schwedt zusammen mit einer 56-köpfigen Delegation aus Leverkusen gemeinsam gefeiert. Bei einer Festveranstaltung aus diesem Anlass am 20.09. im Berlischky-Pavillon erinnerte Bürgermeister Jürgen Polzehl daran, dass am 27. Oktober 1989, nur wenige Wochen vor dem Mauerfall, Schwedt und Leverkusen als deutsche Städte zweier Staaten einen Städte-Partnerschaftsvertrag unterzeichneten. Und als der Vertrag am 12. Dezember 1989 auch in Leverkusen unterzeichnet wurde, war die Deutsche Demokratische Republik fast schon Geschichte. So nahm diese besondere Städtepartnerschaft gleichzeitig mit dem deutschen Einigungsprozess ihren Anfang.
Flankiert von "Schwedter Dragonern" versammelten sich die Teilnehmer der Festveranstaltung, Mitglieder von Leverkusener und Schwedter Vereinen, Stadtverordnete und Musikschüler beider Städte zu einem Erinnerungsfoto vor dem Berlischky-Pavillon.
Herr Polzehl sagte weiter: “Das war eine Partnerschaft, die von Oben verordnet wurde, aber von Unten gelebt wird. Zwischen beiden Städten entwickelte sich ein intensiver Ost-West-Erfahrungsaustausch. In der Wendezeiten wurde Leverkusen dann für Schwedt die erste Adresse, um zu erfahren, wo die kommunale Entwicklung hingehen könnte." Seitdem sind viele Beziehungen zwischen Vereinen und Privatpersonen beider Städte entstanden.

Als Vereinspartner veranlassten unsere beiden Briefmarken-Sammlervereine aus Schwedt und Leverkusen zu 30 Jahren Städte- und Vereins-Partnerschaft zwei Marken-Individuell mit Stadtansichten beider Orte, sowie einen dazu passenden Sonderstempel und einen Erinnerungsumschlag.


Die Erinnerungs-Umschläge an die 30jährige Städte- und Vereinspartnerschaft
mit einer Marke “Blick über die Altstadt von Schwedt“

und der ersten Marke überhaupt mit einer Ansicht von Leverkusen.

 
 
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